Emmys 2020 - Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie

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Foto: Key Art der 72. Primetime Emmy Awards 2020 - Copyright: Television Academy
Key Art der 72. Primetime Emmy Awards 2020
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Bei dem 72. Primetime Emmys 2020 sind die folgenden Schauspieler in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie" nominiert:

Die Emmy-Verleihung wird in in der Nacht vom 20. auf den 21. September 2020 live beim Pay-TV-Sender TNT Serie ausgestrahlt. Zudem wiederholt der Sender die gesamte Verleihung am 21. September 2020 um 20:15 Uhr.

Ein Plädoyer für Paul Mescal:

2020 ist ein besonderes Jahr in der Karriere von Paul Mescal. Der irische Schauspieler, der bisher ausschließlich am Theater gespielt hat, feierte mit "Normal People" nicht nur sein TV-Debüt, sondern sogleich auch seinen Durchbruch. Die Rolle des Connell und dessen Entwicklung verkörpert er eindrucksvoll und eine Szene in Episode 10 hinterließ einen so großen Eindruck, dass mir beim Schauen sofort klar war, dass er hierfür eine Emmy-Nominierung erhalten würde. Es geht um einen Monolog innerhalb einer Therapie-Sitzung, der einfühlsam und unglaublich ehrlich Connells Gefühlswelt und Hilflosigkeit abbildet. Für Connell ist nach dem Selbstmord seines alten Schulfreundes der absolute Tiefpunkt erreicht. Die Kamera ist erbarmungslos nah auf sein Gesicht gerichtet und erschafft so einen ganz intimen Moment, der den viel diskutierten Sexszenen zu Beginn der Serie in nichts nachsteht. Als die Tränen laufen und er sie nicht wegwischt, während Connell über seinen Selbsthass, sein Isoliert-sein und seine Enttäuschung darüber, wie sein Leben verlaufen ist, spricht, bekommt man einen riesigen Kloß im Hals und verdrückt auch selbst die ein oder andere Träne. Gleichzeitig ist man beeindruckt, dass "Normal People" die mentale Gesundheit der beiden Hauptfiguren derart in den Fokus rückt und in diesem Fall Depression bei Männern Aufmerksamkeit schenkt, wie es zuvor wohl nicht viele Produktionen getan haben. Stellvertretend für die gesamte Serie "Normal People", die viele Themen sehr authentisch aufbereitet hat, aber insbesondere für diese Monolog-Szene, hat Mescal den Primetime Emmy mehr als verdient.

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Ein Plädoyer für Jeremy Pope:

Jeremy Pope spielt in Ryan Murphy Netflix-Serie "Hollywood" einen schwarzen Drehbuchautor in den 40er Jahren, der von einem Filmstudio gesagt bekommt, dass man seinen Film wegen seiner Hautfarbe nicht machen werde oder dass er sich zurückziehen müsse, damit man das Projekt weiterverfolgen könne. Was hier wie ein Relikt aus einer alten Zeit wirkt und wegen dieser Direktheit auch so unfassbar scheint, ist keineswegs Fiktion. Auch heute noch werden viele Entscheidungen (nicht nur in Hollywood) allein aufgrund der Hautfarbe einer Person gefällt die aktuell wieder aufkommenden "Black Lives Matter"-Proteste oder die Diskussion um Racial Profiling bei der Polizei rufen es einem immer wieder in Erinnerung. Pope, der als Archie Coleman hier erstmal zurücksteckt und versucht, das Beste aus der Situation zu machen, ist sinnbildlich für viele Afroamerikaner, deren Stimme, Kreativität und Freiheit beschnitten werden und die sich machtlos fühlen, gegen solche Ungerechtigkeit anzugehen. Da Archie gleichzeitig auch noch homosexuell ist und damit zu einer weiteren ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe zählt, scheint seine Karriere aussichtslos, zumindest wenn er offen zu sich und seinen Gefühlen stehen will. Doch die Serie "Hollywood" setzt sich viel mit der Frage auseinander "Was wäre, wenn...?". Was wäre, wenn man Menschen wie Archie Coleman die Freiheit gegeben hätte, ihre Kreativität auszuleben genauso wie man sie einem Weißen zugestanden hätte? Was wäre, wenn es solche Vorreiter in den 40er Jahren gegeben hätte? Wie sähe unsere Gesellschaft heute aus? Jeremy Pope spielt eine Figur aus den 40er Jahren, die es aber heute so noch in allen Bereichen der Gesellschaft gibt, deshalb trägt er mit dieser Rolle dazu bei, dass einem die Augen geöffnet werden. Dass alle Teile der Gesellschaft für Gleichberechtigung eintreten müssen, um den Stimmen Gehör zu verschaffen, die ausgegrenzt werden. Denn wir wissen gar nicht, was uns alles entgeht, weil so viele Bevölkerungsgruppen marginalisiert und unterdrückt werden. Deshalb macht uns "Hollywood" Mut und deshalb beeindruckt Archies Entwicklung innerhalb der Serie.

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