Bewertung: 5

Review: #9.07 Desaparecido

Die "Akte X"-Episode #9.07 Desaparecido stellt eine gänzlich auf John Doggett zugeschnittene Folge dar. Dabei erfahren wir etwas über Doggetts Vergangenheit und seine generelle Stimmungslage. Doch bringt uns das wirklich weiter?

Doggetts Nirwana

Eines vorne weg: Der Fall der Woche in den mexikanischen Gefilden um Kartelle, Mafia, Gefängnisse oder den Mindfreak, der Menschen seine Erinnerungen raubt, zieht mich so gar nicht in seinen Bann. Der Fall mutet bei aller pseudo-inszenierten Spannung vorhersehbar und irgendwie lieblos an. Die Szenen, in denen das FBI um Skinner, Reyes, Scully und Kersh involviert sind, wirken künstlich konstruiert, was wohl den Grund hat, dass man für die genannten Darsteller eine Daseinsberechtigung innerhalb der Episode benötigte. Die Szenen in Mexiko machen weder Lust auf das Land, noch auf die dortigen Strukturen. Muss es auch nicht, denn im Fokus befinden sich Doggett und die Suche nach seiner Erinnerung.

Dabei erhalten wir einige Informationen zu seiner Vergangenheit. So war er z.B. glücklich verheiratet und voller Stolz, als ihm sein Sohn Luke zeigt, dass er das Fahrradfahren gelernt hat. Diese Familien- und Vater-Sohn-Momente geben Doggett die Kraft, die er braucht, um aus seinem Nirwana zu entkommen und in die Realität zurückzukehren - inklusive vollständig rehabilitierter Erinnerung. Der Dialog mit dem Mindfreak in den finalen Szenen zeigt auf, welche Motivation Doggett besitzt, um auch nach dem Tod seines Sohnes weiterzumachen. Denn Doggett lebt von allen seinen Erinnerungen, von den schlechten, aber auch von den guten und diese möchte er nicht missen. Und aus dem erfahrenen Leid schöpft er Kraft in Form von Wut und Trauer, um weiterhin für die gerechte Sache zu kämpfen.

An und für sich ist das ja verständlich und das Näherbringen des Charakters Doggett ist eine runde Sache. Aber mal ganz ehrlich: Inwieweit sind wir in Bezug auf Doggett nun wirklich schlauer als vorher? Was wurde uns aufgezeigt, was wir woher nicht wussten oder uns denken konnten? Und ist dafür, dass man eigens eine Episode nur rund um Doggett kreiert, nicht etwas wenig dabei herausgesprungen an Inhalt, Emotion oder Aha-Effekten? Ich überlasse es jedem selbst auf diese Fragen zu antworten. Mein persönliches Fazit fällt jedenfalls eher kritisch aus, da mir sich der Mehrwert dieser Folge nicht erschließt. Vielleicht soll diese Episode auch nur eine Übergangsepisode sein, die in einer finalen Doggett-Folge mündet, was dann wiederum nachvollziehbarer wäre. Nichtsdestotrotz werde ich diese Episode bei einem Re-Run gerne überspringen. Positiv waren wenn überhaupt die emotionalen Szenen zwischen Luke und John Doggett in dessen Erinnerungen.

Insider & Hintergründe

  • Der spanische titelgebende Begriff der Episode "Desaparecido" heißt so viel wie "Der Vermisste".
  • "John Doe" oder "Jane Doe" sind in den USA unbekannte Personen, die in Krankenhäusern oder Leichenhäusern ohne Identifizierung bzw. ohne Identität eingeliefert werden.
  • Michelle MacLaren führte in dieser Folge das erste Mal bei "Akte X" Regie.


  • Fazit

    Die "Akte X"-Episode #9.07 Desaparecido stellt eine gänzlich auf John Doggett zugeschnittene Folge dar. Dabei erfahren wir etwas über Doggetts Vergangenheit und seine generelle Stimmungslage. Doch wirklich weiter bringt uns diese Folge im Hinblick auf die Entschlüsselung des Charakters nicht. Von daher gibt es auch eine eher durchschnittliche Bewertung.

    Alexander L. - myFanbase

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