Bewertung: 7

Review: #2.07 Patrioten und Tyrannen

Das war sie also, die wohlmöglich letzte Episode der Serie und damit ein Abschluss, der zwar die Problematik um die Bombe beendet, aber eigentlich auch der Beginn einer völlig neuen Handlung ist. Ein Bürgerkrieg wird das Land die nächste Zeit wohl beherrschen.

Jericho

Eric und die anderen sind immer noch dabei, Widerstand zu leisten, auch wenn sie aufgrund der Militärdominanz von Beck nicht wirklich gute Karten haben. Als sie das Angebot bekommen, von Constantino Hilfe zu erhalten, gibt es Diskussionen. Stanley ist konsequent und will sich nun endlich um seine Schwester kümmern. Eric kämpft mit sich selbst, sieht aber keinen Ausweg und trifft sich mit Constantino. Dabei erkennt er aber zum Glück schnell, dass dies einfach keine Lösung ist. Er entscheidet sich dafür, Stanley zu helfen und beendet somit den Protest. Das ist meiner Meinung nach eine längst überfällige Entscheidung gewesen. Die Sturheit der Bürger, auch wenn sie wussten, dass sie recht haben, war völlig unproduktiv. Beck hat dadurch nur verstärktes Misstrauen bekommen und fühlte sich zu diesen drastischen Maßnahmen gezwungen. Der Konflikt hat sich letztlich dann aber doch schnell aufgelöst, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass man einfach keine weiteren Epis oder Zeit hatte, um dies ordentlich aufzulösen.

Zu dem guten Ende kam es letztlich auch nur deshalb, weil Heather gezwungen war, Beck ins Gewissen zu reden. Leider hatte sie auch nicht die Möglichkeit, ihn völlig aufzuklären, aber ihre sehr beherzte Ansprache hat Beck aufgerüttelt und wahrlich die Augen geöffnet. Eine starke Szene von ihr. Die beschlagnahmten Sachen von Hawkins hat Beck sich daraufhin genauer angeschaut und dies hat endlich sein mulmiges Gefühl erklärt, was er eigentlich immer hatte, aber nicht für wahr haben wollte, weil er als Soldat und als Mensch an dieses Land glaubte. Jetzt weiß er es aber endlich besser und zieht seine Konsequenzen. Dies war im Endeffekt alles nicht überraschend, weil Beck schon seit Beginn der Staffel so wirkte, als ob er mit solchen Fakten umzugehen wüsste. Stellt sich nach wie vor die Frage, warum Hawkins ihm das nicht zugetraut hat, aber das Risiko war wohl seiner Meinung nach einfach zu groß. Dass auch seine Untergebenen schließlich auf seiner Seite stehen, war natürlich aufgrund der Beweislage sehr logisch, wurde allerdings als sehr patriotische Szene umgesetzt, die mir ein wenig zuwider war, aber so sind die Amerikaner eben und das wird man ihnen auch nicht nehmen können.

Sollte es doch noch eine dritte Staffel geben, kann man hier natürlich gut ansetzen und aus Jericho eine kleine Insel kreieren. Militär und Bürger wissen nun die Wahrheit, gehören aber der Regierung an, die diese Wahrheit zu vertuschen suchte. Da wäre viel Potenzial vorhanden, in denen alle bekannten Charaktere eine wichtige Rolle spielen könnten.

Geschichte schreiben

Die wesentlich wichtigere Aufgabe kommt Jake und Robert zu. Sie müssen irgendwie in den Besitz der Bombe kommen, um zum einen Millionen unschuldiger Menschen in Cheyenne zu retten und zum anderen Texas den Beweis für die Verschwörung zeigen zu können, damit sie sich gegen die Regierung stemmen. Wie die beiden so schnell nach Cheyenne kommen (offenbar ohne Probleme), ist wohl zeitbedingt einfach ausgelassen worden. Dass die beiden schnell an Hilfe kommen, macht sich ebenfalls günstig für ihr Vorhaben. Schön war hier, dass Gray Anderson noch mal auftauchte, der in der Zwischenzeit auch merkte, dass Vieles im Argen liegt. Seine Rückkehr nach Jericho war sicherlich auch bedrückend, aber die Idee mit der Fahne hatte was und er wird sich bestimmt auch schnell von den Tatsachen überzeugen lassen und die Stadt im Kampf gegen die Regierung anführen, wenn das zur Debatte stünde.

Jake muss dann zunächst mit dem Misstrauen von Roberts Kontakt leben, als sie die Bombe zurückerobern. Dieser hätte aber mal lieber gegenüber den Fahrern misstrauischer sein sollen. Diese Nachlässigkeit bestraft John Smith sofort. Wie so ein Bösewicht aber ist, will er Hawkins erst erzählen, wie toll er ist, bevor er ihn erschießt, doch da kommt Jake gerade noch rechtzeitig zur Rettung. Ich hielt es durchaus für möglich, dass Hawkins nicht überlebt und Jake der alleinige Retter wird, aber dazu wusste Jake wohl zu wenig. Spannend war diese Szene trotzdem. Zumal ich dann echt ratlos war, wie die beiden da nun raus kommen. Die Idee mit der Botschaft war dann wirklich super und Hawkins kann sich bei Chavez bedanken, dass dies auch wirklich geklappt hat. Der Rest war dann wieder verkürzt. Wie kamen sie zum Flughafen? Warum kamen die Abfangjäger erst kurz vor der Grenze? Nun gut, es war eben nicht viel Zeit. Letztlich war es trotzdem spannend, obwohl man wusste, dass es bestimmt ein gutes Ende nehmen wird.

Zu bieten hatte dieser Part insgesamt schöne Szenen zwischen Jake und Robert, wobei letzterer ein bisschen sehr aufopferungsvoll und selbstlos war. Hawkins stand in diesen Momenten einem Jack Bauer aus "24" in Sachen Patriotismus in nichts nach. Mir war das auch wieder ein bisschen zu viel, aber irgendwie wirkte es trotzdem nicht aufgesetzt, sondern stimmig mit der Figur. Wie fühlt es sich nun also an, Geschichte zu schreiben? Weltretter zu sein, ist bestimmt was Tolles, aber Jake hat sich in der Serie schon immer für das Gute eingesetzt, insofern dürfte es für ihn kein neues Gefühl sein, auch wenn die Bedeutung seiner Handlung diesmal ein deutlich größeres Ausmaß hat.

Dieses Ausmaß würde sich wirklich gut für eine dritte Staffel machen. Die USA stehen im Bürgerkrieg. Die Befürworter der Regierung von Cheyenne müssten nach und nach überzeugt werden, was wirklich vor sich geht und Jericho bildet ein kleines "Gallien". Möglich wäre eine Fortsetzung also auch mit dieser Version ohne richtigen Cliffhanger.

Fazit

Ein gutes Serienfinale, was darunter leidet, dass es aufgrund der geringen Anzahl an Episoden doch in Zeitnot gelangte und somit das ein oder andere doch sehr verknappt zum Ende bringen musste.

Emil Groth - myFanbase

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