Serienenden

Das Ende einer Serie kommt manchmal überraschend, wenn der Sender jene nicht verlängert, bei anderen kündigt sich dies durch einen stetigen Quotenrückgang bereits an und manchmal entschließen sich die Beteiligten die Serie enden zu lassen, was dem Autorenteam genügend Zeit verschafft, um begonnenen Handlungsstränge abzuschließen. Wir blicken auf jene Serienenden zurück, die besonders in Erinnerung geblieben sind, sei es, weil sie überzeugen konnten, besonders kontrovers unter den Fans diskutiert wurden oder gar nicht gefielen.


Beitrag von Melanie & Maria


Gilmore Girls

Foto: Lauren Graham & Alexis Bledel, Gilmore Girls - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Lauren Graham & Alexis Bledel, Gilmore Girls
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Das Serienfinale der "Gilmore Girls" hat so manch einen Fan enttäuscht zurückgelassen, zumal die Serie laut der Serienschöpferin Amy Sherman-Palladino ja gar nicht so hätte enden sollen. Und auch wenn ich mit meiner Meinung vielleicht alleine dastehe, so muss ich doch zugeben, dass mich das Ende dieser hinreißenden Serie doch zufrieden gestellt und mir gefallen hat. Zum einen deshalb, weil man in der letzten Episode noch einmal all die kleinen, aber doch bedeutenden Aspekte einbrachte, welche diese Serie über all die Jahre ausmachte: seien es die zahlreichen legendären Stadtversammlungen, die vielen turbulenten und manchmal sogar friedlichen Freitagsdinner oder auch einfach nur das gemeinsame Zusammensitzen und Kaffee trinken in Luke's Diner – "Gilmore Girls" hatte im Finale alles dabei. Besonders schön war dann natürlich der Abschluss von Rory, welche die gesamte Bevölkerung von Stars Hollow mitzufeiern schien und die vielen kleinen Momente, in welchen auch die Nebencharaktere noch einmal glänzen durften: Kirk als DJ, Babette und Morey beim Sandwich-Tanzen, Taylor und seine langen, teils verstörenden Ansprachen und vieles mehr. Als langjähriger Fan machten schon alleine diese Szenen das Finale sehenswert und konnten mein Herz erwärmen. Doch nicht nur diese Punkte machten den Serienabschluss für mich zu einem ganz besonderen. Bereits in früheren Staffeln und Folgen wurde immer wieder angedeutet, dass Rory irgendwann einmal eine erfolgreiche Reporterin sein möchte und die Welt bereisen wird, während es Lorelais Lebenstraum war, ihr eigenes Hotel mit ihrer besten Freundin zu eröffnen und, wenn ihr dieses Glück verwehrt sein sollte, einen Mann zu finden, mit dem sie schließlich die Chance auf ein gemeinsames Leben hat. Mit diesem Finale scheinen für mich beide Träume, sowohl von Rory als auch von Lorelai in Erfüllung zu gehen, auch wenn wir dies als Zuschauer leider nicht mehr zu Ende verfolgen durften. So ist Rory nun bereit ihren Weg in der Welt zu beschreiten, während Lorelai endlich ihren Platz (an der Seite von Luke) gefunden hat. Ist das für einen Fan nicht zufriedenstellend genug? Sicherlich gab es auch in dieser Episode – und vor allem in der kompletten Staffel – einige Schwächen und Momente, welche man kritisieren könnte, beispielsweise, wie man die Trennung von Rory und Logan gehandhabt hat, dennoch bin ich der Meinung, dass man im Großen und Ganzen einen würdigen und schönen Abschluss einer wundervollen Serie geschafft hat.

Lost

Foto: Matthew Fox, Lost - Copyright: Buena Vista Home Entertainment, Inc. und Touchstone Television/Foto: Mario Perez
Matthew Fox, Lost
© Buena Vista Home Entertainment, Inc. und Touchstone Television/Foto: Mario Perez

Das Ende von "Lost" ist eines dieser Serienfinale, welches widersprüchlicher kaum sein könnte und was bei den meisten Zuschauern zu sehr unterschiedliche Meinungen geführt hat. Auch ich war mit nicht allen Aspekten einverstanden, doch wenn ich noch einmal auf das zweiteilige Finale zurückblicke und in mich gehe, so muss ich doch gestehen, dass es mich glücklich gemacht hat, eben, weil man die Serie so genial und doch so unzufrieden abgeschlossen hat. Sicherlich waren für viele Fans die verschiedenen Zusammentreffen all der Losties wundervoll zu beobachten und so manch einer vergoss vielleicht sogar Tränen, denn die Momente, in welchen sich die einzelnen Charaktere gegenseitig wieder erkannten und sich erinnerten, waren schlichtweg herzerwärmend. Allerdings kann man hierbei auch einwenden, dass eben diese Szenen fast schon zu viel des Kitsches waren und dieses Mittel einfach nicht zu einer Serie wie “Lost“ passt. Für mich persönlich war es jedoch eine große Freude all die Charaktere und ihre tragischen Erlebnisse vereint in der Kirche wiederzutreffen und gemeinsam mit ihnen Abschied zu nehmen und loszulassen. Parallel dazu konnte das Geschehen auf der Insel vor allem durch die allerletzte Szene punkten, in welcher Jack, wie am Anfang der Pilotfolge, im Bambus liegt und zum blauen Himmel aufsieht. Dieses Mal bemerkt er jedoch keinen Rauch, sondern ein Flugzeug, welches erfolgreich abheben konnte und so schafft auch er es endlich loszulassen. Auch die spannenden Kampfszenen, vor allem zwischen Jack und dem "Rauchmonster" konnten überzeugen und sorgten für genügend Action, was bei “Lost“ niemals fehlte. So schafften es die Autoren zumindest für mich ein gutes Ende zu schreiben, welches die zahlreichen Geschichten und Charaktere würdig abschloss und uns zwar mit einigen Fragen und Mysterien stehen ließ (welche wir doch wünschten, sie wären gelöst worden), aber uns so viele schöne Erinnerungen mitgab, sodass ich immer mal wieder gerne auf die Insel zurückkehre. | Melanie E.

Six Feet Under

Foto: Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Das für mich mit Abstand grandioseste, mitreißendste und emotionalste Serienende, das ich je erlebt – richtig, nicht nur gesehen, sondern erlebt! – habe, ist die in allen Belangen perfekte und absolut herzzerreißende Finalepisode von Alan Balls "Six Feet Under". Fünf Jahre lang begleitete man Familie Fisher durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens, freute sich und leidete mit ihnen, und wanderte gemeinsam mit ihnen den schmalen Grat zwischen Liebe und Hass, Hoffnung und Verzweiflung, Leben und Tod. Der finale Akt von "Six Feet Under" ist der konsequente Abschluss der Geschichte der Fishers, der das Meisterwerk vollführt, nicht nur jedem einzelnen Charakter das Ende zu geben, das ihm gebührt, sondern auch so philosophisch und tiefgründig dabei vorzugehen, dass man sich als Zuschauer seiner eigenen Sterblichkeit bewusst wird. Und spätestens wenn Claire mit ihrem grünen Wagen zu Sias "Breathe Me" in den Sonnenuntergang fährt und man als Zuschauer vor lauter Emotionen gar nicht mehr weiß wohin, wird einem klar, dass man hier gerade Zeuge von etwas ganz Besonderem geworden ist. | Maria Gruber

Melanie E. & Maria Gruber - myFanbase

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