Der Cast wächst – und hinter den Kulissen sprudelt die Kreativität
Interviews und Einblicke in Episode #1.02 Das Vermächtnis (Hard Salt Beef)
Nachdem uns der Auftakt von "A Knight of the Seven Kingdoms" insbesondere die Figur des Dunk näher vorgestellt hat, lernen wir in Folge 2 weitere zentrale Charaktere der Serie genauer kennen. Wir konnten im Vorfeld mit dem Cast sprechen und dabei hat uns Bertie Carvel Einblicke in seine Herangehensweise an die Rolle des Baelor Targaryen gegeben. Und auch Shaun Thomas, Tanzyn Crawford sowie Finn Bennett erklärten, wie sich die Kreativität aller Beteiligten und die Gelassenheit von Serienmacher Ira Parker auf ihre Arbeit ausgewirkt hat.

© Steffan Hill/HBO
Wer nach der ruhigeren ersten Folge den subtilen Humor von "A Knight of the Seven Kingdoms" noch nicht erkannt hat, der bekommt ihn in Folge 2 mit dem Zaunpfahl serviert... oder so ähnlich. Doch nachdem man dem Schock der ersten Szene überwunden hat, nimmt die Handlung etwas mehr Fahrt auf und neben dem Auftauchen der Targaryens steigen wir auch langsam ins Ritterturnier ein – Actionszenen vorprogrammiert.
Das Turnier kann beginnen
Serienmacher Ira Parker hatte bereits verraten, dass es ihm wichtig gewesen sei, die Geschichte aus Dunks Perspektive zu erzählen, um dem Publikum eine Identifikationsfigur zu geben. Die Turnierszenen in Folge 2 habe man daher nicht ohne Grund so "beeindruckend und mächtig" inszeniert, "weil wir sehen wollen, wie Dunk es erlebt", so Parker. Er sei mit der Einstellung dorthin gekommen, "es mal auszuprobieren, ein bisschen Ruhm einzuheimsen und noch ein bisschen Geld zu gewinnen. Aber dann sieht er es aus der Nähe." Die Realität holt ihn ein. "Dieses Ritterturnier musste also das Größte und Schlimmste auf der ganzen Welt sein, denn so erlebt Dunk es in diesem Moment." Parker gesteht, dass es ihn gefreut habe, dass George R.R. Martin von dieser Szene so beeindruckt gewesen sei, auch weil es nicht oft vorkomme, dass man einen solchen Moment im Fackelschein inszeniere und noch dazu als "Fünf gegen Fünf"-Kampf. Obwohl man ein geringeres Budget gehabt hätte, wäre es das Ziel gewesen, den Turnierkampf von Matt Smith als Daemon Targaryen aus "House of the Dragon" zu toppen. Ob das gelungen sei, entscheiden nun die Fans. Was meint ihr? Lasst uns gerne einen Kommentar da!

© Steffan Hill/HBO
Mit dem Beginn des Ritterturniers kommen nun auch die hochrangigsten Gäste nach Ashford Meadow – die Targaryens. Baelor Targaryen (Bertie Carvel), der Erstgeborene von König Daeron II., der zu dieser Zeit auf dem Eisernen Thron sitzt, und damit auch der Thronfolger, sowie dessen Bruder Maekar Targaryen (Sam Spruell) nebst Sohn Aerion (Finn Bennett). Auf einen Schlag füllt sich der Cast und es gilt erstmal zu sortieren, wer zu dem gehört und welche Ziele sie verfolgen. Für die Targaryens ist ein solch kleines Ritterturnier eigentlich unter ihrem Niveau, doch nachdem man die Drachen verloren hat, muss man seine Macht behaupten und sich sozusagen volksnah geben. Ob die Gemüter von Maekar und seinem Sohn Aerion für eine solche Volksnähe tatsächlich geeignet sind, werden die nächsten Folgen zeigen.
Egg-Darsteller Dexter Sol Ansell hatte derweil seine wahre Freude daran Sam Spruell und Finn Bennett beim Dreh zu beobachten. Die Dialoge des Vater-Sohn-Gespanns hätten ihn sehr amüsiert ("Was machst du, du Idiot!"), woraufhin auch Peter Claffey aka Dunk ergänzte: "Es ist so lustig zu sehen, wie sich Sam und Finn jetzt miteinander unterhalten und so gut miteinander auskommen, denn sie waren am Set so schrecklich zueinander – also vor der Kamera." – "Nicht am Set!", warf Ansell ein und ergänzte mit einem Schmunzeln: "Vielleicht ein kleines bisschen..." Die Genervtheit, die Maekar und Aerion ausstrahlen, wird ausgeglichen durch Baelor Targaryen, der eine gewisse Erhabenheit und Ruhe ausstrahlt. Er trägt eine große Verantwortung, denkt deutlich strategischer als seine Familienmitglieder. Sein Gespräch mit Dunk gibt diesem neue Hoffnung und dennoch bleibt ein gewisser Zweifel, ob Baelor hierbei Hintergedanken hat.
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"Ich fühle mich in meiner Vorstellungskraft lebendiger als im Hier und Jetzt." - Bertiel Carvel wird zu Baelor Targaryen
Wenn man den Beinamen seines Charakters – der Speerbrecher – hört, denkt man an martialische Kämpfe, da passt das Bild, das Schauspieler Bertie Carvel im Interview abgibt, so gar nicht dazu. Geradezu philosophisch widmet er sich den Fragen und gibt tiefe Einblicke in seine Vorbereitungen für die Rolle und seine Faszination für die Schauspielerei.
Nachdem er bereits verraten hatte, dass er die Vorlage von George R.R. Martin in Vorbereitung auf den Dreh gelesen habe, wollte ich von Carvel wissen, ob er sich auf die Adaption einer bestimmten Szene gefreut habe. Dabei kam es zum Missverständnis über die Art der Vorlage – Novelle oder Graphic Novel – , weshalb er zwar etwas abschweifte, dabei aber interessante Details zu seiner Herangehensweise an eine Rolle verriet.
"Interessanterweise habe ich die Graphic Novels nicht gelesen, obwohl ich mich erinnere, dass ein Stapel davon bei meinem ersten Treffen mit Ira [Parker] und Owen [Harris] auf dem Tisch lag. Ich habe aber nicht wirklich reingeschaut, da ich das geschriebene Wort liebe. Eine der größten Freuden meines Berufs ist es, dass ich beim Lesen von Wörtern auf einer Seite weiß, dass wir am anderen Ende der Wurstfabrik meiner Fantasie und der Fantasie all dieser erstaunlichen Menschen, mit denen ich in Kontakt kommen werde, diese Worte in Bilder verwandeln werden. Aber ein bisschen eifersüchtig auf diese Bilder bin ich schon und vielleicht sollte ich mal einen Blick auf andere visuelle Interpretationen eines Werks werfen, an dem ich arbeite."

© David Jon/Getty Images for HBO Max
Fast schon esoterisch erklärte Carvel, was in ihm vorgeht, wenn er sich auf eine Rolle vorbereitet, und zum Vorschein kommt dabei ein sehr sensibler Mann, der in die Figuren und ihre Geschichten eintauchen und sie verstehen möchte, um sie richtig darstellen zu können.
"Für mich ist es auf jeden Fall so: Wenn ich ein Drehbuch oder einen Roman oder irgendwas, an dem ich arbeiten werde, lese, lese ich mich oft sehr intensiv ein. Irgendwas geschieht dabei in meinem Körper, woran ich erkenne, dass es etwas Aufregendes ist. Ich fühle mich in meiner Vorstellungskraft lebendiger als im Hier und Jetzt. Für mich ist die Vorstellungskraft ein Ort, an dem man frei ist. Du kannst dort alles tun und du kannst jeder sein. Das ist das Beste an der Schauspielerei! [...] Und so entstehen Momente wie dieser, wenn die Figur, an die man denken soll, zum ersten Mal vor dem inneren Auge erscheint. Und noch bevor man weiß, worum es in der Geschichte geht, weiß man, dass man gebeten wurde, die Details dieser Figur auszuarbeiten, und dann taucht sie auf der Seite auf, was auch immer es ist, und man hat ein Bild vor Augen, noch bevor man weiß, was mit ihr passieren wird. Das finde ich aufregend, und man kann sich daran festhalten und sagen: "Ah, so war sie also zu diesem Zeitpunkt." Dann liest man weiter, um herauszufinden, was als Nächstes passiert und ob die ersten Eindrücke richtig waren."
Bertie Carvel über seine Vorstellungskraft und die Arbeit als Schauspieler
In diesen Schilderungen spürt man die Begeisterung, mit der Carvel seiner Arbeit nachgeht, was wohl auch erklärt, wie er bereits in wenigen Szenen einer Figur wie der des Baelor Targaryen eine gewisse Tiefe und eine besondere Ausstrahlung verleiht. Er transportiert das Wesen dieses Charakters, was er mit den Worten "körperlich passiert dabei etwas mit mir" noch unterstreicht.
Außergewöhnliche Kreativität, wohin man schaut
Eine etwas andere Herangehensweise an ihre Rolle hatte dabei Tanzyn Crawford, die als Puppenspielerin Tanselle in Folge 2 eine größere Bedeutung erhält. Sie erzählte: "Man kann seine Figur einfach googlen und alle Informationen über sie herausfinden, die es gibt." Für ihre Darstellung des Charakters habe dies jedoch keine Rolle gespielt. "Ich habe mich mehr auf den Moment konzentriert." Stattdessen habe sie sich die Geschichte von Tanselle ausgedacht und hinterfragt "wie sie zur Puppenspielerin wurde und warum sie in dieser Stadt war." Shaun Thomas, der in "A Knight of the Seven Kingdoms" als Raymun Fossoway auftaucht, pflichtete ihr bei, dass die zukünftige Entwicklung seiner Figur nichts an seiner Darstellung verändert habe. "Der Fokus lag auf der Gegenwart, das Hier und Jetzt, und die Zukunft wird sich wie auch immer entwickeln." Aerion-Targaryen-Darsteller Finn Bennett stimmte zu, gab aber auch zu, dass es Spaß gemacht habe, zu lesen, was seine Figur innerhalb der "Game of Thrones"-Historie für eine Rolle gespielt hat bzw. spielen würde. "Es ist eine gute Lektüre!"
Die professionelle Herangehensweise an ihre Arbeit in "A Knight of the Seven Kingdoms" spiegelte sich auf allen Ebenen wider. Thomas schilderte begeistert: "Einfach alles an der Arbeit an dieser Serie – die Kreativität, die Arbeitsmoral und die Leistung aller Beteiligten – war für mich unübertroffen und mit nichts zu vergleichen, was ich je zuvor gesehen habe." Das habe ihn während des Drehs angetrieben, sein Bestes zu geben, und stimme ihn im Nachhinein sehr dankbar. Für Crawford habe es sich großartig und überwältigend angefühlt, an diesem Set zu arbeiten: "In eine komplett nachgebaute Stadt einzutauchen, war einfach unglaublich. Es hat meine Kreativität ungemein beflügelt." Sie habe tatsächlich das Gefühl bekommen, im Mittelalter gelandet zu sein. Das habe sie "so viel stärker mit der Figur, der Rolle und der Geschichte verbunden".
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Viel von diesem Gefühl, bei "A Knight of the Seven Kingdoms" in einem besonderen Projekt gelandet zu sein, führen Crawford und Bennett auch auf Serienmacher Ira Parker zurück. "Er war wirklich ein sehr, sehr guter Anführer. Er war stets offen für Ideen", erinnert sich Bennett. Crawford zufolge habe er ein besonderes Gespür dafür, "die Gefühle anderer Menschen oder deren emotionalen Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt" wahrzunehmen. Er habe ihr stets das Gefühl gegeben, am richtigen Ort gelandet zu sein. Mit dem Casting für eine "Game of Thrones"-Serie ginge eine gewisse Erwartungshaltung seitens der Fans und Öffentlichkeit und damit auch ein gewisser Druck einher. Nervosität gehörte also insbesondere für die jüngeren Schauspieler zur Tagesordnung. Da habe es geholfen, dass man beim Film "so viele Takes drehen kann, bis es klappt – natürlich im Rahmen des Budgets, aber man kann es schon hinkriegen", lachte Bennett. Für Thomas sei es aber auch die Ausstrahlung von Ira Parker gewesen, die ihm die nötige Ruhe gegeben habe: "Er ist sich der Tragweite der Serie bewusst, aber der Mann ist einfach so cool, ruhig und gelassen."
Die Bühne ist bereitet
Die wichtigsten Hauptfiguren sind eingeführt, Dunks Dilemma erklärt und der Turnierplatz vorbereitet - das Spektakel kann beginnen! Ob Dunk und Egg für die nächsten Herausforderungen aber tatsächlich bereit sind, bleibt abzuwarten. Fest steht bereits, dass wir euch auch zu den kommenden Folgen wieder spannende Einblicke hinter die Kulissen gewähren und exklusive Hintergrundinfos des Hauptcast über die Dreharbeiten zu "A Knight of the Seven Kingdoms" liefern. Schaut also wieder vorbei!
"A Knight of the Seven Kingdoms" könnt ihr in Deutschland exklusiv bei HBO Max streamen.
Die Serie "A Knight of the Seven Kingdoms" ansehen:
Catherine Bühnsack - myFanbase
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