Bewertung: 9
Sam Mendes

American Beauty

... sehen Sie genau hin.

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Inhalt

Lester Burnham (Kevin Spacey) ist überhaupt nicht zufrieden mit seinem Leben. Seine Frau (Annette Bening) hat keine Lust mehr auf ihn, seine Tochter (Thora Birch) hasst ihn und er selbst kann sein Leben nicht so leben, wie er es will. Doch er versucht, aus dieser Spirale wieder heraus zu kommen. Aber schon die ersten Worte von ihm, dass er in weniger als einem Jahr tot sein würde, lassen darauf schließen, dass das wohl nicht ganz klappt, oder doch? Was wird wohl alles passieren müssen, damit aus seinem nach außen hin geordnet scheinenden Leben sein Tod entsteht?

Kritik

Dieser Film ist von der ersten Minute an spannend, schon Lesters erste Worte sind der Schlüssel dafür. Man fragt sich die ganze Zeit, wer könnte ihn denn umbringen und vor allem, warum? Oder war das vielleicht gar nicht ernst gemeint und er lebt am Ende doch noch?

Die allerersten Verdächtigen sind gleich mal seine eigene Tochter und deren Freund. Sie drehen ein Video und er fragt, ob er ihren Vater umbringen soll, worauf sie mit "Ja" antwortet. Da das die erste Szene des Films ist, weiß man überhaupt noch nicht, um was es überhaupt geht.

Insgesamt ist der Film lustig und regt zum Nachdenken an und das oft sogar in den selben Szenen. Nach außen hin sind Lester und Carolyn das perfekte Ehepaar mit einem schönen Haus und einer Tochter, aber wenn die Türen geschlossen sind, sieht man, dass sie sich überhaupt nicht mehr verstehen und Lester sein ganzes Leben im Prinzip egal ist. Ein Grund dafür könnte aber auch Lesters plötzliche Sinneswandlung sein. Er versucht, nachdem ihm gekündigt wird, sein Leben neu zu beginnen und stößt dabei schon bei seiner Frau und seiner Tochter auf Missgunst. Ganz schlimm wird es, als er anfängt, Drogen zu nehmen.

Ganz verrückt wird es allerdings, als die neuen Nachbarn einziehen, bestehend aus einem Mann mit Frau und Sohn. Frank Fitts, so der Name des Familienoberhauptes, ist bei der Army gewesen und kann es nicht ab, wenn zum Beispiel Schwule bei ihm anklopfen und etwas zum Einzug schenken wollen. Ebenso kontrolliert er seinen Sohn auf Drogen, indem der von Zeit zu Zeit Urin abgeben muss. Doch auch sein Charakter dreht sich praktisch um 180 Grad und am Ende könnte selbst er als Täter in Betracht kommen.

Es werden einige Traumsequenzen eingebaut, in der Lester sich mit der Freundin seiner Tochter, Mena Suvari, zusammen sieht. Was es mit ihr auf sich hat, wird erst in den letzten Minuten des Films klar, ebenso, wer nun der Mörder ist und ob es überhaupt einen gibt.

Kevin Spacey spielt seine Rolle perfekt und man hat wirklich das Gefühl, dass er diese Rolle selbst gemocht hat. Den Oscar als "Bester Hauptdarsteller" hat er allemal verdient. Auch Annette Bening als seine Frau wird sehr gut gespielt und man bekommt manchmal wirklich Mitleid mit ihr. Auf der anderen Seite ist sie aber auch selbst an der Misere schuld, denn wer seinen eigenen Mann vernachlässigt, nur weil er angeblich nichts bringt, dessen Ehe ist scheinbar sowieso schon lange kaputt.

Was den Film so lustig erscheinen lässt, ist zum einen schon die Wortwahl und zum anderen: Wer würde nicht lachen, wenn Lester auf einmal ausrastet und einen Teller voll mit Essen an die Wand wirft, danach aber ganz ruhig weitermacht?

Alles in allem ein wundervoller Film, bei dem man nachher sicher auch mal genauer auf seine eigene Familie und die der Nachbarschaft sieht. In einer Welt, in der niemand den anderen genau kennt, kann ja nichts Gutes herauskommen. Genau das will uns der Film auch sagen.

Fazit

Nicht umsonst hat "American Beauty" 1999 fünf mal den Oscar (unter anderem für "Bester Film") gewonnen, insgesamt 66 Nominierungen erhalten und 83 mal Preise eingeheimst. Kevin Spacey muss man nach dem Film einfach lieben. 9 von 9 Punkte für ein solches Meisterwerk.

Elsa Claus - myFanbase
04.02.2007

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