Bewertung: 7

Review: #8.11 Meine sprechenden Hände

Hände sind der Aufhänger dieser Episode. Sie bringen die einzelnen Geschichten in "Scrubs" – Manier zusammen. Das Prinzip ist nicht neu und daher jetzt auch nicht unbedingt ein Grund, begeistert von der Episode zu sein, denn dafür war das etwas zu aufgesetzt.

Kältetherapie

Turk hat einen Patienten, der querschnittsgelähmt ist und eigentlich keinerlei Hoffnungen auf Besserung hat. Turk hat jedoch Schwierigkeiten, dem Vater seines Patienten, diese Nachricht zu übermitteln. Ich fand es in dieser Szene schon hart an der Grenze zum Schamlosen, als Turk plötzlich zu tanzen anfängt. Immerhin machte es klar, wie unsicher Turk ist. Entgegen J.D.s Rat macht er dem Vater aber Hoffnungen. Ein Bericht bei Sportscenter ist vielleicht die Lösung. Eine zuhöchst umstrittene Kältetherapie könnte helfen. Hierbei finde ich es sehr gelungen, dass auch thematisiert wird, dass Turks Idee seinen Job in Gefahr bringt, weil das alles andere als wissenschaftlich ist. Carla macht aber den Schwerpunkt der Geschichte deutlich. Was würde man versuchen, wenn es das eigene Kind ist. Natürlich würde man alles versuchen, notfalls auch das, was eigentlich nicht funktionieren kann. Während Turk als sehr emphatischer Vater dargestellt wird und Carla die fast bedingungslos unterstützende Ehefrau mimt, bleibt J.D. der Teil für die Lacher. Ob die Sportscenter-Vision, Diskussionen über die Melodie oder seine offensichtliche Weiblichkeit, die Carla zuhöchst amüsiert. Die ernste Geschichte wird mal wieder mit lustigen Abschnitten aufgelockert, bleibt aber hier hinter der üblichen Scrubs-Qualität etwas zurück.

Beziehungen

Einen noch größeren Schwerpunkt erhalten andere Beziehungen in dieser Episode. Nachdem wir schon länger nichts mehr von dem jungen Glück des Hausmeisters gehört haben, bekommt er hier richtig viel Zeit zugesprochen, um einen großen Schritt tun zu können. Sein pubertäres Verhalten ist sehr niedlich gewesen und verdeutlichte nur, wie sehr er doch verliebt ist. Das Lady seine Hand einfach nicht nehmen wollte, kann man durchaus als sehr negatives Zeichen werten und dass er sich entfernt, statt das Problem anzusprechen, ist wahrscheinlich auch typisch männlich und somit sehr passend. Das Gespräch war dann ein kleiner Höhepunkt in punkto Unsicherheit. Der Hausmeister kann einfach wahnsinnig gut, sehr lange Unsinn quatschen. Lady unterbricht ihn zum Glück und in den folgenden Minuten kann einem nur das Herz aufgehen. Lady öffnet sich erstmals einem Menschen und die Reaktion des Hausmeisters ist zuckersüß. Diese kleine Aussprache war eine der besten Szenen der Episode.

Im Kontrast zu dem jungen, verunsichtertem Glück steht dann das alteingesessene Glück von Cox und Jordan, was schon so viel hinter sich hat und trotzdem ähnlich unsicher ist. Wie Jack seine Mutter an der Nase herumführt, ist schonmal sehr amüsant gewesen. Dass Cox dies als Anlass nimmt, dem dauerhaften Streit, der nur Ausdruck ihrer Liebe ist, Nahrung zu geben, war zu erwarten. Doch ihre Beziehung hat sich entwickelt. Es geht nicht nur noch darum, sich anzugiften. Cox hat sogar seinen Ehering angelegt, was Jordan auf die Palme bringt, weil es Veränderung bedeutet, die sie nicht möchte, weil es ohne wunderbar funktionierte. Man erinnert sich an die Zeit, als sie harmonierten, dann erfuhren, dass sie noch verheiratet seien und sich nur wieder zusammenraffen konnten, weil Cox einen fast schon romantischen Scheidungsantrag gemacht hat. Nun entwickeln sie sich doch zu einem fast normalen Paar und auch Jordan muss feststellen, dass es sich mit Ehering gar nicht so schlecht lebt.

Den besten Part der Episode durfte dann die Beziehung für sich verbuchen, die in dieser Episode und dieser Staffel eigentlich gar keine Rolle spielte, aber seit Jahren immer den meisten Diskussionsstoff zu bieten hatte. Das war ein unglaublich cleverer Schachzug der Autoren. J.D. und Elliot sind inzwischen so erwachsen, dass sie allen anderen vorzeigen, wie eine Beziehung funktioniert. Und wie Elliot eben ist, will sie nun ihren Erfolg in Form von Ratschlägen an alle weiter geben. Doch Jordan macht hier deutlich, warum Elliot und J.D. jetzt kaum noch thematisiert werden. Einfach nur herrlich. Ein toller Kurzmonolog, der sicherlich auch dazu da ist, den Fans zu begründen, warum das Hin und Her zwischen Elliot und J.D. beendet ist. Als J.D. dann auch noch an das erste Gespräch über Elliot denkt und das sehr romantisch übermittelt, ist die Szene perfekt. Allein diese Szene ist es wert, diese Episode erneut zu schauen.

Fazit

Turks Storyline konnte nur in Ansätzen überzeugen, die Beziehungen hingegen wurde gut inszeniert und hatten ihre Highlights. Kelso durfte auch immer noch nen Kommentar abgeben, aber der ganz große Wurf ist mit der Episode einfach nicht gelungen. Ehrlich gesagt habe ich sogar die ganzen Neulinge ein bisschen vermisst.

Emil Groth – myFanbase

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