Bewertung: 9
Marc Foster

Wenn Träume fliegen lernen

Eine Geschichte um einen Mann, der selbst nie erwachsen wurde.

Foto: Copyright: 2004 Universal Studios. ALL RIGHTS RESERVED.
© 2004 Universal Studios. ALL RIGHTS RESERVED.

Der Schotte Sir James Matthew Barrie, besser bekannt als J.M. Barrie, schrieb vor rund hundert Jahren das Stück "Peter Pan", was ihn auch heute noch so bekannt macht. Umlängst erschien der Disney-Klassiker "Peter Pan" als Zeichentrickversion oder aber ein aus dem Jahre 2004 stammender Dramafilm, in dem niemand anderes als der exzentrische Johnny Depp, die Rolle des James Matthew Barrie übernommen hat und nun seine Begegnung mit Sylvia Llewelyn-Davies geschildert wird und wie es dazu kam, dass "Peter Pan" entstehen konnte.

Inhalt

Trotz seiner fantastischen Ideen, hat der Theaterautor J.M. Barrie keinen guten Erfolg mit seinen Stücken und auch in seiner Ehe läuft es nicht so gut, wie es eigentlich sollte.

Eines Tages lernt James (Johnny Depp) die Witwe Sylvia (Kate Winslet) und ihre vier Kinder kennen. Sofort freundet sich James mit Sylvia an und verbringt mit Sylvia und ihren Kindern sehr viel Zeit, was besonders James' Frau und Sylvias Mutter missbilligen. James verbringt nach einer Weile nur noch mit Sylvia und ihren Kindern Zeit und die darauf folgende Scheidung von James' Frau stört diesen nicht im Geringsten. Während er viel Zeit mit Sylvias Kindern verbringt, kommt ihm die Idee zu einem Stück, Peter Pan, in dem es über einen Jungen geht, der nie erwachsen wurde. Er versucht seine Idee umzusetzen, doch außer Sylvia glaubt niemand daran, dass das Stück ein Erfolg werden könnte. In all dem Trubel, wird Sylvia auch noch stark krank, was allen Angehörigen sehr zusetzt...

Kritik

Niemand anderer als Marc Foster hat bei dem einzigartigen Film "Wenn Träume fliegen lernen" Regie geführt und er macht seine Aufgabe einfach sehr gut. Die Bilder sind nämlich stilvoll inszeniert und wirken auch nicht zu kitschig, wie ich es erwartet hätte.

Auch das Drehbuch des Films ist gelungen – kein Wunder, warum dieser für einige Golden Globes und sieben Oscars nominiert wurde. Eine beachtliche Leistung, die jedoch auch die Schauspieler bringen. Johnny Depp überzeugt – natürlich, wen überrascht das schon? Denn spätestens seit seiner Darstellung des exzentrischen Jack Sparrow in "Fluch der Karibik", sollte man das wissen. Er kann alles spielen, keine Frage. Kate Winslet, die 1997 neben Leonardo DiCaprio auf dem Deck der "Titanic" stand, spielt auch in diesem Film hervorragend und bringt Emotionen auf eine einzigartige Art und Weise rüber. Von Hollywoodgrößen wie Julie Christie, Dustin Hoffman oder Ian Hart möchte ich gar nicht erst anfangen... allesamt machen den Film einsame Klasse.

Die Story selbst ist eine sehr berührende, herzergreifende Geschichte. Zudem ist es ein Leichtes, sich mit den Charakteren zu identifizieren. Tatsächlich sind einige Grundsteine der Geschichte wahr – James M. Barrie lernte um die Jahrhundertwende wirklich eine Sylvia Llewelyn-Davies kennen. Barrie hätte Sylvias Kinder sogar die Schulgebühren bezahlt, doch es reihen sich noch weitere Dienstleistungen ein, da die Kinder und Sylvia ihm so sehr ans Herz wuchsen. Diese Parallelen zur realen Welt sind bei Weitem nicht schlimm – nein, sogar schon angenehm, da man getrost den Film sehen kann und auch hundertprozentige Gewissheit hat, dass keine größeren Handlungsbögen frei hinzugedacht wurden. Dadurch entsteht eine wahrhaft märchenhafte Handlung, die in Erinnerung bleibt und wie gesagt, bewegt.

Das Ende des Films ist unglaublich bitter, auch wenn man es vielleicht nicht erwartet hätte – die Realität macht den Einzug. "Nichts währt ewig" lautet ein Sprichwort. Das gilt auch hier.

Fazit

"Wenn Träume fliegen lernen" ist ein starker Film, der einen zu oft daran erinnert, dass die Realität ganz anders aussieht, als man sich diese vielleicht sogar wünschen würde.

Niko Nikolussi - myFanbase
19.08.2006

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