Bewertung: 7

Review: #4.03 Furchtbare Wahrheit

Eine Folge, bei der mir die zwischenmenschlichen Beziehungen entscheidender vorkamen als die Missionen.

Schon bei der Anfangsszene auf den Bahamas bin ich aus dem Lachen kaum herausgekommen. Alle, ob nun Marshall, Sydney, Vaughn oder Dixon, hatten ihre komischen Szenen. Sydney in ihrem scharfen Outfit und wie sie ihren Namen sagte, der für jeden Normalbürger auf die Schnelle nicht mitzuschreiben ist. Marshall als Björn hatte mal wieder etwas von einem Cowboy, obwohl er dann doch einen Klempner darstellen sollte und der Auftritt von Dixon und Vaughn - einfach köstlich. Für eine Mission fand ich das alles schon sehr bühnenreif, aber besser als "aufzufallen" oder aufzufliegen.

Bankdirektor: Was haben Sie da gemacht?
Sydney: Ich bin nur in Ihren Safe eingebrochen? (Und der schnallt es nicht mal...)

Undankbarkeit

Das Verhältnis zwischen Jack und Sydney ist ja nicht gerade das Beste und für mich persönlich sind da auch noch einige Fragen aus der dritten Staffel offen. Zu Sydney muss ich sagen, ich verstehe sie oft nicht, auch wenn ich sie sehr mag, doch so was kommt eben vor. Klar es ist schwer, den Mord an der Mutter zu akzeptieren und dass sie Nadia die Wahrheit sagen will, kann man auf einer Seite verstehen, aber eben nur auf einer. Meiner Meinung nach will sie Nadia beschützen, sie ist froh, dass sie jetzt bei ihr ist und reagiert schon fast mütterlich. Allerdings ihrem Vater gegenüber reagiert sie sehr arrogant und fies, obwohl er ihr das Leben rettete, weil Irina sie umbringen wollte. Also ich würde mich an Sydneys Stelle endlich mal bedanken und nicht so respektlos und arrogant Jack gegenüber sein. Sie will es immer fast allen recht machen und ich finde sie verliert dabei oft die Wahrheit und Realität aus den Augen, so dass sie doch mal einen Kompromiss eingehen müsste, wie eben mit der Wahrheit über den Mord an Irina. Mit der Wahrheit ist es sowieso so eine Sache, das müsste sie doch am besten wissen.

Wieder nichts als Lügen

Die Geburtstagsfeier von Weiss erinnerte mich stark an die erste und zweite Staffel von "Alias", als Sydney immer mit Francie und Will zusammen in ihrem Appartement war, mit ihnen herumalberte und ihnen immer und immer wieder weismachte, dass sie in einer Bank arbeitet. Denn dasselbe tut sie nun mit ihrem langjährigen Freund Eric Weiss - das ist fast schon Ironie pur.

Veränderungen

An Sloane als Chef des APO-Teams muss ich mich erst noch gewöhnen. Ist es nicht so, dass die Bösen die Bösen bleiben und sich nicht ändern? Ansonsten wäre es doch langweilig. Auf ihn falle ich nicht herein, auch wenn er sehr freundlich zu allen ist und so scheinheilig tut. Was mir allerdings bisher sehr gefällt an dieser Staffel, ist, dass Marcus Dixon kein Bürohengst mehr ist, sondern wieder mit auf Missionen geht - so wie in Staffel Eins und Zwei. Das hatte ich in der dritten sehr vermisst. Sein Charakter kommt mir auch gleich sympathischer und glaubwürdiger herüber. Ebenso ist Nadia eine große Bereichung für die Serie. Anscheinend verstehen sich Eric und sie verdammt gut. Sie würden auch ein gutes Paar abgeben. Dass Weiss sich in Nadia verguckt hat, war ja nicht zu übersehen. Ich fand es sehr charmant von Nadia, als sie zu ihm sagte, dass sie sein Lächeln mag und er nach diesem Kompliment ganz rot wurde - ich hoffe, die Beiden sieht man in den kommenden Episoden noch öfters zusammen.

"Jetzt halt den Mund!"

Wie schon am Anfang angekündigt, interessierte mich bei dieser Folge die Mission in Spanien nicht so richtig, aber ich möchte trotzdem kurz auf sie eingehen. Vaughns fast schon "zickiges" Verhalten Marshall gegenüber war ja kaum mehr mit anzusehen. Seine Laune ging mir echt auf die Nerven. Ich rechne es ihm hoch an, dass er sich Sorgen um seine Liebste macht, aber muss er dafür Marshall gleich so anmotzen? Was Marshall für seine Kollegen alles leistet, geht oft bei diesen unter und die nehmen es gar nicht so wahr, meiner Meinung nach. Darüber ärgere ich mich oft. Mehr Respekt und Würdigung ist echt mal angebracht. Aber das Interessante an der Mission war dann doch, dass sich schließlich Weiss von der CIA und Sydney von der APO gefesselt gegenüber sitzen, da beide aufgeflogen waren. Sydney bei Bishop und Weiss bei der Zerstörung des Frachthofes in Alameda. Ja und dann kommt wieder Vaughn ins Spiel, doch dieses Mal zeigt es ihm Marshall und geigt Vaughn seine Meinung, als dieser ihn wieder unter Druck setzt. Das fand ich so stark, aber gleichzeitig entschuldigt er sich wieder, was typisch Marshall ist.

Marshall: Ja, ich weiß selbst, was ich zu tun habe, aber jetzt halt den Mund!
(Schweigen)
Marshall: Hey, tut mir leid.
Vaughn: Nein, das war gut.

Als Eric Sydney gegenüber sitzt, wird ihm auch endlich klar, was er im Prinzip schon die ganze Zeit annahm. Die anderen arbeiten für eine andere Organisation und sind weiterhin als Agenten beschäftigt. Seine Reaktion und vor allem Fragen, nachdem sich Sydney und er befreien konnten, waren mal wieder typisch Weiss - einfach köstlich. Er bekam zwar keine Antwort, aber fühlte sich bestätigt.

Jack vs. Nadia

Jacks Test mit Nadia war auf eine Art fast schon tragisch und zugleich lustig, weil Nadia Jacks Fragen fast immer mit einer Gegenfrage beantwortete, bis sie nicht mehr konnte. Das Verhältnis Jack - Nadia wird sicher in den kommenden Episoden noch interessanter werden und ich bin echt gespannt darauf, wie es sich entwickelt. Ich mag beide, muss aber zugeben, dass sie mir beide leid tun. Das liegt eben an den Umständen. Nadia tut mir leid, weil sie ihre Mutter verlor, die sie nie kannte und sie unbedingt Rache will. Aber auch Jack, denn was hätte er denn tun sollen, um seine Tochter zu schützen? Und was ist Sydneys Dank? Ablehnung und null Verständnis! Doch dann widerrum tut es mir richtig weh, wie respektlos Jack Nadia gegenüber ist. Ich meine, was kann sie denn dafür, wenn Irina ihn satt hatte und mit Sloane schlief? Boah eh, manchmal… Doch ich hoffe, dass sie sich zusammenraufen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Tja und dann tut Jack plötzlich das, was ich nicht erwartet habe: er belastet einen "Unschuldigen", der Irina getötet haben soll. Hat er so endlich ein reines Gewissen Nadia gegenüber oder wie? Aber was soll's. Bringen wird es auch nichts! Durch diese furchtbare Lüge wird sich Nadia zwar erleichtert fühlen und sie hat endlich eine Antwort, aber was ist mit Sydney? Das Verhältnis zu ihrem Vater wird durch diese Lüge nicht besser werden, sondern ganz im Gegenteil und das alles hat sich Jack jetzt selber zu zuschreiben.

Sydney vs. Jack

Eigentlich wollte ja Sydney Bishop zur Strecke bringen, doch Nadia kam ihr zuvor und sie ist ganz in ihrem Element. Sie erschoss Bishop schon fast auf eine brutale Art, denn sie war in dem Glauben, er ist der Mörder ihrer Mutter. Sydney kann sich ihren beschämten und wütenden Blick ihrem Vater gegenüber nicht verkneifen, als sie den Grund für diese Exekution erfährt.

Sydney: Ist das dein normaler Umgang mit Verbrechern?
Nadia: Das war er, Bishop. Er hat unsere Mutter getötet.

Als Sydney ihren Vater bei der APO zur Rede stellt, sagt Jack etwas, was mich echt überzeugt und auch zum Nachdenken gebracht hat. Vielleicht verstehen das einige, manche nicht... Er hatte mit seiner Aussage im Prinzip Recht und Sydney müsste von allen doch am meisten wissen, dass es stimmt. Sie soll nur mal an Diane Dixon, Francie, Danny oder Will denken.

Jack: Manchmal, Sydney, kann eine befriedende Lüge einem mehr helfen als die furchtbare Wahrheit.

Jack tut mir am Ende der Folge sehr leid, da er einem von allen und allem ausgeschossen vorkommt und auch sehr einsam. Nur ein Gutes hatte die letzte Szene: Endlich ist das Team wieder vereint: Eric Weiss wurde bei der APO aufgenommen und Nadia hat den Test bestanden, wie es aussieht.

Fazit

Eine interessante Folge, in der mich vor allem Jacks Geschichte interessierte, die Missionen nicht, auch wenn sie typisch "Alias" waren. Es war eine gute und ansprechende Folge. Sydneys Charakter enttäuscht mich zur Zeit etwas. So viel Undankbarkeit hab ich ja noch nie gesehen. Wir wissen zwar, dass Jack kein Unschuldslamm ist, aber für seine Tochter tut er alles.

Was mir auffiel, die meisten duzen sich in der vierten Staffel. Auch Leute, die sich bis zur dritten Staffel noch gesiezt haben, das nur mal am Rande.

Dana Greve - myFanbase

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