Interview mit Fabrizio Filippo

10.01.2012 | Fabrizio Filippo nahm die Herausforderung an, in der Dramaserie "Queer as Folk" Ethan Gold zu spielen, den jungen Mann, der das spannungsreiche Traumpaar Brian und Justin auseinanderbringt. Wie es für Fabrizio war, diese Rolle einzunehmen und wie er den Empfang am Set und überhaupt die Arbeit an der Serie empfunden hat, erzählt er uns in diesem Interview. Außerdem spricht er auch ein wenig über seine Zeit bei "Buffy".

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© Fabrizio Filippo

Hier könnt ihr das Originalinterview nachlesen. | Read the original interview in English.

1. Wenn du an "Queer as Folk" zurückdenkst, was kommt dir als erstes in den Kopf?

Ich konnte nicht ahnen, wie gut die Serie bei den Leuten ankommen würde. Die Fans sind großartig. Ich bin so stolz, ein Teil davon gewesen zu sein.

2. Was an der Serie und der Rolle des Ethan hat dein Interesse geweckt, so dass du die Rolle spielen wolltest?

Ich wurde als Teenager durch die Gay-Community Torontos in die Welt der Literatur und des Theaters eingeführt. Und obwohl ich nicht schwul bin, habe ich durch diesen frühen Kontakt die Belange dieser Community immer stark mitempfunden.

3. Du kamst in der schwierigen Position in die Serie, den Menschen zu spielen, der daran beteiligt war, Brian und Justin auseinander zu bringen. Hast du viel davon mitbekommen, wie die Fans darauf reagiert haben?

Ich denke, die Fans haben mich am Anfang entweder gehasst oder geliebt. Meine Figur stand im direkten Gegensatz zu Brians Ansichten über die Liebe, und ich glaube, viele Leute dachten, Ethan wäre soviel besser für Justin. Aber ihnen wurde wohl das Gegenteil bewiesen.

4. Ethan war der sichere Hafen, den Justin nach den ersten beiden Jahren mit Brian brauchte. Wann erfuhrst du, dass die Beziehungen enden würde, weil Ethan Justin bei der ersten Gelegenheit betrügt? Und wie dachtest du darüber?

Dass Ethan Justin betrügt, erfuhr ich auch erst, als ich das Skript las. Ich kann mich ehrlich nicht mehr daran erinnern, was ich in dem Moment darüber dachte. Ich glaube, ich wusste einfach, dass das bedeutet, dass ich die Serie verlassen musste, und obwohl es mich traurig gemacht hat, fühlte es sich richtig an.

5. Wie seid ihr an die expliziten Liebesszenen herangegangen? Gab es da einen speziellen Ablauf? Und gewöhnt man sich als Schauspieler an solche Szenen?

Sie waren immer schwierig für mich. Ich konnte das Gefühl, einen Porno zu drehen, nie völlig abschütteln, wenn ich da am Set im Bademantel etc. stand. Randy hatte mehr Erfahrung und es war sehr leicht, mit ihm zu arbeiten. Wir hatten private Treffen vorab, um zu besprechen, was wir machen werden und wie wir damit klarkommen. Ich bin stolz darauf, wie mutig diese Szenen waren, aber wenn ich nie wieder eine solche Szene machen muss, wäre mir das recht.

Foto: Queer as Folk - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Queer as Folk
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6. Du warst gegen Ende der zweiten Staffel der Neue. Hattest du den Eindruck, dass die Besetzung sehr eng untereinander befreundet war, vielleicht weil sie dran gewöhnt waren, sich beim Dreh immer sehr nah zu kommen?

Sie waren sehr eng untereinander befreundet, aber sie haben einen auch willkommen geheißen. Ich fühlte mich sehr in die Dynamik miteinbezogen. Es gab aber auch ein wenig ein Wettbewerbsgefühl, das Gefühl, dass ich mein Bestes geben sollte. Ich habe sehr hart daran gearbeitet, glaubhaft Geige zu spielen, weil ich wusste, dass mir das insgesamt Glaubwürigkeit einbringen würde.

7. Was war dein schönstes und witzigstes Erlebnis in der Zeit bei "Queer as Folk"?

Das beste Erlebnis war, so zu tun, als ob ich Geige spiele, während der tatsächliche Geiger hinter der Kamera stand und meine Gesten mit Sound unterlegte. Das war echt zauberhaft. Und Randy und ich hatten viel Spaß zusammen. Wir haben uns ganz schön über die Rolle des anderen lustig gemacht.

8. Bei "Queer as Folk" und auch bei "Buffy" Staffel 3 musste dein Charakter gegen die jeweiligen Menschen antreten, die vorbestimmt schienen, Brian und Angel. Trotzdem gelang es dir, diese Charaktere liebenswert zu machen. Ist das eine interessante Herausforderung?

Darüber sollte man, glaube ich, nicht nachdenken. Du musst dir den Charakter anschauen, ihn in einem Vakuum erschaffen und dann hoffen, dass du gute Arbeit leistest. Mir ist mal zu Ohren gekommen, dass Joss Whedon nicht sehr begeistert von mir in "Buffy" war. Sowas ist sehr subjektiv. Man kann es nicht immer jedem recht machen. Du kannst nur die selber treu bleiben.

9. Wie war es, mit Sarah Michelle Gellar zu arbeiten?

Sarah war sehr fokussiert und beschäftigt. Ich hab kaum mit ihr sprechen können. Wenn wir uns unterhielten, war sie sehr professionell. Ich war ja nicht sehr lange bei "Buffy", daher habe ich nicht das Gefühl, sie wirklich kennengelernt zu haben.

10. Du schreibst auch für Fernsehen und Theater. Ist es dir ein Anliegen, auch der Regisseur zu sein, wenn dein Stück auf die Bühne oder dein Drehbuch auf den Bildschirm gebracht wird?

Ich schreibe derzeit sehr gerne. So kann ich sehr viel mehr Zeit zuhause mit meinem Sohn verbringen, als wenn ich bei einer TV-Serie wäre. Ich denke auch, das ist die nächste Phase meiner Karriere.

11. Kannst du uns etwas darüber erzählen, woran du in letzter Zeit gearbeitet hast?

Dieses Jahr kommt ein Film mit Abigail Breslin, an dem ich mitgeschrieben habe. Letztes Jahr habe ich eine neue TV-Komödie geschrieben und im Moment schreibe ich an einer einstündigen TV-Serie.

12. Wenn du einen Tag mit einer Person deiner Wahl verbringen könntest, wer wäre das und was würdet ihr machen?

Ich denke, ich würde gerne zusammen mit Paddy Chayevski (dem Autoren des Movie Networks) einen Film machen. Oder ich würde mich gerne mal einen Nachmittag lang mit Albert Einstein über das Leben unterhalten.

13. Kommst du manchmal nach Europa, vielleicht nach Italien?

Ja, ich habe immernoch Familie in Italien, in Calabrien. Ich hoffe, dass ich dieses Jahr mal rüberkommen kann.

14. myFanbase ist ein Online-Magazin, das sich Fernsehserien widmet. Hast du eine Lieblingsserie?

Ich muss sagen, für mich hat keine andere Serie das getoppt, was "Die Sopranos" gemacht haben.

Nicole Oebel - myFanbase


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