Bewertung: 2

Review: #4.03 Blutschande

Nach einigen Episoden um den roten Faden und das spektakuläre Staffelfinale der dritten Staffel erhalten wir in "Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI" wieder einige "normale" Folgen. Wobei: Ist diese Folge normal? Nein, diese Folge ist anormal. Die Episode #4.03 Blutschande ist sogar hart an der Grenze des Zumutbaren.

Landidylle und die Angst vor Veränderung

Welch ein schöner Kontrast zwischen der malerischen Landschaft, der paradiesischen Gegend und der Landidylle auf der einen Seite und der Großstadtmoderne mit ihrer Kriminalität auf der anderen Seite. Ich denke, nicht nur Mulder könnte sich vorstellen im späteren Verlauf des Lebens in einer solchen Idylle heimisch zu werden. An dieser Stelle wird nochmals offenkundig, welch schöne Landschaften und zugleich antimoderne Regionen es in den USA gibt.

Sheriff Andy Taylor steht in dieser Folge übrigens als Platzhalter für die Menschen, die Angst vor Veränderung haben. Die Angst davor haben, dass ihr paradiesisches Dorf durch den Mordfall ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt und somit in der Moderne des 21. Jahrhunderts ankommt. Eine Angst, die nachvollziehbar ist und eine Angst, die wohl viele Menschen teilen. Nichtsdestotrotz gehören Veränderungen und vor allem Veränderungen von Gewohnheiten zum Leben dazu. Man kann sich nicht ewig von der Außenwelt abkoppeln. Denn trotz all dem paradiesisch anmutenden Ambiente gibt es auch in dem kleinen Dorf, in dem die Episode spielt, Schattenseiten. Schattenseiten, die, wenn man sie verdrängt, zwangsläufig nur noch heftiger zum Vorschein kommen müssen. Schattenseiten in Form einer Familie, die sich schon lange von der Außenwelt abgeschottet hat und dennoch eifrig für Nachwuchs sorgt.

Inzest

So ein bisschen erinnert mich #4.03 Blutschande an die Episode #1.15 Menschenjäger aus "Supernatural". In manchen Regionen, in denen einige Menschen immer noch leben wie vor der Industriellen Revolution, kann es sicherlich hier und da zu Inzestverbindungen kommen. Auf eine solch perverse Weise, wie das in dieser Folge gezeigt wird, habe ich es jedoch noch nicht gesehen. Meiner Meinung nach wird hier ein sehr extremes Beispiel gezeigt. Ich könnte jetzt über "Familienbande" bzw. über Gutes oder Schlechtes dahingehend philosophieren, belasse es aber dabei, es jedem selbst zu überlassen, die Episode zu schauen, um sich ein eigenes Urteil darüber zu bilden. Für mich ist an dieser Stelle eindeutig die Grenze des Zumutbaren erreicht. Ich hoffe in diesem Sinne zukünftig wieder mehr auf richtigen Faktor X. Statt Inzestfamilien sehe ich lieber Gespenster, Aliens oder den Raucher als Antagonisten.

Fazit

#4.03 Blutschande ist meiner Meinung nach eine anormale Folge. Sie grenzt hart am Zumutbaren und Geschmacklosen. Da tröstet auch die Landidylle und die gut dargestellte Angst vor Veränderung seitens des Sheriffs nicht darüber hinweg. Zukünftig erhoffe ich mir wieder den "Akte X" - typischen Faktor X.

Alexander L. - myFanbase

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Diskussion zu dieser Episode

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