Bewertung: 5

Review: #4.12 Der Golem

Die Episode #4.12 Der Golem liefert bezüglich des Faktor X und des Liebesmotivs eine direkte Parallele zu "Supernaturals" #2.04 Spiel nicht mit toten Dingen. Allerdings handelt die Folge inhaltlich nicht von College-Studenten sondern von Juden und Neonazis, was in den 1990ern sicherlich populärer war, als es heutzutage noch ist.

Golem oder die Macht der Worte

Der Ausflug in den jüdischen Glauben und in die hebräischen Schriften bietet erneut Abwechslung im Bereich des Faktor X sowie der Mythen. Meiner Erinnerung nach werden wir in dieser Episode von "Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI" das erste Mal mit Golems oder hebräischer Mythologie konfrontiert. Die Aufarbeitung des Falls macht richtig Laune und die Auflösung, dass Ariel die Beschwörerin des Golems ist und nicht ihr Vater, war zwar nicht unvorhersehbar, aber durchaus gelungen. Letztendlich muss auch die trauernde Witwe Ariel erkennen, dass ein geistloser Körper ihren verstorbenen Mann niemals ersetzen werden wird. Das Stichwort im Rahmen des Lerneffekts heißt also in dieser Folge "loslassen lernen", auch wenn das leichter gesagt als getan ist.

Die Wortspielerei im Sinne der Beschwörung aus dem Hebräischen lehrt uns außerdem, wie groß die Macht des Wortes ist, egal, ob es gedacht, gesprochen oder geschrieben wird. An dieser Stelle dürfen wir uns hinterfragen, welche tiefere Bedeutung Wörter und Sätze besitzen, die wir tagein tagaus denken, sprechen oder schreiben.

Judengemeinde und propagandistische Neonazis

Die Judengemeinde in New York wird einem Copy-Shop-Betreiber sowie drei Jugendlichen gegenüber gestellt, die Neonazis sind. Dabei werden in fast allen Szenen durchgängig die Vorurteile beider Seiten offenbart: Die Neonazis machen die Juden mehr oder weniger für den Weltuntergang verantwortlich und die Juden selbst sehen im FBI und der Polizei nur Behörden, die ihrer Gemeinde Schaden zufügen wollen. Diese beiden Grundhaltungen spiegeln sich im gesamten Verlauf der Folge wider, auch in den Gesprächen zwischen Scully und Mulder. Im 21. Jahrhundert mag das Thema zwischen Neonazis und Juden nicht mehr ganz so aktuell sein. Wenn man sich jedoch die Entwicklung von Subkulturen, die Diskussion um die momentane Flüchtlingskrise oder das Erstarken der radikalen Ränder im weltweiten Parteienspektrum betrachtet, lassen sich da sicherlich Parallelen in der menschlichen Grundhaltung bzw. im menschlichen Verhalten festmachen. Trotz dieser hoch brisanten Parallelen, fesselt mich die Thematik in dieser Folge dahingehend nicht. Die Stereotypen bei der Darstellung der Judengemeinde oder auch die Nazifahne im Kopierraum des Copy-Shops sind mir persönlich dann doch etwas zu überspitzt. Dafür gibt es Abzüge.

Fazit

Die Episode #4.12 Der Golem handelt von einem Golem oder auch von der Macht der Worte in der Haupthandlung sowie von der Judengemeinde und von propagandistischen Neonazis innerhalb der politischen Nebenhandlung. Der Faktor X und der damit verbundene Abwechslungsreichtum sind gelungen, die politische Dimension gefällt mir hingegen nicht.

Alexander L. - myFanbase

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