Bewertung: 7

Review: #4.13 Fulgencio geht halt gar nicht

Der Nachteil an starken Episoden ist, dass diese die Messlatte sehr hoch legen. Letztendlich darf jede Serie gute und weniger gute Episoden haben. Diese Folge war sehr gut, aber durchaus nicht die beste.

"F. U. Pritchett"

Jeder, der "Modern Family" kennt, weiß, dass Jay seine Probleme mit seinem Schwiegersohn Phil hat. Doch in dieser Episode darf Jay das Schwiegereltern-Problem mal von der anderen Seite betrachten. Durch die Geburt ihres Sohnes kommen Glorias Mutter Pilar und Schwester Sonia die Familie besuchen. Als Jay Pilar auf den Babynamen in spe, Fulgencio, ansprechen will, sagt diese ihm eiskalt, dass sie ihn nie gemocht hat. Sie gibt es schlichtweg der Familie wegen vor. Jay kann dies nicht verstehen. Jeder mag ihn. Wieso seine Schwiegermutter nicht? Mit Claires Hilfe stellt er dann aber witzigerweise fest: "Son of a bitch, I'm Phil". Jay versucht allerdings Anerkennung zu gewinnen, indem er sie ganz normal behandelt. Das finde ich etwas schade. Phil kämpft auf sehr lustige Weisen um Jays Anerkennung. Es wäre lustig gewesen, dies beim alten Jay mal zu sehen. Dennoch sind seine kleinen Ausraster in der Folge sehr amüsant. Mein persönlicher Lieblingsspruch kam in der Kirche. "We're in a house of God, damnit." Es ist auch lustig zu sehen, wie viel Angst er vor Glorias Mutter hat. Er versteckt sich ja praktisch hinter Manny.

Dass Jay etwas gegen den Name Fulgencio hat, kann ich sehr gut nachvollziehen. Es ist nicht unbedingt ein schlimmer Name, allerdings ist er in Amerika wohl eher unüblich. Zusammen mit dem Zweitnamen Umberto macht es für den Kleinen auch nicht besser. Fulgencio Joseph Pritchett ist, so finde ich, ein guter Kompromiss. Ich gehe mal davon aus, dass Joe sein Rufname werden wird und das macht so Vieles einfacher für ihn. Die kleinen Seitenhiebe für Claire, Mitchell und Manny finde ich gelungen und sehr schön. Über Manny (in dessen Anwesenheit) sagt Jay beispielsweise:"„He likes girls. Can’t get them but he likes them." Immer wieder betont er, dass er noch nie so glücklich war wie jetzt mit dem kleinem Baby. Dies ist nicht besonders schön zu hören für Mitchell und Claire. Es wäre schon sehr traurig, wenn Jay dies ernst meinen würde. Sicherlich sagt er dies in einem Schwall von Freunde und liebt seine zwei Ältesten genauso sehr.

"You could go for a walk in your closet and never come back."

Besonders schön finde ich in dieser Folge, dass man hier endlich Glorias Familie kennenlernt. Schnell wird klar, woher die Kolumbianerin ihre Schlagfertigkeit und ihren Witz hat. Anfangs hielt ich Sonia für etwas merkwürdig, so scheinen doch die Frauen in Glorias Familie sehr stark zu sein. Hierbei fand ich sehr lustig, dass Sonia die Lebensart in Amerika nicht so ganz verstanden hat. Sie sucht den Fluss, um darin Wäsche zu waschen, und will im Garten Mais ernten gehen. Schön war es auch, als sie dachte, jeder in der Stadt würde seine schöne Kleidung in Glorias Schrank lagern. Eigentlich ist es traurig, dass Sonia so ein armes Leben führt, wohingegen es ihrer Schwester an nichts fehlt. Ich kann gut verstehen, dass Sonia nicht viel von Gloria hält. Sie wurde übergangen bei der Chance nach Amerika zu gehen und später sogar bei der Gelegenheit Jay kennenzulernen. Nun muss sie sich anschauen, wie gut es Gloria in dem Leben geht, dass sie gehabt hätte. In der Kirche platzt ihr endlich der Kragen und spätestens hier merkt man, dass auch sie Teil dieser lauten Familie ist. Genauso wie ich mich zwischen Jay und Phil auf Phils Seite stellen würde, so stehe ich auch in Pilars Fall auf der Seite des Schwiegersohnes. Jay tut offensichtlich viel für Glorias Mutter, doch dieser erkennt dies nicht. Anstatt offen zu sagen, was sie stört, hüllt sie sich lieber in Schweigen und tut so, als würde sie Jay mögen. Ich bin ein Fan von Offenheit, denn so kann man sich Vieles leichter machen. Obwohl uns dann die sehr witzige Szene in der Kirche leider verwehrt geblieben wäre.

"Today Ladies."

Dass Kinder nicht nur ein Segen sein können, zeigt die Geschichte um Cam und Mitchell. Lily hat begonnen, ein negatives Verhalten an den Tag zu legen, was bei ihren Vätern für Angst sorgt. Sie befürchten, dass sie es sich von ihnen abgeschaut habe. Die Furcht ist berechtigt, immerhin sind Beide sehr schnell mit ihren Kommentaren. Gerade durch Lilys Beiträge wird diese Geschichte sehr lustig, dennoch ist es die Schwächste diese Woche. Es ist nicht wirklich etwas Neues, dass sich Cam und Mitchell die Schuld gegenseitig in die Schuhe schieben wollen. Dass Cam seinem Partner nicht von dem lila Höschen erzählt, welches an Mitchells Hose hängt, finde ich schon sehr fies. Gerade in der Kirche. Trotzdem sorgt besagtes Höschen für einen Lacher, als Cam sich damit die Tränen wegwischt. Schließlich stellt er fest: "We’re not bad parents, Claire is."

"Don’t ever ask me about my business Claire."

Ich muss leider gestehen, dass ich "Der Pate" nie gesehen habe. Trotzdem bin ich mir aber sicher, dass es viele Anspielungen in Phils Geschichte gab. Eigentlich ist es schade, dass nur Claire als Helfer in der Not gilt. Schließlich ist Phil, nur weil er freundlicher ist, auch in der Lage Probleme zu lösen. Er möchte sein Problem und die seiner Kinder mit Freundlichkeit lösen, was im Endeffekt aber zu mehr Schwierigkeiten führt. Er macht sich lächerlich bei Lukes Kumpel mit Worten wie "Quedicouless" und "Epic Fail" und nennt eine Nachbarin am Telefon einen Mann. Phils vergebliche Versuche finde ich wie immer amüsant, dennoch liebe ich seine dunkle Seite. Sehr schön ist auch das Ende, als Phil eiskalt an seinem Schreibtisch sitzt und Luke Claire die Tür vor der Nase zu macht. Ich finde es auch schön, wenn man Anspielungen aus Filmen oder andere Serien erkennt. Schließlich macht man sich nicht lustig, sondern zeigt dadurch eine gewisse Zuneigung. Bei der Taufe gibt es wohl keinen Film, der besser passen würde als "Der Pate". Seit Beginn der Folge spielt Phil darauf an und am Ende darf sich Luke so richtig austoben. Auf diesem Wege möchte ich noch einmal betonen, dass Spenser McNeil (Reuben) einen sehr schönen Schrei dargelegt hat. Luke und Phil sind ein super Team und ich hoffe die Beiden werden noch sehr lange zusammen Mist bauen.

Komisch fand ich auch Phils Art zu fluchen. Ich fand es immer sehr witzig, wie viel Kreativität die Autoren in so ein kleines Detail stecken. Mein Favorit ist bisher immer noch "Sweet and sour chicken" als Ausruf von Ärger. Es ist zwar nur eine Kleinigkeit, dennoch machte sie für mich Phil noch liebenswerter.

Fazit

Alles in allem ist auch #4.13 eine solide Folge mit Witz und einer guten Storyline. Ich gebe der Folge sieben Punkte, da Jay und Phil die Episode nach vorn Treiben und wir Gloria und ihre Familie besser kennen lernen, was länger schon überfällig war.

Martin Thormann - myFanbase

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