DVD-Rezension: Ashes to Ashes - Zurück in die 80er, Staffel 1

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Erinnert sich jemand noch an die Serie "Life on Mars"? Ich meine dabei nicht das Remake aus den USA, sondern das britische Original von BBC. Sicher war nicht nur ich traurig, als diese nach schon zwei Staffeln endete, aber nun gibt es mit "Ashes to Ashes - Zurück in die 80er" eine Nachfolgeserie.

Inhalt

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Bei "Ashes to Ashes" handelt es sich um ein Sequel der Serie "Life on Mars". Die Polizeipsychologin Alex Drake (Keeley Hawes) wird in eine Geiselnahme verwickelt, durch die auch ihre Tochter in Gefahr gerät. Sie kann ihr Kind retten, wird aber von dem Geiselnehmer aufgespürt und angeschossen. Sie verliert das Bewusstsein und findet sich kurz darauf im Jahr 1981 in London wieder, wo sie auf die Polizisten Gene Hunt (Philip Glenister), Ray Carling (Dean Andrews) und Chris Skelton (Marshall Lancaster) trifft, die von Manchester nach London versetzt wurden. Alex erkennt die starken Parallelen zu dem Fall des Komapatienten Sam Tyler, den sie studierte, und sie wird sich bewusst, dass auch sie wie er einst in Lebensgefahr schweben muss. So versucht Alex, wieder einen Weg zurück zu finden, aber sich auch zugleich in dem neuen Universum einzuleben.

Rezension

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Ashes to Ashes
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Diesmal geht es also in das nächste Jahrzehnt in die 1980er. Seit "Life on Mars" sind in der, sozusagen, Koma-Welt sieben Jahre vergangen, in der Nicht-Koma-Welt allerdings erst eins. Es sind also für die neue Hauptdarstellerin erst ein paar Monate seit Sams Selbstmord verstrichen. In diesem Sequel zum Vorgänger sind John Simm (Sam) und Liz White (Annie) zwar nicht mehr mit dabei, aber das soll der Sache nun keinen Abbruch tun. Oder?

Tut es ganz und gar nicht ich wage fast sogar zu behaupten, dass "Ashes to Ashes" fast eine Ecke besser ist als ihr Vorläufer. Zum einen liegt dies an dem neuen Hauptcharakter Alex Drake, die nach einem Unfall im selben Universum landet wie Sam einst. Ihr Vorteil ist allerdings, dass sie und auch der Zuschauer selbst mit Sams Fall vertraut ist und sie weiß, was sie zu erwarten hat. Das ist für Kenner von "Life on Mars" ein schönes Geschenk, Neueinsteiger könnten aber etwas brauchen, um sich in die Szenerie hineinzufinden. Dass dies sich jedoch lohnt, brauche ich nun eigentlich nicht erst zu erwähnen. Schön ist auch, dass einem noch eine Erklärung zum Verbleib von Sam Tyler gegeben wird und man postum einen weiteren Abschluss für seine Geschichte findet.

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Ein anderer positiver Aspekt ist die Chemie zwischen den Hauptdarstellern Philip Glenister und Keeley Hawes und ihren Charakteren DCI Gene Hunt und DI Alex Drake. Die beiden haben sich praktisch gesucht und gefunden und liefern sich immer wieder schöne Wortgefechte. Wo man sich bei Sam manchmal wünschte, er würde einfach den Mund halten, freut man sich auf jede neue Konfrontation zwischen dem Detective Inspector und ihrem Vorgesetzten. Bei ihnen macht das Gekabbel einfach viel mehr Spaß. Natürlich hat auch Alex eine dunkle Familiengeschichte in ihrer Vergangenheit, die sie ergründen muss und die den Handlungsbogen über die ganze erste Staffel spannt. Hierbei untersucht sie den Tod ihrer Eltern im Jahr der Ankunft in ihrer Gedankenwelt, den sie zu verhindern hofft. So tritt sie auch häufig mit ihrer Mutter in Kontakt, wobei sie sich immer wieder daneben benimmt und die gute Frau misstrauisch macht. Im Gegensatz zu Sam hat sie allerdings eine Person, für die sie zurückkehren muss, denn Alex hat in ihrer Welt eine kleine Tochter. Sam hatte dort zwar seine Mutter, mit der eine enge Bindung pflegte, aber war eben kein Versorger. So würde ich schätzen, dass es wahrscheinlicher ist, dass Alex wieder in ihre Welt zurückkehrt und dort bleibt, aber das ist auch reine Spekulation. Da die Serie nach drei Staffel abgeschlossen ist, müssen wir uns für die komplette Auflösung noch eine Weile gedulden.

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An der Synchronisation habe ich nichts auszusetzen. Spannenderweise ist die deutsche Stimme von Keeley Hawes sehr ähnlich mit ihrer englischen Originalstimme. Alle anderen Charaktere wurden ebenfalls gut vertont, sodass davon nichts in irgendeiner Weise merkwürdig klingt. Gott sei Dank. Auch die Musik der Serie ist wieder sehr gut gewählt. Der 80er Jahre Rock ist hier Standard und jeder Titel passt wie angegossen in die jeweilige Szene. Man freut sich immer wieder über einen neuen, tollen Song den man vielleicht kennt oder auch froh ist, in dem Zusammenhang kennengelernt zu haben. Es lohnt sich also auch in jedem Falle, ein Ohr auf den Soundtrack zu haben.

Die Specials auf der DVD-Box sind eine solide Ansammlung von Zusatzmaterial. So sind in der Box noch diverse Making-Ofs, sowie Outtakes und geschnittene Szenen dabei, die die Staffel noch gut ergänzen. Diese sollte man sich aber auch erst nach den Episoden ansehen, da hier schon Spoiler enthalten sind.

Technische Details

FSK: 16 Jahre
Laufzeit: 665 Minuten (8 Episoden)
Anzahl Disks: 3
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: keine
Veröffentlichungsdatum: 27. Mai 2011

Fazit

Im Vergleich mit "Life on Mars" hat "Ashes to Ashes" die Nase vorn. Die Geschichten sind zwar wieder ebenso gut durchdacht wie beim Vorgänger, sind aber etwas knackiger inszeniert. Auch ist hier die Chemie zwischen Alex und ihrem Vorgesetzten Gene Hunt besser als zwischen diesem und Sam, was einen großen Teil der Serie ausmacht. Da diese Serie erst im Pay-TV lief, lohnt sich ein Kauf auf jeden Fall, vor allem wenn man auch den Vorläufer kennt. Oder um es mal ein bisschen abgedroschener zu formulieren: Wer "Life on Mars" mochte, wird "Ashes to Ashes" lieben.

Luisa Schmidt - myFanbase

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