Young Rock - Review des Piloten

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Fiktion hin oder her, auch das reale Leben kann Geschichten schreiben, die kein Autor der Welt besser erfinden könnte. Das hat sich wohl auch Dwayne 'The Rock' Johnson gedacht, auf dessen Erlebnissen als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener nun die Comedyserie "Young Rock" bei NBC basiert. An The Rock hat in den letzten Jahren kein Weg vorbeigeführt, wenn man an Hollywoodstars schlechthin denkt. Nach einer sehr erfolgreichen Karriere als Wrestler hat es ihn zur Schauspielerei verleitet, wo er inzwischen in Blockbustern wie mehreren "Fast & Furious"-Filmen, "Baywatch", "Jumanji" und auch der TV-Serie "Ballers" zu sehen war. Kein Wunder also, dass man ausgerechnet sein Leben als Vorlage für eine TV-Serie nimmt, dennoch ruft das auch eine gewisse Skepsis in mir wach, zumal er selbst als Produzent und Darsteller beteiligt ist. Ob das eine halbwegs objektive Betrachtung zulässt oder doch pure Eigenwerbung ist? Hier ist mein Eindruck nach dem ausgestrahlten Pilot.

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Da die Serie mit einem Blick in die Zukunft beginnt, möchte ich gerne auch mit diesem Teil meiner Bewertung beginnen, der sich auch gleich als problematisch herausstellt. Dort ist Dwayne Johnson auf Werbetour, weil er 2032 US-Präsident werden will und nun der Bevölkerung zeigen will, dass er einer der ihren ist. Er ist zu Gast bei Randall Park, bekannt aus Serien wie "Fresh Off the Boat" und ganz aktuell "WandaVision", der sich demnach ebenfalls selbst darstellt, und plaudert aus seinem Leben. Also wenn das nicht Eigenwerbung und Selbstbeweihräucherung ist, dann weiß ich es auch nicht. Natürlich muss man als Fokus einer Serie das Selbstbewusstsein haben, dass man ein Leben führt, dass es wert ist, erzählt zu werden, aber das übersteigt das Ganze noch, durch pure Arroganz. Das wäre vielleicht nicht so extrem aufgefallen, wenn auf eine Präsidentschaftskandidatur als Aufhänger verzichtet worden wäre. Aber in einem Land, das gerade vier schwierige Jahre hinter sich hat und gespaltener denn je ist, ist es da wirklich die richtige Botschaft, einen ähnlich selbstverliebten Dwayne Johnson als Kandidaten ins Spiel zu bringen? Denn mit einem Augenzwinkern ist das ganz sicher nicht gemeint. Daher fand ich es umso herrlicher, dass Park als Interviewpartner auch eine gewisse Ironie ins Gespräch reingebracht und Johnson damit leicht an die Wand gespielt hat, aber ich befürchte, dass das nicht vorrangig hängen bleiben wird.

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Johnson erzählt aus seinem Leben auf drei Zeitachsen und die dort dargestellten Einblicke in sein vorheriges Leben funktionieren tatsächlich deutlich besser. Das war im Grunde auch meine Hoffnung für "Young Rock". Zwar bin ich nicht im Geringsten ein Fan von seinen schauspielerischen Qualitäten, aber er hat dennoch ein vielseitiges Leben hinter sich und es wurde stets deutlich, wie viel Liebe er für seine Familie empfindet. Und mit einer guten Mischung aus Humor und Emotionalität kann man mich immer packen. Dementsprechend waren auch die drei kleineren Episoden wirklich gut, weil sie genau diese Mischung dargeboten haben. Zudem ist mit Adrian Groulx, Bradley Constant und Uli Latukefu wirklich hervorragend für die unterschiedlichen Altersstufen gecastet worden, da sie gewisse oberflächliche Eindrücke von Johnson so wiedergeben, wie man es sich im Vorfeld gedacht hätte. Zudem sind die verschiedenen Zeitperspektiven atmosphärisch und thematisch sehr unterschiedlich, was man besonders daran sieht, dass Dwayne seinen Vater (Joseph Lee Anderson) als 10-Jähriger regelrecht vergöttert, während diese naive Liebe als junger Erwachsener definitiv abgeflacht ist. Da merkt man deutlich, dass hier noch genug zu erzählen ist.

Zwar habe ich zuvor angesprochen, dass die unterschiedlichen Thematiken der drei Zeitebenen einen Reiz haben, andererseits hätte man es auch mehr wie "This Is Us" halten und den Zeitebenen einen roten Faden geben können. Dann können die einzelnen kleinen Episoden dennoch auf eigenen Beinen stehen. Doch so wirken die gewählten inhaltlichen Schwerpunkte völlig willkürlich, außer natürlich, dass sie die Aufgabe haben zu zeigen, wie sehr Johnson doch einer von ihnen ist. Aber dadurch, dass mit Park ein Interviewpartner in der Zukunft gegeben ist, hätte man einen roten Faden problemlos herstellen können. Das erscheint mir technisch doch etwas schwach.

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Fazit

Wenn "Young Rock" in die Vergangenheit eintaucht, dann hat diese Serie definitiv etwas zu erzählen, denn der Lebensweg von Dwayne Johnson hat aufgrund seiner Herkunft und der unterschiedlichen Wege, die er eingeschlagen hat, genug zu bieten. Zudem stimmt dabei die Mischung aus Humor und Emotionalität. Ein absolutes No-Go ist aber der Blick in die Zukunft mit der Präsidentschaftskandidatur, denn das wirkt in den politisch arg gebeutelten USA schlicht fehl am Platz. Zudem ist die Gönnerhaftigkeit, wie Johnson auf sein Leben zurückblickt, viel zu arrogant. Schade drum, denn sein Leben hätte ohne die selbstverliebte Perspektive definitiv auch zur Unterhaltung beitragen können. So aber nicht.

"Young Rock" ansehen:

Lena Donth - myFanbase

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