Bewertung: 5
Paul Weitz

American Dreamz - Alles nur Show

Wenn sich ein gerissenes Kleinstadtgirl den amerikanischen Traum erfüllen will, der US-Präsident Publicity braucht und ein arabischer Terrorist Musikkarriere macht, dann ist das Chaos vorprogrammiert und es werden hohe Einschaltquoten erzielt.

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Inhalt

Die Castingshow "American Dreamz" ist die beliebteste Fernsehshow der USA. Martin Tweed (Hugh Grant), der Moderator der Sendung, will noch höhere Einschaltquoten erzielen und sucht für die neue Staffel ungewöhnliche Kandidaten. Die findet er unter anderem in der gerissenen Kleinstadtsängerin Sally (Mandy Moore), die das Publikum nach Herzenslust manipuliert, und in dem jungen Araber Omer (Sam Golzari).

Zur gleichen Zeit sinkt das Ansehen des US-Präsidenten Staton (Dennis Quaid) immer mehr, so dass ihn sein Berater, der den naiven und einfältigen Staton lenkt, als Gast-Juror ins Finale von "American Dreamz" bringt. Was keiner ahnt: Omer ist ein Schläfer, der sich im Finale der Show selbst in die Luft sprengen und den Präsidenten so töten soll.

Kritik

"American Dreamz - Alles nur Show" ist sowohl als Politsatire wie auch als Mediensatire angelegt. Der einfältige Präsidenten Staton ist eine Parodie auf George Bush und die Castingshows, die ja auch in Deutschland mittlerweile Quotenknüller sind, werden deutlich auf die Schippe genommen. Wenn man allerdings nach einer bissigen und gnadenlosen Satire sucht, die Missstände knallhart aufdeckt, ist man bei diesem Film eher an der falschen Adresse. Der Präsident ist zwar ziemlich beschränkt, aber dabei auch sehr sympathisch. Der Film zeigt einen US-Präsidenten, der kaum zwei und zwei zusammenzählen kann, aber so dargestellt wird, dass man sich denkt "ach der ist doch ganz nett, lasst ihn ruhig mit seiner Armee und seinen Atombomben spielen!" - ist das eine kritische und gute Botschaft? Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Auch das Phänomen Castingshows wird nicht so bissig parodiert, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Sprüche des Moderators Martin Tweed sind lange nicht so fies wie das, was reale Castingshow-Macher wie Dieter Bohlen von sich geben. Es gibt natürlich schon die einen oder anderen gelungen Gags, aber viele sind auch recht plump und klischeehaft geraten. So gibt es den typischen tuntigen Charakter, der heutzutage scheinbar in keiner Komödie mehr fehlen darf.

Fazit

"American Dreamz - Alles nur Show" ist eine Satire ohne Tiefgang. Für einen Sonntagnachmittag ganz nett, mehr aber auch nicht.

Maret Hosemann - myFanbase
27.11.2006

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