Bewertung

Review: #2.08 Der Dekabrist (Nr. 12)

In der letzten Episode ist es schon angeklungen, jetzt ist es amtlich – die Geschichte um Berlin ist zu Ende erzählt. Einerseits schade, denn sie bot viel Spannung rund um den Charakter Raymond Reddington. Andererseits wurden mit dieser Episode neue, interessante Weichen gestellt, die sicher stellen sollen, dass es auch nach der langen Winterpause spannend weitergehen wird.

"And since you're playing the innocent victim in all this, let me remind you...You stole some very damaging information about us when you disappeared.."

Bis zur großartigen Auflösung gibt es jedoch erst einmal ein interessantes Katz und Maus-Spiel, um den wahren Mann zu finden, hinter der ganzen Sache um Berlin steckt. Und es ist am Ende ein alter Bekannter, der Berlin auf Reddington gehetzt hat: Alan Fitch. Zugegeben, ich war überrascht, den Namen zu hören und konnte mich zu dem Zeitpunkt auch nur schwer daran erinnern, wie er in Reddingtons Vergangenheit gepasst hat. Doch es ist eine durchaus sehr interessante Auflösung der Geschichte um Berlin, denn es ist eben nicht vorhersehbar gewesen.

Fitch hat Berlin also geschickt, in der Hoffnung, dass er Reddington für ihn erledigt und er so eine Gefahr für sich und seine Leute loswird. Die Gefahr, die Reddington für Fitch darstellt ist auch nach dieser Episode noch nicht greifbar, jedoch muss es etwas großes sein, dass Red in der Hand hat, wenn Fitch einen solch unglaublich weitgehenden Plan aushecken muss, um ihn los zu werden. Immerhin hat es Jahre gedauert, bis Berlin Reddington dingfest machen konnte. Was also ist es, das Red gegen Fitch und seine Gruppe in der Hand hat? Er sprach kurz vor seinem Tod von einem gewissen Flucrum, sowie einer Radikalisierung seiner Gruppe bis zum Jahr 2017, wenn er sie nicht stoppen konnte und von einem Safe, irgendwo in St. Petersburg, mit interessantem Material darin.

Die letzten paar Momente vor Fitchs grausamen Tod legen also den Grundstein für die weitere Geschichte von "The Blacklist". Wie zuvor auch haben wir kaum Informationen und Reddington weiß zwar die Kombination des Safes, jedoch nicht den genauen Standort. Es wird also eine mühsame Suche werden, die wahrscheinlich die gesamte zweite Staffelhälfte umfassen wird. Dennoch bin ich gespannt, was sich hier für interessante Entwicklungen ergeben.

"The Blacklist" wird einen etwas anderen Fokus legen, soviel ist jetzt bereits klar. Denn nicht nur die unmittelbare Bedrohung durch Berlin ist mit dieser Episode Geschichte, auch die Akte Tom Keen scheint vorerst geschlossen zu sein. Interessant in dem Zusammenhang ist nicht nur Liz' Geständnis gegenüber Reddington, dass sie ihn trotz der Lügen immer noch liebt, sondern die Tatsache, dass Keen irgendwie mit Reddington in Verbindung steht. Reddington hat also auch hier seine Finger im Spiel und es mag zwar sein, dass Tom einmal in Berlins Diensten stand, er steht jedoch auch auf Reddingtons Lohnliste, wenngleich nicht klar wird, welche Verbindung die beiden zueinander haben. Eindringlich macht Reddington Tom am Ende klar, dass er nie wieder zurückkehren kann und impliziert dadurch, dass auch von seiner Seite aus nicht alles nur ein simpler Auftrag gewesen ist. Ob und in welchen Umfang wir Ryan Eggold noch einmal zu Gesicht bekommen, kann man hier unmöglich abschätzen.

Tom hat gesehen, zu was Reddington fähig ist und wird den Teufel tun, sich Liz in nächster Zeit noch einmal zu zeigen. Die Frage, die sich jetzt jedoch stellt, ist, ob Liz es dabei belassen kann, dass er auf freien Fuß ist. Ressler, der zwischenzeitlich davon erfahren hat, dass Liz Toms Tod fingiert und ihn vier Monate lang in einem Schiff gefangen gehalten hat, wird ihr nicht in den Rücken fallen, da bin ich mir sicher. Er mag nicht gutheißen, was sie getan hat, aber er ist so loyal, dass er sie nicht an Cooper oder jemand anderen verraten wird, sonst hätte er das an Ort und Stelle im Post Office schon getan. Man muss also abwarten, ob mit dem Kapitel Berlin auch das Kapitel Tom Keen ein für alle Mal erledigt ist.

"You are never to see her again." "Yeah. I got it." "I don't think you do. Look at me. You are never to see her again."

Mich lässt die Episode mit gemischten Gefühlen zurück, denn obwohl sie eine wirklich spannende Auflösung um Berlin findet, so befürchte ich, dass man sich in nächster Zeit wieder vermehrt auf die Fälle der Woche konzentrieren wird und so ein wenig Geschwindigkeit aus der Serie genommen wird. Bislang waren die Fälle meist noch recht interessant, weil sie alle eine Verbindung zu Reddington hatten, doch jetzt, wo er eine weitere, persönliche Mission hat, wird er sich wieder nur an das FBI wenden, wenn er etwas von ihnen braucht und sie sich zwischenzeitlich vom Hals halten, indem er ihnen Leute auf seiner ominösen schwarzen Liste präsentiert, die sich dem Zuschauer noch immer nicht erschließt.

Das ist, glaube ich, auch der größte Schwachpunkt der Serie für mich im Moment. Die Liste hat überhaupt keine Struktur und Personen wie "The Decembrist" stehen anscheinend ganz oben auf der Liste, ohne dass Reddington zu wissen scheint, wer er überhaupt ist. Wie kann der Decembrist auf die Liste kommen, ohne dass Reddington von ihm gehört hat? Das ärgert mich ja schon ein wenig, denn die titelgebende Liste ist in den Hintergrund gerückt und längst nicht mehr im Fokus von Reddington oder dem FBI.

Was auch etwas ins Hintertreffen geraten ist, ist die ganze Geschichte um Liz und ihre Verbindung zu Reddington. Was genau er mit ihr vor hat, warum er genau sie ins Visier genommen hat und ob sie tatsächlich seine Tochter ist, das wird wahrscheinlich noch lange nicht aufgeklärt werden. Doch gerade daraus hat die Serie bislang auch immer eine gewisse Stärke gezogen. Dank des spannenden Falls um Berlin ist es nicht weiter aufgefallen, dass man sich hier kein bisschen bewegt hat, doch ich hoffe stark, dass die Thematik wieder angesprochen wird.

Fazit

Es war eine spannende und nicht wirklich vorhersehbare Auflösung einer Geschichte, die uns seit dem Ende der letzten Staffel beschäftigt hat. Was nun kommen wird, müssen die Zuschauer wohl abwarten. Ich hoffe, es geht so spannend weiter, wie bisher und man verheddert sich nicht allzu sehr in langweiligen case-of-the-week Inszenierungen.

Melanie Wolff - myFanbase

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