Die Rüstung wird angelegt und ein brutaler Kampf findet ein emotionales Ende

Brutale Actionsequenzen und ein erbitterter Kampf um Leben und Tod entbrennt in Folge 5 von "A Knight of the Seven Kingdoms". Bertie Carvel, der in der Serie als Targaryen-Thronfolger Baelor in Erscheinung tritt, erzählte im Interview während der Serienpremiere in Berlin Mitte Januar, welcher Moment in dieser Episode für ihn von besonderer Bedeutung war. Dexter Sol Ansell und Peter Claffey verrieten uns derweil, wie sie sich in ihre Rollen eingefunden haben.

Foto: Peter Claffey, A Knight of the Seven Kingdoms - Copyright: Steffan Hill/HBO
Peter Claffey, A Knight of the Seven Kingdoms
© Steffan Hill/HBO

Mit Beginn der Ausstrahlung des Finales von "A Knight of the Seven Kingdoms" sollte mittlerweile genug Zeit vergangen sein, um die Ereignisse aus Folge 5 ein wenig verarbeitet zu haben. Bevor wir uns aber dem Ende der ersten Staffel dieser "Game of Thrones"-Geschichte widmen, wollen wir noch mal auf die Folgen des großen Kampfes von Dunk und seinen Mitstreitern gegen Aerion Targaryen und seine Beschützer werfen. Nachdem in Folge 4 bereits Dunks verzweifelter Monolog bzw. seine Ansprache an die Anwesenden in Erinnerung blieb und uns gezeigt hat, was für ein besonderer Mensch er ist, wird der Kontrast zwischen wahrer Ritterlichkeit und überheblicher Machtvorstellungen hier nur noch deutlicher. Aerion (Finn Bennett), der sich u.a. von seinem Vater Maekar (Sam Spruell) und der Königsgarde beschützen lässt, kämpft größtenteils gegen eine Gruppe von Männern, die sich ihre Ritterwürde erarbeiten mussten. Die Erinnerung an die vorherigen brutalen Kämpfe im Rahmen des Turniers und insbesondere Aerions geradezu sadistisches Verhalten lassen Böses erahnen, weshalb es kein Wunder ist, dass sich einige hier überwältigt fühlen – allen voran Dunk. Doch was bleibt ihm anderes übrig, als sich dieser Herausforderung zu stellen – der Tod würde ihn andernfalls sowieso erwarten.

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Was den Schauspielern in solchen Momenten helfen kann, sich in ihre Rolle oder Szene einzufinden, haben sie myFanbase im Interview erzählt. Während für Dexter Sol Ansell bereits die Rasur einen entscheidenden Beitrag geleistet hat, sich in Egg zu verwandeln, erinnert er sich im Gespräch mit Co-Star Peter Claffey auch noch an weitere Hilfsmittel.

Foto: Peter Claffey und Dexter Sol Ansell im Rahmen des HBO Max Launch Events in Berlin (12. Januar 2026) - Copyright: David Jon/Getty Images for HBO Max
Peter Claffey und Dexter Sol Ansell im Rahmen des HBO Max Launch Events in Berlin (12. Januar 2026)
© David Jon/Getty Images for HBO Max

Dexter Sol Ansell: Ich war rund um die Uhr in dieser Rolle, da ich meine Haare abrasieren musste, weil ich ein Glatzkopf war. Egal wann oder wo, ich fühlte mich wie Egg. Und ich fühlte mich wie ein Ei [engl. "egg"].
Peter Claffey: Ja.
Ansell: Das hat mich einfach zu dem Charakter gemacht, denke ich.
Claffey: Dass du kahlköpfig bist? Mit Sicherheit!
Ansell: Dadurch fühlte es sich so real an.
Claffey: Erinnerst du dich, als [Egg] die eigentliche Targaryen-Kleidung bekommen hat? Hat das irgendwie geholfen, ihn so zu sehen?
Ansell: Das fühlte sich seltsam an, und ehrlich gesagt, es fühlte sich wirklich seltsam an, in Targaryen-Kleidung zu stecken, und ich glaube, genau so hätte es Egg auch empfunden.
Claffey: Wirklich?
Ansell: Ja, weil er die Targaryens hasst und sich einfach komisch fühlt und er einfach denkt: "Ich mag das nicht. Ich stehe nicht für all das. Ich möchte das nicht sein."
Claffey: Für mich war es die Rüstung, die [Dunk] gegen Ende trägt, denn in den zwei Monaten Vorbereitungszeit – oder waren es doch eher anderthalb – mussten wir so viel in Kostümen proben und alles perfekt machen, und ich habe es absolut gehasst, das alles anzuprobieren und all das. Aber dann in diese Rüstung, die Stulpenhandschuhe und den Helm zu schlüpfen… Und was mich wirklich freut, ist, dass sie sich an die Graphic Novel von "The Hedge Knight" gehalten haben, diese Rüstung ist dem Original sehr treu.
Ansell: Sie ist perfekt.
Claffey: Ja, genau. Es war einfach perfekt. Aber sich selbst darin zu sehen, versetzt einen irgendwie zurück in die Kindheit, man fühlt sich wie ein Superheld oder wie in "Der Herr der Ringe". Und dieses Spiegelbild, so kitschig es auch klingen mag, brennt sich einfach ins Gedächtnis ein. Genau das versuchst du die ganze Zeit nachzuahmen. Das hat mir also wirklich geholfen: die Rüstung anzulegen.

Dexter Sol Ansell und Peter Claffey über ihre Rollenfindung in "A Knight of the Seven Kingdoms"

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Flashback – Der junge Dunk

Die Serie hat hier erstmals mit ihrem üblichen Schema gebrochen und uns Erinnerungen nicht nur in kurzen Flashbacks präsentiert, sondern einen längeren Einblick in Dunks Jugend gewährt. Nachdem dieser beim Kampf um sein Leben das Bewusstsein verliert, reisen wir in seiner Erinnerung zurück zu den Momenten, die ihn entscheidend geprägt haben. Wie wurde Dunk zu dem Menschen, der heute vor uns steht? Ein Leben lang musste er sich durchkämpfen, lebte meist von der Hand in den Mund und hat von anderen kein Mitgefühl erhalten, außer vielleicht von seiner Gefährtin Rafe (Chloe Lea), die ihm einige wichtige Ratschläge mit auf den Weg gegeben hat. Ihm blieb nichts anderes übrig, als eine gewisse Willensstärke zu entwickeln, um sein Überleben zu sichern, und schon viel zu früh hat er sich mit Verlust und Gräueltaten konfrontiert gesehen. Genau das ist der Grund, warum er auch heute nicht mitansehen kann, wie anderen Unrecht geschieht, selbst wenn er sich dafür in Gefahr begibt. Sein Einstehen für Tanzelle (Tanzyn Crawford) ist so ein Beispiel, das ihn schließlich in die Situation gebracht hat, in der er sich nun befindet.

Foto: Chloe Lea & Bamber Todd, A Knight of the Seven Kingdoms - Copyright: Steffan Hill/HBO
Chloe Lea & Bamber Todd, A Knight of the Seven Kingdoms
© Steffan Hill/HBO

Und auch sein Aufeinandertreffen mit Ser Arlan of Pennytree (Danny Webb) und wie dieser ihn unter seine Fittiche nimmt, ist ein prägendes Ereignis für Dunk, das sich nun in seiner Geschichte mit Egg zu wiederholen scheint. Serienmacher Ira Parker gesteht aber auch: "Er hatte nicht den besten Lehrer der Welt. Ser Arlan war bestenfalls mittelmäßig." Dennoch war er einer der wenigen Menschen, denen Dunks Schicksal nicht egal war, und so hat er auch über seinen Tod hinaus eine große Bedeutung für das Leben seines einstigen Schützlings.

Letztendlich bleibt Dunk jedoch nichts anderes als das Durchhaltevermögen und die Entschlossenheit unter Beweis zu stellen, die er schon sein komplettes Leben benötigt hat. Er würde womöglich gar nicht mehr existieren, hätte er nicht schon immer einen absoluten Überlebenswillen gehabt. Und genau dieser treibt ihn nun durch diesen brutalen Kampf, der aussichtslos zu sein scheint.

Weitere Interviews und Einblicke zu "A Knight of the Seven Kingdoms":


Unerwarteter Beistand – Der ehrenhafte Baelor Targaryen

Ein Mensch, der sich überraschend auf Dunks Seite schlägt ist Baelor Targaryen. Wie in unseren Einblicken zu Episode 4 bereits genauer betrachtet, ist er ein Mensch, der dem typischen Bild der Targaryens widerspricht und sich seiner Bürde als Thronfolger durchaus bewusst ist. Sein Rang verleiht ihm Macht, doch statt blinder Loyalität gegenüber seinem Neffen und Bruder, wählt Baelor den tugendhaften Weg und unterstützt den augenscheinlich unterlegenen Dunk in seinem tapferen Kampf um Gerechtigkeit. Nur dank seines Beistands kann sich Dunk überhaupt dem Urteil der Sieben stellen und damit gibt Baelor die Entscheidung über Dunks Schicksal an die Götter.

Foto: Bertie Carvel im Rahmen des HBO Max Launch Events in Berlin (12. Januar 2026) - Copyright: David Jon/Getty Images for HBO Max
Bertie Carvel im Rahmen des HBO Max Launch Events in Berlin (12. Januar 2026)
© David Jon/Getty Images for HBO Max

Im Gespräch mit Pressevertretern im Rahmen der "A Knight of the Seven Kingdoms"-Premiere in Berlin verriet Baelor-Darsteller Bertie Carvel: "Der Moment, der mich beim Lesen der Drehbücher am meisten begeisterte, war Baelors Ankunft auf dem Turnierfeld. [...] Ich stellte mit Freude fest, dass in diesem Winkel von Westeros Heldentum in einer Welt des hartgesottenen Zynismus noch immer existieren kann – es gibt so etwas wie Güte und Helden noch." Dabei zieht er auch Parallelen zu unserer heutigen realen Welt. "Ich möchte daran glauben, dass es in dieser immer düsterer werdenden Welt noch so etwas wie Güte gibt und dass es noch Raum für Heldentum und Wahrheit gibt." Aus seiner Sicht beschäftige sich Baelor immer wieder mit der Frage, was er eines Tages für ein König sein würde. "Ich glaube, das beunruhigt ihn. Ich denke, er möchte ein guter König sein, was auch immer das bedeuten mag. Aber ich glaube, er ist Realist und Pragmatiker und weiß, dass es sehr, sehr schwierig ist, in einer Welt, die Güte nicht wertschätzt, gut zu sein." Für Carvel habe es sich richtig angefühlt, dass Baelor sich an Dunks Seite gestellt habe. "Das habe ich gebraucht, und ich jubelte und ich weinte und ich wünschte mir das für ein Publikum." Wie habt ihr euch gefühlt, als Baelor sich wider Erwarten nicht auf Aerions, sondern auf Dunks Seite schlägt? Lasst uns dazu gerne einen Kommentar da.

Foto: Bertie Carvel, A Knight of the Seven Kingdoms - Copyright: Steffan Hill/HBO
Bertie Carvel, A Knight of the Seven Kingdoms
© Steffan Hill/HBO

Für Bertie Carvel hieß es nach Episode 5 Abschied zu nehmen. Da trifft es sich gut, dass er immer das Gefühl hatte, Baelor umgebe eine gewisse Traurigkeit. "In der Sprache der Ritterlichkeit würde man es Tristesse nennen", so Carvel. Erneut zog er dabei den Vergleich zu einem Silberrücken-Gorilla: "Wenn du dir diese Tiere ansiehst, ist da eine tiefe Traurigkeit in ihren Augen. Eine Tiefe. Ich wollte, dass [Baelor] diese Tiefe hat." Dabei hat ihm womöglich auch die Herangehensweise geholfen, dass Baelor eine schwere Bürde zu tragen hat. Seine Familie habe eine "Reputation für Rücksichtslosigkeit und Grausamkeit" und "er weiß, dass er gefürchtet sein muss, um ein effektiver Herrscher zu sein, dabei würde er lieber geliebt werden." Baelor Targaryen wird uns in Erinnerung bleiben, denn er repräsentierte die Art von Ritter, die Dunk sein möchte – voller Tapferkeit, Stolz und Tugend.

In unserem kommenden Artikel blicken wir auf das letzte Kapitel der ersten Staffel von "A Knight of the Seven Kingdoms", die ihr exklusiv bei HBO Max streamen könnt. Verpasst außerdem nicht, welchen Ausblick Ira Parker auf die zweite Staffel gibt.

Die Serie "A Knight of the Seven Kingdoms" ansehen:

Catherine Bühnsack - myFanbase

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