Serienintros - Die Tops

Der Vorspann einer Serie ist zum großen Teil dafür verantwortlich, der Serie eine bestimmte Note zu verleihen, ohne sich eine Folge ansehen zu müssen. Schon mit dem Intro wird aufgezeigt, worum es gehen soll und entscheidet möglicherweise sogar darüber, ob man sich die Sendung anguckt. Unsere Autoren beschreiben hier besonders gute und besonders schlechte Beispiele von Vorspannen.


Die Simpsons

Allein das Intro stellt schon mit all der Symbolik und den Philosophien aus Springfield ein Markenzeichen der Serie dar. Mit der Zeit wurde die Eröffnungsszene etwas abgeändert, einige Motive hinzugefügt oder weggelassen, aber der Aufbau ist all die 24 Staffeln über immer derselbe geblieben. Dennoch hängt das Intro von "Die Simpsons" seit dem Jahre 1989 nicht zum Hals raus - ganz einfach deshalb, weil hier alles stimmt. Die gute-Laune-Musik ist jedes Mal erneut ein Ohrwurm, Springfield und die Simpsons werden mit ihren typischen Charaktereigenschaften vorgestellt und am Ende fügt sich das Bild zusammen, indem alle Familienmitglieder sich vor dem Fernseher versammeln. Oftmals variieren die Couch-Gags, Barts Tafelsprüchen oder "Die Simpsons" überrascht mit einer individuellen Eröffnungsszene wie beispielsweise bei Spezialfolgen zu Weihnachten oder parodierte Intros aus anderen Serien wie "Mad Men"oder "Game of Thrones". Somit zählt das Intro von "Die Simpsons" nicht nur zu den bekanntesten, sondern auch beliebtesten und kreativsten. Es passt einfach alles zusammen, denn das Intro ist kurz und knackig auf den Punkt gebracht und hat, genau wie die Serie selbst, bereits den Kultstatus erreicht. | Tanya Sarikaya

Foto: Jamie Dornan, Once Upon a Time - Copyright: 2011 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.
Jamie Dornan, Once Upon a Time
© 2011 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved.

Once Upon a Time – Es war einmal…

Die Eröffnungssequenz der ersten Folgen von "Once Upon a Time" beginnt mit der Stimme eines Erzählers, der von der Stadt Storybrooke berichtet, in welcher bekannte Märchenfiguren zwischen zwei Welten gefangen sind. Als Opfer eines mächtigen Fluches, den nur eine Person brechen kann, erinnern sich jene nicht mehr daran wer sie einst waren. Untermalt werden diese Worte mit passenden Szenen aus der Serie, in welchen die Charaktere die Worte des Erzählers ergänzen. Ab Mitte der Staffel wurde auf diesen Teil des Intros verzichtet und nach den Worten "Was bisher geschah..." nur noch eine Zusammenstellung der wichtigen Szenen geboten.

Was jedoch blieb war die Sequenz eines in blauschwarze Dämmerung getauchten Waldes, welche in jeder Episode ein zusätzliches Element aufweist. Bei diesen handelt es sich um Gegenstände, Charaktere oder Tiere, welche entweder eine wichtige Rolle einnehmen oder noch von besonderer Bedeutung sind. Beispielsweise in #1.07 Das Herz ist ein einsamer Jäger, in welchem Sheriff Graham und sein Märchenland-Ich der Jäger im Fokus stehen, schleicht ein Wolf zwischen den Bäumen entlang. In #1.19 Die Rückkehr und die Fragen ist August auf einem Motorrad zu sehen, während im Finale der ersten Staffel #1.22 Ein Land ohne Magie sich jene Wolke ins Bild drängt, welche schließlich die Magie zurück nach Storybrooke bringt. Genau jene liebevollen Details geben den Ausschlag dafür, dass dieses Intro zu meinen Favoriten zählt. Schon bevor die Episode beginnt, offenbaren die Serienmacher so einen kleinen Vorgeschmack, ohne viel zu verraten. Für mich ist es deshalb immer wieder spannend zu verfolgen, in welchem Kontext das Element am Ende wirklich steht.

The Walking Dead

Die Serie "The Walking Dead" glänzt damit, in jeder Staffel die gleichen Zutaten für ein stimmungsvolles Intro zu verwenden. Das Titellied von Bear McCreary vermittelt perfekt die Atmosphäre der postapokalyptischen Welt, in welcher sich die Protagonisten durchschlagen müssen, denn es ist gleichzeitig düster und dramatisch. Dies ist die ideale Ergänzung zu den Szenen, bei welchen vollkommen auf kräftige und grelle Farben zugunsten des Sepiaeffektes verzichtet wurde. Anders als bei vielen Serien handelt es sich bei jenen nicht um Zusammenschnitte aus den einzelnen Episoden, sondern sie scheinen größtenteils eigens für das Intro gedreht worden zu sein.

Während im Intro der ersten beiden Staffeln zudem ein Zeitungsausschnitt über Rick und gerahmte Photographien von Lori sowie Shane erscheinen, verzichteten die Serienmacher auf sowas gänzlich in der dritten Staffel und wählten vielmehr bekannte Gegenstände wie beispielsweise jene Uhr, welche Hershel dem Freund seiner Tochter Glenn schenkte oder Ricks Sheriffstern. Als Hoffnungssymbol erscheint die Cherokee-Rose zwischen Einstellungen, die verlassene Straßen, Autos oder Gegenden zeigen, sowie schlussendlich das Gefängnis, welches als Ort in der dritten Staffel einen wichtigen Part einnimmt. Um es kurz zu machen: eine bessere Art und Weise als diese Machart kann ich mir speziell für diese Serie nicht vorstellen, deshalb gehört das Intro von "The Walking Dead" definitiv zu meinen absoluten Favoriten. | Charleen Winter

Foto: Emergency Room - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Emergency Room
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Emergency Room

Eine Serie wird für mich schon interessant, wenn das Intro mitreißend ist. So war es auch bei Emergency Room. Man bekommt schon Dramatik durch die Eröffnungsmusik geboten, welche bei mir für ein wenig Nervenkitzel sorgt. Vor allem Klavier- und Schlagzeugklänge gehen Hand in Hand und schaffen es, die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu wecken. Der Vorspann in Bildern wurde recht einfach gehalten, meistens in einem grünen oder silberblauen Ton. Zu Beginn werden die zwei Anfangsbuchstaben des Seriennamens eingeblendet. In den ersten Staffeln sind die Buchstaben "ER" klein geschrieben und in einem rot-orange gehalten. Im Verlauf der Staffeln ändert sich dies. Dann werden die Buchstaben groß und in einem weiß-blau geschrieben. Bilder der jeweiligen Schauspieler der Staffeln sind Bilder aus Folgen. Die Namen werden klein und in weißer Schrift eingeblendet. Am Ende sieht man ein schlagendes Herz. Mit Beendigung der zwölften Staffel werden aber der dreizehnten jedoch nur noch die Anfangsbuchstaben des Seriennamens eingeblendet. | Daniela S.

Foto: Copyright: Paramount Pictures
© Paramount Pictures

4400 - Die Rückkehrer

Ein starker Song ist oftmals schon die halbe Miete für einen gelungenen Vorspann. Musik hat eine beeindruckende Wirkungskraft und kann in nur wenigen Minuten starke Emotionen hervorrufen. Der Vorspann zur Serie "4400 - Die Rückkehrer" hat mit "A Place in Time" von Amanda Abizaid einen wirklich schönen Song zu bieten, der die Zuschauer, bzw. in diesem Fall auch Zuhörer, gleich in die richtige Stimmung für eine Serie voller Mysterien und Dramen versetzt. Der Song ergänzt sich dabei perfekt mit den Bildern des Vorspanns, die das plötzliche Verschwinden von Menschen thematisieren. Man sieht mehrere Lebenssituationen, aus denen die Menschen abrupt entfernt wurden: vom Mittagstisch, vom Telefon, aus der Badewanne, von einer Parkbank, aus dem Auto. Die Zeit vergeht und das, was von den Verschwundenen hinterlassen wurde, verfällt oder wuchert zu. Auf die Betrachter wirken diese Bilder sehr eindringlich. Sie haben viel Trauriges und Beängstigendes an sich, sind zugleich aber auch sehr ästhetisch. Das Gesamtpaket aus Musik und Bildern stimmt bei diesem Vorspann voll und ganz.

The Americans

Der Kalte Krieg, oder auch die Weltmacht USA (mit ihren Verbündeten) gegen die Weltmacht Sowjetunion (mit ihren Verbündeten). Der Vorspann zur Serie "The Americans" fasst die Unterschiede und Konflikte zwischen diesen beiden Großnationen, wie sie sich im 20. Jahrhundert darstellten, kurz und prägnant in vielen kleinen Bildern zusammen. Es lohnt sich, diesen Vorspann genauer zu betrachten, um alles zu entdecken, was darin steckt. Neben Alltagsszenen aus den USA und der Sowjetunion werden bekannte Symbole beider Nationen, führende Politiker und Spionagevorgänge gezeigt. Der Vorspann ist eine kleine Geschichtsstunde und Gesellschaftskunde in schnellen Bildern und dadurch sehr interessant. Die Atmosphäre des Kalten Krieges wird gut eingefangen und auch den Zuschauern vermittelt, die damals noch gar nicht auf der Welt waren oder noch in den Windeln lagen. | Maret Hosemann

Game of Thrones

Wer schon einmal die Titel Sequenz von "Game of Thrones" gesehen hat, dürfte nicht überrascht sein, dass dieser Vorspann 2011 den Creative Arts Emmy Award gewonnen hat. Von der Firma Elastic geschaffen, die unter anderem auch für die ausgezeichneten Titel Sequenzen von "Carnivàle" und "Rome" verantwortlich waren, und durch die Karten aus der Romanvorlage inspiriert, zeichnet die Titel Sequenz eine drei-dimensionale Weltkarte mit den beiden Kontinenten Westeros und Essos nach. Dabei wird auf die wichtigsten Schauplätze der Serie gezoomt, welche quasi gleichzeitig mit viel Liebe zum Detail und in Anlehnung an Leonardo da Vincis Skizzen 'erbaut werden' und jedes Mal die herausstechendsten Symboliken des jeweiligen Schauplatzes in den Fokus rücken. Dabei variieren die Schauplätze je nach Einbindung und Gewichtung innerhalb der jeweiligen Episode. Es ist also jedem zu empfehlen sich die Titelsequenz immer genau anzuschauen, da diese zum einen Details über den Handlungsverlauf preisgibt, zum anderen auch wechselnde Elemente beinhaltet, die schlichtweg wirklich schön anzusehen sind. Am Ende schließt sich der Kreis, indem man wieder zum Astrolabium, mit welchem die Sequenz beginnt und auf welchem die vier großen Familien der Serie durch die repräsentierenden Tiere verkörpert werde, zurückkehrt. Schaut man genauer bei den kurzen Einblendungen des Astrolabiums hin, erkennt man darauf eine Darstellung der Vorgeschichte der Serie. Das alles wird untermalt mit der beeindruckenden Titelmelodie von "Game of Thrones", die von Ramin Djawadi komponiert wurde. Man kann sich die Titel Sequenz entsprechend immer wieder ansehen und wird wahrscheinlich jedes Mal neue Details entdecken und mit zunehmendem Kenntnisstand die einzelnen Symboliken im Gesamtkontext immer besser deuten können. Ein weiteres Indiz für diese geniale Titel Sequenz dürfte die Hommage daran in der "Simpsons"-Episode #23.15 Exit Through the Kwik-E-Mart sein, die im Mai 2012 ausgestrahlt wurde. Die Titel Sequenz von "Game of Thrones" bietet dem Zuschauer also nicht nur wahrliche Unterhaltung, da sie wundervoll inszeniert wurde und ein künstlerisches Werk an sich darstellt, sondern ist gleichermaßen auch ungemein praktikabel, da sie die dem Zuschauer eine Orientierung verschafft, die bei den vielen unterschiedlichen Schauplätzen der Serie vor allem zu Beginn der Serie ein wahrer Segen ist. | Annika Leichner

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Akte X

Die Serie "Akte X" war eine der wenigen Serien, die ich immer heimlich geschaut habe, weil ich eigentlich noch zu jung gewesen bin. Nun hat die Serie eigentlich in jeder Episode zahlreiche Szenen zum Gruseln, weil immer eine sehr unheimliche Atmosphäre geschaffen wurde. Mark Snows Theme zur Serie kann diese Gefühl bestens zum Ausdruck bringen. Noch heute bekomme ich bei den Klängen eine leichte Gänsehaut. Außerdem wurde die Musik durch recht einfache Bilder, die übernatürliche Ereignisse in ihrer Vielfalt darzustellen wussten, hervorragend ergänzt. Sicherlich ist es kein besonders ästhetischer Vorspann, aber rein atmosphärisch ist er für mich einer der besten Vorspanne. | Emil Groth

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