Soundtrack - Review des Piloten

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Foto: Jenna Dewan, Soundtrack - Copyright: Parrish Lewis/Netflix
Jenna Dewan, Soundtrack
© Parrish Lewis/Netflix

Im Juli 2018 wurde bekannt, dass der Streamingdienst Netflix die Serie "Soundtrack", damals noch unter dem Titel "Mixtape" in Auftrag gegeben hat. Dafür wurde Jenna Dewan, mittlerweile Exfrau von Channing Tatum, verpflichtet. Für mich stand definitiv fest, dass ich einen Blick in das Format werfen wollte. Nicht wegen Jenna, sondern vielmehr wegen des Inhalts und der Tatsache, dass darin Musik vorkommen würde. Darauf freute ich mich sehr, da zu Musik meistens auch getanzt wird und Jenna eine ausgebildete Tänzerin ist. Somit hatte ich schon eine gewisse Vorstellung bzw. Erwartung an die Serie. Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass man diese Serie kurz vor Weihnachten 2019 veröffentlichen würde. Ob sie mich dennoch packen und überzeugen konnte, erfahrt hier in dieser Review.

Nellie

Im Mittelpunkt stehen Künstlerin Nellie (Callie Henandez) und Sam (Paul James), Witwer und alleinerziehender Vater von Barry (Isaiah Givens). Sehr gut hat mir gefallen, dass man vor dem eigentlichen Geschehen in der Episode von Sam eine kurze Einführung bekommen und darin die Kernaussage der Serie erläutert bekommen hat: Every Song is a love song. Und was ist am Wichtigsten im Leben? Liebe! Egal in welcher Form. Ich muss allerdings sagen, dass ich nach dieser Einführung von Sam doch etwas anderes von der Serie erwartet habe, aber dennoch zufrieden mit dem Endergebnis bin.

Nellie ist zwar mit Musiker Levi seit vier Jahren zusammen, allerdings ist dieser alles andere als erfolgreich zumindest so lange, bis er mit seiner Band im Radio gespielt wird und das offenbar sein Durchbruch ist. Das ist definitiv ein Grund zum Feiern, zumal die beiden sogar Jahrestag haben und Levi seine Freundin in ein Restaurant eingeladen hat. Doch anders als von ihr und ihren Freunden erhofft, gibt es keinen Heiratsantrag von Levi, sondern er schlägt eine Trennung vor, damit sich die beiden entfalten können. Zugegeben war ich tatsächlich geschockt, denn auch ich habe gedacht, dass es zu einem Antrag kommt. Kein Wunder also, dass Nellie verletzt ist, hat sie sich doch schon eine rosige Zukunft mit Levi ausgemalt. Außer ihrem Vater, um den sie sich kümmert und etwas finanziell unterstützt, hat sie sonst niemanden. Ehrlich gesagt war ich ein bisschen enttäuscht. Nellie ist zwar eine Sympathieträgerin, aber ihre Storyline wirkt auf mich eher so, als wüsste man nicht genau, was man mit ihr anfangen sollte. Wobei das auch nicht so ganz stimmt. Immerhin erfahren wir, dass sie nur noch Kontakt zu ihrem Vater hat und jedes kleine bisschen, das mit ihrer Mutter in Verbindung steht, zu meiden scheint. Das Ganze geht sogar soweit, dass Nellie ihren Namen geändert hat. Genau an dem Punkt musste ich dann doch zugeben, dass Nellie vielleicht doch nicht ganz so uninteressant ist. Denn welche Tochter hat so ein schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter, dass sie sogar ihren Namen ändert? Richtig, gute Frage, die unbedingt eine Antwort braucht. Natürlich bekommen wir diese nicht in dieser ersten Episode, was aber nicht schlimm ist, da die letzte Szene mit Nellie einen sehr viel gewaltigeren Spannungseffekt hat, der ohne Weiteres zum Weitergucken animiert.

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Sam

Die erste Episode von "Soundtrack" bietet uns gleich zwei Storylines. Bei Sam handelt es sich (wie bereits erwähnt) um einen Witwer und alleinerziehenden Vater. Ich muss zugeben, dass mir diese Tatsache bereits ein Stich ins Herz versetzt hat. Einerseits weil Sam noch nicht so alt wirkt, als dass man ihn mit einem Witwer in Verbindung bringen würde und andererseits dass er damit auch noch einen Sohn hat, bedeutet traurigerweise auch, dass der kleine Barry keine Mutter mehr hat. Das alleine zog mich schon in den Bann, denn ich wollte erfahren, wie es mit den beiden Jungs weitergeht.

So herzergreifend diese Storyline angefangen hat, so wird sie von den Machern auch weitergeführt. Da Sam nun alleine für seinen Sohn sorgen muss, braucht er auch etwas Unterstützung, zumal er drei Jobs hat, um sich und Barry durchbringen zu können. Daher fand ich die Entscheidung, dass er zu seiner Familie zieht, vollkommen logisch. So bekommt er Hilfe und ist nicht alleine. Allerdings ist auch dieser Umstand nicht allzu einfach. Zum einen ist da Sams Cousin Dante (Jahmil French), der gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen wurde, dann aber immer noch Kontakt zu seinen Kumpels hat und auch sonst nicht der zuverlässige Typ ist. Zum anderen ist da noch Sams Schwiegermutter (Madeleine Stowe). Diese scheint zwar auf den ersten Blick nett zu sein, doch irgendwie kam bei mir das Gefühl auf, dass sie Sam die Erziehung von Barry nicht zutraut und ihren Enkel deshalb bei sich aufnehmen will, obwohl sie selbst als Schauspielerin mehr ab- als anwesend ist.

Leider kann sich Sam auch nicht auf seinen Cousin verlassen, der es nicht fertig bringt, Barry wie vereinbart von der Schule abzuholen und dabei nicht mal um eine Ausrede verlegen ist. Umso trauriger ist dann auch noch die Tatsache, dass Sam seinen Job verliert, weil ihm falsche Informationen gegeben worden sind und ihm dann auch noch das Jugendamt einen Besuch abstattet. All das könnte eigentlich dafür sorgen, dass Sam einem unglaublich leid tut. In gewisser Weise ist das auch so und dennoch hat man bei Sam das Gefühl, dass sich alles zum Guten wenden wird und hier kommt Dewans Charakter ins Spiel. Joanna ist nicht nur die Frau vom Jugendamt, sie ist Sam auch bereits schon einmal begegnet, da sie ein Fahrgast in seinem Uber gewesen ist. Schon bei diesem kurzen Szenario bemerkte man die tolle Chemie der beiden, so dass man sich heimlich dabei erwischt, sich zu wünschen, die beiden mögen ein Paar werden. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass Sam noch immer um seine verstorbene Frau trauert und wir als Zuschauer in dieser ersten Episode erfahren haben, wie er sie kennen gelernt hat. Zugegeben, mit dieser Enthüllung habe ich wirklich nicht gerechnet und das, obwohl man eigentlich ganz leicht darauf kommen kann, um wen es sich bei Sams verstorbener Frau handelt, da die beiden Storylines dieser Episode zusammengeführt werden müssen, damit sie ein Gesamtbild ergeben und man als Zuschauer gerührt zurück bleibt.

Fazit

Die erste Episode von "Soundtrack" kann vor allem durch Sams Storyline und der Schlussszene überzeugen. Die Erzählweise der Serie erinnert dabei stark an diejenige von NBCs Hitserie "This Is Us" - erzählt wird in der Gegenwart und Vergangenheit, was aber nicht allzu schlimm ist, da beide Formate damit mitten ins Herz treffen. Ein bisschen kurz kommt dabei aber Jennas Figur, die zwar mit Sam und Nellie in Verbindung steht, jetzt aber erst einmal eher als Randfigur agieren darf. "Soundtrack" würde in meinen Augen auch sehr gut ohne die gesanglichen und tänzerischen Einlagen funktionieren, da diese doch manchmal etwas falsch platziert wirken. Dennoch kann die Serie einen guten Start hinlegen, der dazu beigetragen hat, dass ich weiter schauen werde.

Daniela S. - myFanbase

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