The I-Land - Review

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Über die neue Mysteryserie "The I-Land" von Netflix ist im Vorfeld der Veröffentlichung gar nicht so viel publik geworden. Neben einer kurzen Synopsis und einem Trailer, der vor allem "Lost" 2.0 versprach, hat da insbesondere der Cast aufhorchen lassen, da man mit Kate Bosworth, Alex Pettyfer und Bruce McGill gleich drei Schauspieler verpflichten konnte, die schon in zahlreichen Hollywood-Produktionen mitgespielt haben. Nur hat leider zuletzt schon eine andere Netflix-Produktion, "Another Life", bewiesen, dass große Namen (Katee Sackhoff) noch lange keine Qualität garantieren. Welches Urteil kann man nun also über "The I-Land" fällen?

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Nach der ersten Episode dieser siebenteiligen Miniserie war ich doch etwas geschockt, weil ich nicht gedacht hätte, dass die Serie so schlecht sein könnte. Nachdem die Grundprämisse der Serie, dass 10 Menschen ohne Gedächtnis auf einer einsamen Insel erwachen, dargelegt wurde, passiert gefühlt nichts, was dieser Serie ein eigenes Profil gibt. Wenn sich alle Charaktere sogleich anfauchen und sich alles missgönnen und wenn dann Chase (Natalie Martinez) und Brody (Pettyfer) nichts Besseres zu tun haben, als direkt miteinander zu flirten, obwohl es möglicherweise um Leben und Tod geht, dann kann man mit dem Augenrollen nicht mehr aufhören. Zudem zeigt sich schnell, dass die Gewichtung der Serie nicht richtig stimmt. Während es in drei viertel der Episode nur gähnende Langeweile gibt, müssen dann wiederum schnell mal eine beinahe Vergewaltigung und eine Haiattacke eingebaut werden. Nach dieser ziemlich frustrierenden Episode habe ich mich selbst skeptisch hinterfragt, warum ich diese Serie dennoch weiterschauen will. Ich konnte einfach nicht glauben, dass sich Bosworth für so etwas hergibt!

Foto: The I-Land - Copyright: Netflix, Inc.
The I-Land
© Netflix, Inc.

Also habe ich weitergeschaut. Es ist zwar etwas besser geworden, aber qualitativ immer noch auf dem untersten Ende einer Skala einzuordnen. Relativ schnell hat sich irgendwann der Gedanke aufgedrängt, dass die zehn Hauptfiguren möglicherweise alles Verbrecher sind, da die stetig schwelende Aggression und einige Charakterhandlungen schon ein sehr starker Fingerzeig waren. Diese Vermutung bestätigt sich, als eine Hauptfigur ihr frühes Ende findet und Chase in einem modernen Hochsicherheitsgefängnis erwacht und verstehen muss, dass sie und die anderen Teil einer Simulation sind, die überprüfen will, ob sich zum Tode Verurteilte rehabilitieren können. Diese Grundidee finde ich aufgrund ihrer psychologischen Komponente im Prinzip sogar sehr interessant, aber wie das Ganze umgesetzt wird, ist einfach nur schlecht. Gerade die beiden Episoden, die außerhalb der Insel spielen, sind pure Zeitverschwendung, da die überaus reizbare Chase (auf Dauer kaum zu ertragen!) und der Gefängniswärter Warden (McGill) sich ein Machtduell nach dem anderen liefern, ohne das klar wird, warum eigentlich.

Als sich das Geschehen wieder auf die Insel verlagert, wird das Erzähltempo zum Glück angezogen, aber eigentlich geht es von nun an nur noch darum aufzudecken, für welche Verbrechen die zehn Personen denn die Todesstrafe erhalten haben. Dies wird in Flashbacks ergründet, die aber teilweise etwas motivationslos aneinandergereiht werden, so dass von einem Erzählfluss keine Rede mehr sein kann. Hier zeigt sich nun auch endlich Bosworths schauspielerische Klasse, deren Figur K.C. durch ihren Mann häusliche Gewalt erlebt hat und sich rächt. In diesen Rückblenden merkt man doch überdeutlich, dass sie den Rest eigentlich vom Talent her locker in der Tasche hat, aber es ist unverständlich, dass sie sich ansonsten für die paar guten Szenen einer insgesamt schrottigen Produktion hergegeben hat.

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Der Showdown der Serie wiederum verdient diesen Namen gar nicht, da in einer quälend langsamen Tortur noch einmal ergründet wird, was der ganze Quatsch nun sollte. Ich sage bewusst Quatsch, denn ein logisches Bild ergibt sich dabei überhaupt nicht. Es hat noch die ein oder andere Überraschung gegeben, aber was genau die Serie nun aussagen wollte, bleibt wohl immer ein Geheimnis der Serienmacher.

Fazit

"The I-Land" ist qualitativ für die Mülltonne und eine absolute Zeitverschwendung, die sich neben mir niemand antun sollte. Nach einem bereits wirklich erschreckenden Piloten ergeben sich weiterhin gähnende Langeweile, Ungereimtheiten und ein fehlendes Konzept für diese Serie. Hier bleibt nur zu hoffen, dass Miniserie auch wirklich Miniserie bleibt.

Lena Donth - myFanbase

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