Bewertung

Review: #2.07 Der Krummsäbel (Nr. 22)

Allmählich verdichten sich die Erzählstränge und wir steuern auf ein großes Ereignis zu, das bereits in dieser Episode seine Schatten voraus wirft. Man konzentriert sich kurz vor dem Herbstfinale auf die einzelnen Charaktere, legt etliche interessante Grundsteine und kann mit einem Fall der Woche aufwarten, der uns endlich Samar Navabi und ihre Motivation ein wenig näher bringt.

"If you think your beloved brother was just another faceless young man in that crowd... you know nothing."

Viel wissen wir über den Neuzugang noch nicht. Sie ist israelische Agentin. war lange Zeit auf der Suche nach Raymond Reddington und hat noch immer an dem Tod ihres Bruders zu knabbenr, der bei einem Anschlag ums Leben kam. Reddington gibt vor, zu wissen, wer hinter dem Anschlag steckt und liefert diesen, bekannt unter dem Namen "Scimitar", schließlich an die Mossad-Agentin aus.

Es ist nichts Neues, dass Reddington dem FBI Fälle präsentiert, die ihm selbst nützlich sind. Dieses Mal initiiert Navabi jedoch den Fall der Woche, indem sie in Dubai einen hohen iranischen Wissenschaftler liquidiert, woraufhin das Land Vergeltung geschworen hat und man plant, entsprechende hochrangige Amerikanische zu töten. Klingt alles ein wenig verzwickt und ich frage ich tatsächlich, wie Navabi es fertig bringt, an zwei Fronten gleichzeitig zu agieren. Einerseits arbeitet sie in der Task Force des FBI, andererseits fliegt sie mal eben nach Dubai und wirft einen Mann aus dem 12. Stock. Da fragt man sich schon, wie sie das zeitlich überhaupt hinbekommt und natürlich auch, wo ihre Prioritäten im Ernstfall liegen. Sie gehört noch immer dem Mossad an, also was zum Teufel macht sie in den Staaten bei der Task Force um Reddington?

Navabi bleibt auch weiterhin sehr undurchsichtig, was allerdings nicht verkehrt ist. Es stellt sich einfach nur die Frage, welche Funktion sie im Team überhaupt einnimmt und was ihr großes Ziel werden soll. Nun hat sie den Mann hingerichtet, der ihren Bruder auf dem Gewissen hat, gleichzeitig hat sie allerdings erfahren, dass mehr hinter seinem Tod steckt als sie glaubt. Natürlich erfahren wir nicht, ob sie aus dem Scimitar noch die ein oder andere Information herausgepresst hat, oder ob sie ihn einfach hingerichtet hat.

In den Fall um den Scimitar werden auch Liz und Ressler involviert, die jedoch weniger durch Ermittlungserfolge als vielmehr dadurch, dass sie mal wieder während in eine missliche Lage geraten, weil sie nur zu zweit losdüsen, um einen Fall zu lösen. Ich frage ich, warum in amerikanischen TV-Serien das FBI stets maximal zu zweit einen Tatort betritt und so dem meist wesentlich besser organisierten Verbrechern in die Falle gehen. Es kann doch nicht sein, dass niemand auch nur ansatzweise mitbekommt, wohin sie unterwegs sind und auch nicht in Kontakt mit ihnen stehen, sondern sich nur wundern, wenn sie sich nach einer Stunde nicht melden. Gerade wenn man mit potentiellen Superverbrechern wie dem Scimitar zu tun hat, sollte man doch etwas strukturierter agieren.

Auch wenn man mal wieder mit den Augen rollen könnte, ist die Situation um das falsche Krankenhaus durchaus spannend inszeniert und gibt Liz mal wieder Gelegenheit, zu zeigen, welch taffe Frau sie doch ist. Quasi im Alleingang entledigt sie sich mehrerer Waffen und schafft es gleichzeitig auch noch Ressler davor bewahrt, draufzugehen. Ressler hat es in den letzten Episoden wahrlich nicht leicht. Die Schmerzmittelsucht hat ihn fest im Griff und das weiß er auch, doch noch immer ist er nicht bereit, sich Hilfe zu suchen, auch wenn Liz ihm dies mehrfach anbietet. Wenigstens schüttet er am Ende der Episode seine letzten Pillen in den Abfluss. Ob er damit tatsächlich einen Schlussstrich unter seine Sucht ziehen kann, werden die nächsten Episoden zeigen.

"You're gonna do whatever the hell you're gonna do. You always have. Just do me a favor. Look me in the eyes when you do it."

Während sich das FBI mit dem Fall um den Scimitar beschäftigt, agiert Liz noch an einer ganz anderen Front. Bereits in der letzten Episode wurde ja enthüllt, dass Liz ihren Ex Tom Keen in einem Verlies gefangen hält und nun erfahren wir auch, warum sie ihn gefangen hält – sie erhofft sich, durch Tom endlich Berlin dingfest machen zu können. Dazu hält sie Tom an einer ganz schön kurzen Leine und lässt ihn im Bauch eines alten Schiffes vor sich hin vegetieren, bis er ihr brauchbare Informationen liefert.

Tatsächlich gelingt es ihr, dass Tom ihr den Namen einer Person gibt, die sie schließlich zu Berlin führt. Die Gespräche zwischen den beiden sind sehr intensiv und man spürt noch immer die Wut in Liz, dass Tom es geschafft hatte, sie all die Jahre hinters Licht zu führen und ihr gegenüber den liebenden und aufopferungsvollen Ehemann zu spielen. Sie genießt die neue Macht, die sie über ihn hat, weiß jedoch auch, dass sie sich selbst in eine unmögliche Lage gebracht hat, indem sie ihn versteckt hält. Sollte es herauskommen, was sie getan hat, droht sie ihren Job zu verlieren, da sie immerhin einen Mann beherbergt, der eigentlich für das FBI interessant wäre.

Tom versucht immer wieder sie zu verunsichern, doch noch gibt sich Liz kühl und unnahbar. Wenn es am Ende hart auf hart kommt und es ihr tatsächlich gelingen sollte, Berlin zu töten, dann stellt sich die Frage, wie Liz mit Tom verfahren wird. Wird sie ihn töten? Laufen lassen? Ich bin gespannt, was hier passiert.

Da Liz nicht riskieren kann, dass ihr Informant auffliegt, schickt sie Reddington schließlich zu einem Treffen mit Berlin, in der Hoffnung, Reddington entledigt sich Berlins. Der denkt jedoch gar nicht daran, sondern hat vielmehr das Interesse, die Fehde mit ihm endlich zu beenden. Dazu präsentiert er Berlin am Ende seine angebliche Tochter, die alles andere als tot ist. Die Tochter ist dabei niemand anderes als die Frau, mit der sich Reddington die Episoden zuvor getroffen hat. Geschickt wurde ja angedeutet, dass es sich bei ihr in Wirklichkeit um Reddingtons Tochter handeln könnte. Dass die zarten Annäherungsversuche nur Teil eines Plans waren, überraschen am Ende nicht wirklich, denn es wäre doch wirklich zu einfach gewesen, wenn er die Frage nach Reddingtons Tochter hiermit wirklich geklärt gewesen wäre. So bleibt weiterhin die Möglichkeit, dass Liz es ist.

Fazit

Eine spannende Episode, die vielleicht nicht in jedem kleinen Detail hundertprozentig überzeugen kann, aber dafür interessante Weichen für die kommende Folgen stellt. Es werden einige Konflikte gesät und die Problematik um Berlin erhält mit dem Auftauchen der vermeintlichen Tochter eine neue Brisanz, so dass die nächste Folge gar nicht schnell genug kommen kann.

Melanie Wolff - myFanbase

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