Ordinary Joe - Review des Piloten

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Was wäre, wenn… Diese Frage hat sich wohl jeder schon einmal gestellt und auch in der Fernsehwelt gibt es viele Filme und Serien, die sich um dieses Thema drehen. Die neue NBC-Serie "Ordinary Joe" hat es sich nun zum Ziel gemacht, nicht nur eine einzelne Episode dem "Was wäre, wenn" zu widmen, sondern die gesamte Handlung auf die möglichen Szenarien auszulegen, in deren Richtung sich das Leben von Titelfigur Joe hätte entwickeln können.

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Alles beginnt am Tag des Collegeabschlusses, wo Joe sich die Frage stellt, welchen Weg sein Leben gehen wird. Es gibt drei verlockende Möglichkeiten, in deren Mittelpunkt jeweils eine Person steht, mit deren Joes Leben eng verwoben ist. Version 1: der attraktive Flirt Amy und eine Karriere als Rockstar. Version 2: die beste Freundin Jenny und ein Leben als Krankenpfleger. Version 3: die Familie und als Polizist in die Fußstapfen seines Vaters treten. Gemeinsam mit Joe erkunden wir, wie sein Leben in jeder der Varianten in zehn Jahren aussehen würde. Es macht Spaß, die verschiedenen Facetten von Joe zu beleuchten und zu sehen, wie sich die Puzzlesteine seines Lebens in jedem Szenario rund um die Entscheidung fügen, die er am Tag seines Abschlusses getroffen hat. Während man sich Joe in jeder der drei Karrieren gut vorstellen kann, ist es vor allem die Frage nach Joes Liebesleben, die der Serie Faszination verleiht.

Titelfigur Joe wird von James Wolk gespielt, der in den letzten Jahren durch sein Schauspiel in "Mad Men", "Tell Me A Story" und vielen anderen Projekten überzeugen konnte. Ihm zur Seite stellt man Natalie Martinez als Amy sowie Elizabeth Lail als Jenny. Mit beiden Schauspielerinnen hat Wolk auf Anhieb eine tolle Chemie und man kann die besondere Verbindung spüren, die Joe zu den bedeutenden Frauen in seinem Leben hat. Durch die drei parallelen Zeitebenen hat man als Zuschauer zudem die Möglichkeit, sowohl bei der Liebesgeschichte von Joe und Amy als auch bei der von Joe und Jenny mitzufiebern. Die Serie lädt sofort dazu ein, zu spekulieren, welche Variante die wahrscheinlichste ist, wie das Auftauchen der Frau, für die Joe sich nicht entschieden hat, sein Leben in dieser Zeitebene beeinflussen wird und für welche der Frauen sich Joe in der Version seines Lebens entscheidet, in der er nach dem Abschluss die Familie wählte. Überall vertreten ist Joes Leidenschaft für die Musik und sein Wunsch nach einer eigenen Familie. Diese Bodenständigkeit macht Joes Figur schnell sympathisch und lässt ihn genau wie den gewöhnlichen Joe wirken, den der Serientitel uns verspricht. Zudem fühlt man mit ihm, da keines seiner Leben perfekt ist und in jeder Parallelversion eine gewisse Tragik mitschwingt.

Einziger Stolperstein an "Ordinary Joe" ist die Schwierigkeit, die Szenen manchmal einer Version zuzuordnen. Durch das regelmäßige Springen zwischen den Parallelszenarien fällt es zeitweilig schwer, der Geschichte zu folgen. Man gibt sich zwar Mühe, Joe durch unterschiedliche Frisuren und das Tragen einer Brille optisch in jeder Version seines Lebens von den anderen abzuheben, dennoch muss man häufig kurz überlegen, wo man sich nun befindet. Auch was die Langlebigkeit der Serie angeht, wirft die Erzählweise Fragen auf. Für eine gewisse Zeit kann man die drei Szenarien sicherlich am Leben erhalten und die Zuschauer bei der Stange halten, doch irgendwann wird man sich entscheiden müssen, welchen Weg Joe nun gegangen ist. Daher ist er fragwürdig, wie lange das Alleinstellungsmerkmal der Serie funktionieren wird.

Fazit

Durch einen sehr sympathischen Cast und eine ungewöhnliche Idee kann "Ordinary Joe" mit seiner Pilotfolge auf jeden Fall überzeugen. Joe in den drei Versionen seines Lebens zu begleiten, macht Spaß, da er so sympathisch ist. Gleichzeitig ist es spannend zu sehen, wie die wichtigen Figuren in jeder Version ihren Platz finden. Ich werde auf jeden Fall wieder einschalten.

Marie Müller - myFanbase

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