Bewertung: 7

Review: #5.09 Kampf um die Weltherrschaft

Während Sookie und Hoyt gerade noch davor bewahrt werden, als Schweinefutter zu enden, und Terry eine aus dem Jenseits angeordnete Hinrichtung vollstreckt, bestätigt sich offiziell, dass Alcide wie 90% aller männlichen Fernsehfiguren einen Vaterkomplex hat.

Schweinkram

Die "Obamas" werden niedergerungen, was bitte nicht als prophetischer Fingerzeig in Richtung der nächsten Präsidentschaftswahlen zu verstehen ist. Als Anführerin der Hassgruppe entpuppt sich die etwas korpulente und nicht nur etwas fanatische Sweetie, die wir bereits in einer früheren Episode ganz kurz sehen konnten - als Bud Dearbornes Geliebte. Dass der ehemalige Sheriff von Bon Temps in die Attentate auf Übernatürliche verwickelt ist, hatte ich nicht erwartet, dabei war Andys vergeblicher Versuch, einen Rat von Bud bezüglich der Hassgruppe zu bekommen (#5.07), bereits ein Hinweis, den ich aber nicht als solchen interpretiert habe. Für mich war bei diesem Überraschungsauftritt zwei Folgen zuvor erst einmal nur bemerkenswert, dass eine ehemalige Autoritätsperson nicht zum weisen Ratgeber gemacht wurde, wie man es in vielen anderen Serien schon erlebt hat. Diese Beobachtung hat im Prinzip natürlich immer noch Bestand, nur dass es noch sehr viel schlimmer ist und Bud nicht nur keine Hilfe mehr für seine früheren Gefolgsleute darstellt, für die er ein Mentor und Vorbild war, sondern komplett die Seiten gewechselt hat.

Wie konnte Bud so tief sinken, dass er ein Video davon machen will, wie Sookie und Hoyt, die er beide seit ihrer Kindheit kennt, von Schweinen gefressen werden? Wie konnte es dazu kommen, dass er am Ende von seinem (bislang) viel weniger respektierten Nachfolger Andy erschossen werden muss? Ein paar Hinweise gibt es, denn es wird erwähnt, dass Bud an Darmkrebs erkrankt ist und eine glücklose Ehe geführt hat. So war er anfällig für den schädlichen Einfluss von Sweetie, die ihm ein erfülltes Sexleben beschert und ihn mit ihrem Hass angesteckt hat. Eine Erklärung ist natürlich nicht gleichbedeutend mit einer Entschuldigung, denn letztlich hat sich Bud als schwacher Charakter erwiesen. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Bedrohung durch die "Obamas" mag gestoppt sein, doch allein schon die Gewalt, die dabei auch von den Polizisten Andy und Jason sowie den Opfern Luna und Sam ausgeübt wurde, zeigt, dass es keine klare Grenze zwischen Richtig und Falsch mehr gibt und alle auf einem Pulverfass sitzen, an das die Vampire derzeit die Lunte legen.

Blutknappheit

Noch gibt sich die neue Vampirautorität nach außen hin wie die alte und spielt der Öffentlichkeit Entrüstung wegen der zerstörten True-Blood-Fabriken vor, was natürlich dazu dient, die Menschen so lange wie möglich in Sicherheit zu wiegen. Da die Vampire nun aber auf Geheiß der Autorität mehr und mehr vor aller Augen von Menschen trinken, dürfte es nun wirklich nicht mehr lange dauern, bis diese Fassade zusammenbricht. Vampirische Gemetzel wie das auf der Party in New Orleans dürften sich bald zigfach wiederholen und werden Wirkung zeigen. Es sei denn natürlich, Salome und Co. werden noch gestoppt, bevor es endgültig zu spät ist, aber ein sehr großer Schaden wurde durch die Zerstörung der True-Blood-Fabriken schon angerichtet. Den Mainstreamers geht die Nahrung aus. Und wer hatte noch mal die Idee, das synthetische Blut von der Speisekarte zu streichen? Richtig, Bill, dessen Verrat an Eric doch ziemlich klar macht, dass er sich für den Weg der neuen Autorität und den Glauben an Lilith entschieden hat. Der an sich und seine Gattung zweifelnde, melancholische Vampir Bill, den wir zu Beginn der Serie kennen und den Sookie lieben gelernt hat, ist einem überzeugten Sektenanhänger gewichen. Was muss passieren, damit er aus dieser Richtung wieder umkehrt?

Haustiere

J.D. bekommt die verdiente Lektion, dass er und sein Rudel für Russell nicht besser als Haustiere sind, die der Vampir kein bisschen achtet und mit denen er macht, was er will. Die Leidtragende ist aber wie befürchtet Emma, die Steves Schosshündchen werden soll. Damit haben Sam und Luna nach ihrem Sieg über die "Obamas" nun einen ungleich gefährlicheren Gegner zu bekämpfen. Alleine können sie Emma wohl nicht retten, dafür brauchen sie eine Menge Hilfe.

Alcide hat von diesen Problemen noch keine Ahnung, sondern stellt sich seinen familiären Komplexen. Sein Vater Jackson hat früher ein Rudel angeführt, ist aber nun eine verkrachte Existenz mit Alkohol - und Wettproblemen. Wie es zu seinem Niedergang kam, und welche Rolle Alcide dabei gespielt hat, werden wir womöglich in der nächsten Folge erfahren.

Beglichene Schuld

Terry würde sich gerne in einem fairen Zweikampf mit Patrick messen, doch dieser fürchtet, keine Chance zu haben, und versucht es auf anderem Wege. Am Ende behält Terry die Oberhand, weil er mit Arlene eine Frau an seiner Seite hat, die auch mal rabiat wird, wenn es um ihre Familie geht. Terry erschießt Patrick schließlich und der Fluch scheint gebrochen. Hoffentlich. Viel mehr sollte man aus dieser weitestgehend schwachen Nebenhandlung, die weder richtig spannend noch berührend war, nun nicht mehr rauspressen, obwohl es eigentlich kaum sein kann, dass dies alles spurlos an Terry und Arlene vorbeigegangen ist.

Maret Hosemann - myFanbase

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