Bewertung: 8
Gore Verbinski

Fluch der Karibik 2 - Die Truhe des Todes

Captain Jack is back!

Foto: Copyright: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Und zwar in alter Frische! Nach einer langen Wartezeit von drei Jahren bekommen wir es endlich: das langersehnte Sequel des Blockbusters "Fluch der Karibik", der im Sommer 2003 allein in Deutschland mehr als sechs Millionen Menschen in die Kinos locken konnte. Mächtige Schiffe, klingende Piratenschwerter und abenteuerliche Seefahrten zusammen mit einer herrlichen Komik machten Disneys Piratenfilm zu einem Filmereignis. Nun haben sich Regisseur Gore Verbinski und Produzent Jerry Bruckheimer wieder zusammengesetzt und einen zweiten Teil vorgelegt. Das Ergebnis? Fulminante Action mit einer grandiosen Portion Selbstironie!

Inhalt

Kaum hat Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) es geschafft, dem Fluch der Black Pearl zu entkommen, schon wird er mit einem neuen Problem konfrontiert: der legendäre Captain der Flying Dutchman, Davy Jones (Bill Nighy) fordert seine Schulden von Sparrow ein, der mit ihm einst einen teuflischen Handel eingegangen ist: die Black Pearl für seine Seele. Jones ist seither in Besitz von Jacks Seele und wird ihn zu ewiger Sklaverei nach dem Tod verdammen, wenn Jack es nicht schafft, ihm innerhalb von drei Tagen 100 Seelen zu beschaffen, die Davy Jones zu Matrosen seines gruseligen Schiffes machen kann.

Währenddessen haben Will (Orlando Bloom) und Elizabeth (Keira Knightley) Ärger mit dem Gesetz: da sie Jack aus dem Gefängnis entlassen haben, droht ihnen nun die Todesstrafe. Nur Will kann sich und seine zukünftige Ehefrau retten, wenn er für Lord Beckett (Tom Hollander) Jacks Kompass besorgt. Somit macht sich Will auf die Suche nach seinem alten Freund… und findet sich bald an einem Spieß gefesselt bei kampfwütigen Ureinwohnern wieder, dessen Anführer niemand anderer ist, als der liebe Captain Jack.

Doch die abenteuerliche Reise hat erst begonnen: Davy Jones fordert Tribut und nach einigen Flaschen Rum kommt Jack eine zündende Idee, wie er seinem schrecklichen Schicksal entkommen kann – er muss die Truhe des Todes finden, um Davy Jones ein für alle Mal auszuschalten. Mit der Hilfe von Will und bald auch Elizabeth begibt er sich auf eine actionreiche und turbulente Suche, die ihn kreuz und quer über den Ozean führt…

Kritik

Man nehme ein paar alte Piratengeschichten, märchenhafte Drehorte, atemberaubende Special Effects und eine Hand voll beliebter Schauspielstars, dazu einen Top-Regisseur, einen Mega-Produzenten und viel Komik – voilà, man bekommt eine Fortsetzung von "Fluch der Karibik", die einfach nur eines verspricht: Unterhaltung der Extraklasse!

Um es von vornherein klarzustellen: die Story ist nicht die Triebfeder des Films. Nun, sie ist gut durchdacht und nett gestaltet, sie ist eben typischer Seemannsgarn, aber wie auch schon im ersten Teil steht die Geschichte eher im Hintergrund. Es sind all die Sachen drum herum, die dem Zuschauer ein 150 Minuten langes, prächtiges Piratenabenteuer bieten.

Einen großen Teil machen natürlich zunächst die Locations aus, an denen der Film gedreht wurde. Man wollte das Set so real wie möglich machen, den Zuschauer in die Welt der Seefahrer eintauchen lassen und hat es dank perfekt ausgewählten Drehorten und überragendem CGI auch geschafft. Wunderschöne Landschaftsaufnahmen und gewaltige Sets zusammen mit herausragender Computertechnik geben dem Zuschauer das Gefühl, selbst ein Pirat zu sein oder zumindest einer sein zu wollen.

Mit Leben erfüllt wird das Ganze natürlich vor allem durch die drei Hauptdarsteller Johnny Depp, Orlando Bloom und Keira Knightley. Ein Dreiergespann, das Erfolg garantiert. Weibliche Fans werden zumindest von Depp oder Bloom angetan sein, wenn nicht von beiden, und Knightley lässt die männlichen Zuschauerherzen höher schlagen. Doch eigentlich sind es die Charaktere, die sie verkörpern, zusammen mit der köstlichen Situationskomik, die den ganzen Kinosaal zu simultanen Lachanfällen bringen (an dieser Stelle sei allen Zuschauern geraten, bis zum Ende des Abspanns noch sitzen zu bleiben).

So muss man ihn einfach ins Herz schließen, diesen Jack Sparrow, den mit Eyeliner angepinselten, mehr oder weniger standfesten Piraten, der entweder mit einer Flasche Rum den Rest seines Gehvermögens wegsäuft oder mal wieder auf der Suche nach seiner geliebten Black Pearl ist. Johnny Depp spielt die Rolle des Sparrow brilliant, torkelt herrlich von der einen Seite der Leinwand zur anderen und grölt nach bester Piratenmanier ein charmant-rülpsendes "Savvy?" in die Kamera. Orlando Bloom und Keira Knightley sind nicht weniger überzeugend: Bloom nimmt man den Part als wagemutigen Will Turner sofort ab und Knightley bezaubert als schlagkräftige (Piraten)Braut.

Abgerundet wird der Film durch einen neuen Geniestreich des deutschen Komponisten Hans Zimmer: die Musik ist so actiongeladen wie der Film selbst, egal ob düster oder spannend, der richtige Ton wird immer getroffen.

Fazit

Das Warten hat sich gelohnt: nach drei Jahren bekommen wir hier eine würdige Fortsetzung des ersten Teils, das dem Original an Tempo, Abenteuer und Humor kaum nachsteht! Anschauen lohnt sich… savvy?

Maria Gruber - myFanbase
06.07.2006

Diskussion zu diesem Film