Merry Happy Whatever - Review des Piloten

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Wir sind kurz vor Jahresende, die meisten Network-Serien sind bereits in die wohlverdiente Pause gegangen. Serienfans müssen deshalb allerdings nicht auf dem Trockenen sitzen, dafür sorgt beispielsweise die neue Netflix-Comedyserie "Merry Happy Whatever" mit Dennis Quaid als Familienoberhaupt. Ich mochte den Schauspieler schon in dem Film "Ein Zwilling kommt selten allein" und fand seine Rolle recht sympathisch. Ob er mich auch in diesem Format überzeugen kann?

Über Weihnachten bei der Familie

Foto: Dennis Quaid, Bridgit Mendler & Brent Morin, Merry Happy Whatever - Copyright: Greg Gayne
Dennis Quaid, Bridgit Mendler & Brent Morin, Merry Happy Whatever
© Greg Gayne

Weihnachten wird als die Zeit beschrieben, die man mit der Familie verbringen soll und wo jene an den Feiertagen zusammenkommt und die besinnliche Zeit genießt. Anders ist es bei Don Quinn (Quaid) und seiner Familie auch nicht. Tochter Emmy (Bridgit Mendler) reist mit ihrem neuen Freund Matt (Brent Morin) nach Philadelphia. Matt soll die Familie kennen lernen, aber was wäre ein solches Treffen, wenn nicht die ein oder andere Peinlichkeit und Katastrophe passiert?

Mit Emmy wird uns die erste Tochter von Don vorgestellt. Da sie ihrem Freund, dem Musiker und "Star Wars"-Fan, die Scham ersparen will, gleich bei ihrem Vater ins Fettnäpfen zu treten, bittet sie ihn, Filmzitate zu unterlassen. Obwohl man Don zu dem Zeitpunkt noch gar nicht kennt, kommt einem dabei schon der Gedanke, dass jener nicht gerade der angenehmste Zeitgenosse ist. Eine Art Bestätigung dessen bekommt man, als Don pünktlich (auf die Sekunde genau!) zur vereinbarten Zeit im Streifenwagen erscheint und erst einmal einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Dons Auftreten macht zudem deutlich, dass er nicht besonders gut auf Widerworte zu sprechen ist. Dennoch kommt man nicht drum herum, die ein oder andere Sympathie für ihn zu entwickeln, da er mit seiner Tochter recht liebevoll umgeht.

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Kurz darauf lernen wir auch die anderen Familienmitglieder in Form der fürsorglichen Patsy (Siobhan Murphy), des ruhigen Sean (Hayes MacArthur) und der eher schüchtern Kayla (Ashley Tisdale) kennen. Sie alle kommen mit Familienanhang bzw. Partnern, die sie vor Jahren geheiratet haben. In diesem Zusammenhang erfährt man auch, dass die Mutter vor Jahren gestorben ist und daher das Weihnachtsfest für die Quinns etwas Besonderes darstellt. Hier wird einem auch bewusst, warum Don recht hart mit den Partnern seiner Kinder ins Gericht geht und dabei eben nicht besonders sympathisch erscheint.

Ein Auslöser dafür ist, dass Kaylas Mann Alan (Tyler Ritter) sich von ihr scheiden lassen will. Dieses Szenario macht deutlich, wie nahe sich die Quinns tatsächlich sind und zusammenhalten. Hier passt gut das Zitat: "Blut ist dicker als Wasser." Man bekommt das Gefühl geboten, man würde sich zwei Lager ansehen: Don mit seiner Familie in einem Lager und die Partner der Kinder im andere. Sie alle haben ihren Standpunkt und man kommt nicht drum herum, beide Seiten zu verstehen. Zum einen weil die Quinns mit ihrem Zusammenhalt das darstellen, was man mit Weihnachten verbindet, aber eben auch die Partner stellen dar, dass man sich bei einem eingeschworenen Haufen als Außenseiter vorkommt und finden sich als Gruppe zusammen.

Möglicher Heiratsantrag und andere Unfälle

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Merry Happy Whatever
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Als klassische Familiencomedy muss auch "Merry Happy Whatever" das ein oder andere Klischee erfüllen. Zum einen ist da, dass Matt nicht auf die anderen hört und Don prompt darum bittet, dessen Tochter Emmy heiraten zu dürfen. Wenig überraschend ist da Dons Reaktion, der Matt nicht nur eine Absage erteilt, sondern ihm gleich noch eine versteckte Kampfansage macht. Darauf folgt natürlich sofort das nächste Klischee, denn so einfach lässt sich Matt nicht abschütteln und versucht sich bei Don beliebt zu machen, indem er ihm bei den Weihnachtsvorbereitungen hilft. Dass auch das ein Schuss nach hinten ist, muss nicht betont werden. Obwohl es recht vorhersehbar ist, dass ein Unfall geschieht, sind Matts Reaktionen auf diesen und die darauffolgende ärztliche Behandlung tatsächlich recht amüsant. Schön anzusehen sind dabei nicht nur der Schlagabtausch zwischen Matt und Don, sondern auch, dass Letzterer zwar noch immer seine Frau vermisst, einem Flirt mit der Krankenschwester allerdings nicht abgeneigt ist und man als Zuschauer diesen mit einem Lächeln genießen kann und insgeheim hofft, dass sich daraus mehr entwickeln wird.

Fazit

Die Bewertung des Piloten von "Merry Happy Whatever" fällt mir etwas schwer. Es war weder wirklich gut, noch wirklich schlecht. Zum Teil ist er voller Klischees, etwas farblos bei einigen Charakteren und vorhersehbar. Andererseits freue ich mich aber auch auf die weiteren Entwicklungen und erhoffe mir tolle und witzige Momente, bei denen ich mich einfach gut unterhalten lassen und vom Alltag abschalten kann.

Daniela S. - myFanbase

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