Bewertung: 6

Review: #1.09 Tiere, Menschen, Endstationen

Die Folge kann nicht mit den bisher gezeigten Folgen mithalten, was nicht heißen soll, dass man sich über Shawn und Gus nicht amüsieren konnte oder den Autoren die Ideen auszugehen drohen. Irgendwie fehlte dem Fall an sich etwas Pepp.

Seans Kindheit

Einmal mehr durften wir Zuschauer zu Beginn der Episode Zeuge werden, wie streng Shawn von seinem Vater erzogen wurde. Kein Wunder, dass er sich im Erwachsenenalter nun gegen seinen Vater stellt und genau die Sachen macht, die Henry gegen den Strich gehen. Dieser schafft es einfach nicht, im Privaten den Schalter von Polizist auf Vater umzulegen und springt mit seinem kleinen Sohn um, wie mit jedem x-beliebigen Verdächtigen. Dass einen kleinen Jungen solche Erfahrungen prägen, ist absolut logisch und Henry dürfte sich eigentlich gar nicht wundern, denn er trug sicherlich dazu bei, dass Shawn nicht erwachsen werden will.

Richtig gut gefallen hat mir dieses Mal, dass man während des eigentlichen Falls endlich einmal direkt auf Shawns Kindheit eingegangen ist. Oft stehen diese kleinen Einschübe am Anfang ziemlich alleine da und Shawn tut irgendetwas, das ihm in der Folge später wieder einfällt und das er genau so macht, wie er es früher von seinem Vater gelernt hat. Das wird auf Dauer etwas langweilig, weil diese kleinen Rückblicke meist nur zeigen, welch ein Tyrann Henry war. Dieses Mal ging es in eine andere Richtung, da Captain Conners, Vorgesetzter seines Vaters, der der einzige war, der Shawn geglaubt hatte, nun seinerseits Hilfe braucht und nur noch Shawn hat, der ihm zur Seite steht. Interessant, wie sich die Verhältnisse nun verschoben haben.

Der Fall der Woche...

...hängt dieses Mal, wie gesagt, stark mit Shawns Kindheit zusammen, weswegen er eindeutig in den Vordergrund gestellt wird und Gus bis auf ein paar kleine, witzige Szenen ins Hintertreffen gerät. Ich finde es ein wenig schade, dass man Gus ab und an zu "dem Kerl neben Shawn" degradiert und ihn nur zur Zielscheibe von Shawns Verrücktheiten macht. Imposant ist jedoch, dass Gus diese irren Einfälle von Shawn immer mit macht. Auch wenn er sich innerlich dagegen sträubt, lässt er seinen Freund niemals hängen. Das muss man Gus wirklich hoch anrechnen - er steht zu Shawn, was auch immer er sich als nächstes einfallen lässt. Das nenne ich echte Freundschaft, die wir so nur selten im TV bewundern können.

Auch Lassiter und Juliet waren in der Folge beinahe arbeitslos, da dieses Mal eben nicht Shawns Fähigkeiten im Vordergrund standen, sondern ein alter Mann, dem niemand mehr glaubt und der nur noch einen verrückten Möchtegern-Detektiv an seiner Seite hat. Wie Shawn den Fall letztendlich lösen konnte, ging ein wenig an mir vorbei, da mir ehrlich gesagt die Spannung gefehlt hatte, um kontinuierlich vor der Glotze zu hocken. Manchmal laufen die Fälle viel zu reibungslos ab - ich würde gerne mal sehen, dass auch Shawn an seine Grenzen gehen muss und ihm nicht immer ein Beweis nach dem anderen in den Schoß fällt.

Fazit

Diesmal erwartete uns eine deutlich schwächere Folge, die hoffentlich die Ausnahme bleiben wird. Natürlich konnte man lachen, aber deutlich weniger als in den letzten Folgen.

Melanie Brandt - myFanbase

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