Bewertung: 8

Review: #2.19 Liebe und Wahrheit

Foto: Camryn Manheim - Copyright: 2007 ABC Television Studio. All rights reserved. No Archiving, No Resale./Michael Yarish
Camryn Manheim
© 2007 ABC Television Studio. All rights reserved. No Archiving, No Resale./Michael Yarish

Diese neue Folge beginnt nicht sehr vielversprechend. Man sieht einen ungepflegten Mann, wie er sich im Fernsehen ein Basketball-Spiel anschaut und wenig später von einem Geist im Waschkeller erschreckt wird. Zufälligerweise spielt sich das alles im Wohnhaus von Delia ab und so wird auch deren Sohn, Ned, von dem zunächst unbekannten Geist heimgesucht. Der Geist verwüstet sogar Neds Zimmer und scheint recht aggressiv zu sein. So langsam wird die aber Folge spannend. Lange weiß man nicht, wer der Geist ist und was er will.

Für lustige Momente sorgt dazwischen ein nackter Geist, der an allerlei Orten auftaucht und seine blanke Front- und Hinteransicht gekonnt zu kaschieren weiß. Auch Delias Pannen-Date, bei dem sie von ihrem Verehrer fast in Brand gesteckt wird, ist lustig anzuschauen. Gekonnt wird hier der Bogen zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit gesponnen, ohne dass man gezwungen würde, allzu lang in dem einen oder anderen zu verhaften.

Bis hierin ist für mich alles rund in dieser Folge. Als sich jedoch abzeichnet, dass es sich bei dem Geist, der sich an Ned geheftet hat, um Delias vor einigen Jahren verstorbenen Ehemann, Charly, handelt, regt sich bei mir leichter Widerstand. Denn nun wird einem die Absicht dieser Folge schlagartig vor den Kopf geknallt. Charly soll anscheinend der Aufhänger dafür sein, dass Melinda ihrer Freundin endlich ihre besondere Gabe offenbart. Sehr praktisch, dass hierfür nun ausgerechnet Delias verstorbener Mann aus der Versenkung geholt wird und dieser sich zu allem Überfluss auch noch anstrengt, sie mit einem anderen Mann zu verkuppeln.

Naja, die Geschichte lässt insoweit zu wünschen übrig, jedoch ist man von der schauspielerischen Leistung der Akteure in dieser Folge so eingenommen, dass man über die schwächelnde Handlung gerne hinwegsieht. Delias zornige Reaktion auf Melindas Geständnis, sie könne mit Geistern sprechen, ist für mich absolut verständlich. Und, wie Camryn Manheim das Ganze schauspielerisch umsetzt, ist einen Wucht. Sie ist so überzeugend und ernsthaft, dass man ihr förmlich an den Lippen klebt, als sie Melinda die Freundschaft kündigt. Sehr rührend ist in der Folge, dass Delia am Ende dennoch die Größe besitzt, um auf Melinda zuzugehen und sich mit ihr zu versöhnen, auch wenn sie einräumt, nicht wirklich nachvollziehen zu können und wollen, was Melinda mit den Geistern zu schaffen hat.

Ein echtes Highlight war für mich auch Charlys Verabschiedung von seiner Familie. Camryn Manheim schafft hier zu hundert Prozent Delias Spagat zwischen "glauben wollen" und "nicht glauben können", was Melinda ihr als letzte Worte ihres Mannes überbringt, zu vermitteln.

Fazit

Eine trotz der eigentlich zu offensichtlich verpackten Absicht, für einen Showdown zwischen Delia und Melinda zu sorgen, besticht diese Folge durch die tolle schauspielerische Leistung der Akteure. Vor allem Camryn Manheim leistet in dieser Folge Großes. Mochte ich ihre Darstellung bei der Einführung ihres Charakters zunächst überhaupt nicht, war ich dieses Mal fasziniert von ihr. Auch wenn meine Vorbehalte ihrem Charakter Delia gegenüber noch nicht restlos beseitigt sind, so wurde für mich nun jedoch der Weg bereitet, um sie zu einem tragenden Pfeiler der Serie zu entwickeln. Insgesamt eine solide und sehr unterhaltsame Folge, die sich ihre gute Bewertung wirklich verdient hat.

Anne L. - myFanbase

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