Bewertung: 2
Charles Herman-Wurmfeld

Natürlich Blond 2

Jetzt wird es richtig bunt!

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Nachdem Elle (Reese Witherspoon) im ersten Teil die Elite-Uni Harvard unsicher gemacht hat, so hat sie mittlerweile den Uni-Abschluss mit Bravour bestanden und eine Einstellung in einer der angesehensten Wirtschaftskanzleien Bostons an Land gezogen. Sie steht zudem kurz vor der Hochzeit mit Emmett (Luke Wilson). Doch was wäre eine Hochzeit ohne die ganze Familie bei sich zu haben? Und so beschließt Elle, die Familie ihres Chihuahuas Brutus zu suchen, da die ebenfalls bei der Hochzeit anwesend sein soll.

Bei ihrer Suche findet sie heraus, dass das Kosmetikunternehmen V.E.S.A.C.E. die Hunde für Tierversuche benutzt. Dagegen will sie etwas tun. Nach Protesten in Boston, die ihr den Job kosten, beschließt sie kurzerhand, mit einer Gesetzesvorlage (der "Brutus Vorlage") dort hinzugehen, wo Gesetzte gemacht werden: nach Washington. Dort läuft zunächst nicht alles positiv für Elle. Die Mitarbeiter in der neuen Kanzlei meiden sie und Elle scheint mit niemandem Freundschaft schließen zu können. Doch mit ihren eigenen Methoden und einer gehörigen Portion Cleverness wickelt sie schnell auch in Washington so einige Leute um ihren manikürten Finger...

Kritik

"Natürlich Blond" spielte sich mit einer gehörigen Portion Witz, Charme und Selbstironie schnell in die Herzen der Kinobesucher. Nach knapp zwei Jahren - Reese Witherspoon ist mittlerweile ein großer Hollywoodstar geworden - folgte dann die groß angekündigte Fortsetzung.

Ich war ja schon vom ersten Teil nicht hundertprozentig überzeugt und dachte mir, vielleicht ist der zweite besser. Aber wie so oft war dies nicht der Fall, der zweite Teil baut gegenüber dem ersten gehörig ab und ich wundere mich wirklich, wie man so großartige Schauspielerinnen wie Reese Witherspoon und Sally Field mit so einen Drehbuch locken konnte. Es bleibt mir ein Rätsel.

Der Film nimmt Nichts und Niemanden ernst. Was beim ersten Teil jedoch locker und spritzig rüber kam, wirkt nun aufgesetzt und gezwungen. Den Charme und den Witz, den der erste Teil versprühte, sucht man im zweiten vergeblich.

Das Einzige was diesen Film erträglicher macht, sind Reese Witherspoon und Sally Field. Die Schauspielerinnen versuchen mit Charme und Natürlichkeit zu retten, was zu retten ist. Sie schaffen es beide, vor allem aber Witherspoon, trotz des miserablen Drehbuchs schnell die Sympathien des Publikums auf ihre Seite zu ziehen. Und auch Luke Wilson zeigt in den paar Szenen, die er dabei ist, was er kann. Es bleibt aber die Frage, wie lange und mit wie viel Geld man Witherspoon überreden musste, den absurden Tanz der Studentenverbindung Delta Nu zu tanzen. Diese Szene ist einer der Tiefpunkte des Films und tut schon beim Hingucken fast weh.

Vor allem bei der Gestaltung der Rollen haben die Drehbuchautoren diesmal einiges falsch gemacht. Und auch was die Realitätsnähe betrifft, so ist dieser Teil noch absurder als der erste. Den Figuren selber fehlt es meist an Glaubwürdigkeit und die kann selbst der beste Schauspieler nicht einholen, wenn das Drehbuch es nicht hergibt. Am Ende bleibt der Eindruck, dass man nur den Erfolg von "Natürlich Blond" ausnutzen wollte, um noch mehr Geld einzuheimsen. Diese Rechnung ging auch auf: "Natürlich Blond 2" war ein respektabler Hit und spielte fast das Doppelte der Produktionskosten wieder ein.

Fazit

Der Film ist nur dank Reese Witherspoon und Sally Field zu ertragen. Er ist peinlich und hat jeden Feel-Good-Charme gegenüber dem ersten Teil verloren.

Eva Klose - myFanbase
16.05.2007

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