Bewertung: 7

Review: #4.18 Philomena (Nr. 61)

Nach der fulminanten letzten Episode schaltet man bei "The Blacklist" erst einmal einen Gang zurück. Das Momentum, das rund um die erste Konfrontation zwischen Mr. Kaplan und Raymond Reddington aufgebaut wurde, kann nicht ganz mit hinüber genommen werden in den Auftakt dieses Krieges zweier ehemaliger Verbündeter, aber dennoch gibt es ein paar kleine Impulse, die durchaus Lust auf mehr machen.

"Finding out truths about who you are is never easy."

Anders als erwartet übergibt Kaplan die Leichen in der Eishalle tatsächlich sofort den Behörden und bringt damit nicht etwa Red in Bedrängnis, sondern in erster Linie die Task Force, die mit ihm zusammenarbeitet. Diese arbeitet zwar mit Genehmigung der Regierung, jedoch scheint außerhalb eines elitären, kleinen Kreises niemand von der Zusammenarbeit zwischen einem der meistgesuchten Männer Amerikas mit den Behörden zu wissen.

Der Konflikt, der ein wenig angedeutet wird, mit Ressler und seinem ehemaligen Kollegen, ist jedoch nur halb so interessant, wie hier suggeriert wird. Klar, Ressler ist wahrscheinlich derjenige, in der Task Force, der am meisten schlucken musste zu Beginn, da er einst selbst einer Task Force angehörte, die Reddington aufspüren und dingfest machen sollte. Wenn man seinem Freund und Kollegen glauben will, dann hat er das sogar sehr inbrünstig getan und mit viel Eifer. Nun hat er sich mit seinem Job arrangiert und natürlich wirkt es auf viele Außenstehende eigenartig, dass ein engagierter Mann dann, wenn es plötzlich neue Beweise gibt, sehr reserviert auftritt. Aber was soll Ressler tun. Einweihen kann er seinen Kumpel nicht, er kann ihm jedoch auch nicht dabei helfen, Reddington dingfest zu machen. Also ermittelt er ein bisschen mit, klopft den ein oder anderen Spruch und sorgt am Ende dafür, dass eine heiße Spur sich irgendwo verliert. Eine andere Wahl hat er auch gar nicht, denn das, was Red dem FBI über die letzten drei / vier Jahre geboten hat, wiegt wohl immer noch mehr als seine eigenen Taten.

Auch wenn die Übergabe der Leichen nicht unbedingt das erwünschte Endergebnis für Kaplan gebracht haben wird, so hat sie Red doch das Leben schwerer gemacht. Doch damit nicht genug. Sie will ihn nicht einfach aus dem Verkehr ziehen, sie will ihm ein für alle Mal das Handwerk legen und das gelingt ihr im Moment recht gut. Zum einen kommt sie an viele Partner von Red heran, die eine essentielle Rolle in seinem Imperium einnehmen. Zum anderen schafft sie es auch, Zwietracht unter denen zu säen, die vorgeben, ihm gegenüber loyal zu sein.

Am Beispiel Marvin Gerard wird dies eigentlich ganz deutlich. Kaplan kann ihn ausfindig machen und versucht ihn dazu zu bewegen, Red in den Rücken zu fallen. Als er das nicht tut, macht sie ihm klar, dass Red niemand ist, dem man die Treue halten sollte. Immerhin hat Red ihn einen Tag vor seiner Bewährung aus dem Gefängnis geholt und hat seine neu aufkeimende Beziehung auf dem Gewissen. Marvin ist also nicht verheiratet und ein freier Mann, sondern versteckt sich einsam und alleine vor den Behörden, immer auf Abruf für Red. Natürlich gibt Marvin dies zu denken, doch er hat nicht lange etwas davon, denn Kaplan übergibt ihn den Behörden. Es wird nicht lange dauern, bis es sich unter Reds Partnern herumspricht, was Kaplan tut und es wird spannend sein zu sehen, wer ihm am Ende die Treue hält und wer ihn letztendlich fallen lässt.

Randnotizen

  • Ein sehr spannender Moment war für mich persönlich der Moment, als Red und Dembe im Krankenhaus aufeinander getroffen sind. Red hat sich aufrichtig dafür entschuldigt, dass er Dembe tatsächlich verdächtigt hat, ihn vergiften zu wollen und macht ihm klar, wie viel ihm an seiner Freundschaft liegt. Dennoch gibt er ihm angesichts des Krieges, der sich mit Kaplan abzeichnet, aus seinem Dienst frei. Er schenkt ihm ein mysteriöses Paket, welches er erst öffnen soll, wenn er sich entschieden hat, ihm den Rücken zu kehren, was Dembe jedoch beteuert, nicht zu tun. Es ist das erste Mal, dass man bemerkt, dass die Sache Red im Moment sehr zusetzt.
  • Der größte Nerv-Faktor hatte mal wieder das Liebesdreieck rund um Samar und Aram. Die beiden sind einfach nie zur selben Zeit auf der selben Seite. Samar ist tief beleidigt, dass Aram wieder mit seiner Ex zusammen ist, die ihn so hinters Licht geführt hat, dass sie sogar ein Stipendium für irgendeine Stelle ausschlägt, nur weil er sie dafür vorgeschlagen und ein gutes Wort für sie eingelegt hat. Das ist der reinste Kindergarten zwischen den beiden und Samar geht mir mit ihrem eifersüchtigen Getue wirklich sehr stark auf die Nerven. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn dieses Hin und Her zwischen den beiden endlich beendet wird, wie auch immer.


Fazit

Es ist eine solide Folge, die nach dem phänomenalen Ereignissen der letzten Woche ein wenig auf die Bremse drückt, aber dennoch spannend genug bleibt, so dass man gerne wissen möchte, wie es wietergeht.

Melanie Wolff - myFanbase


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