Bewertung: 4
Castille Landon

After Love

"There is a big difference between not being able to live without someone and loving them."

Foto: After Love - Copyright: Constantin Film
After Love
© Constantin Film

Inhalt

Für Tessa (Josephine Langford) steht ein aufregendes neues Abenteuer bevor, da sie die Chance bekommt, sich in Seattle ihre beruflichen Träume zu erfüllen. Hardin (Hero Fiennes Tiffin) ist von Tessas Plänen jedoch alles andere als angetan und seine Eifersucht steigt ins Unermessliche. Die beiden fragen sich, ob sie an ihrer Beziehung festhalten wollen, oder ob sie besser getrennte Wege gehen. Nachdem Tessa und Hardin sich über ihre Zukunft einig geworden sind, wird ein unerwartetes Geheimnis in Hardins Familie aufgedeckt.

Rezension

Erneut tauchen wir ab die in von Anna Todd erschaffene Welt und erleben ein neues Kapitel aus der Geschichte von Tessa und Hardin. Wie bereits in "After Passion" und "After Truth" gibt es wieder eine enorme Berg- und Talfahrt, denn wenn man dachte, dass Hardins emotionale Situation sich nun langsam ein wenig stabilisiert, dann hat man gründlich daneben gelegen. Die erste Hälfte des Filmes lässt sich nur schwer überstehen, da Hardins Verhalten vollkommen übertrieben ist. Er schreit, flucht und zerstört munter vor sich hin, was dem Zuschauer spätestens nach dem zweiten Wutausbruch nur noch auf die Nerven geht. Das wirkt besonders in Kombination mit den zahlreichen Sexszenen vollkommen unglaubwürdig. Ich hatte nach den klärenden Gesprächen mit seinen Eltern im zweiten Teil gedacht, dass Hardin nun etwas geerdeter ist, denn so wirkte er am Ende des letzten Filmes, doch davon ist überhaupt nichts mehr zu spüren. Besser wird es erst, als Tessa die Entscheidung trifft, ohne Hardin nach Seattle zu gehen. Indem die beiden ein paar getrennte Szenen bekommen, entspannt sich die Lage deutlich und man kann den Film nun mit etwas mehr Wohlwollen verfolgen.

Während ich "After Truth" inhaltlich als ziemlich dürftig empfand, gefällt mir "After Love" in der zweiten Hälfte dann doch wieder ein wenig besser. Durch das Auftauchen von Tessas Vater Richard und ihr Zusammenleben mit Kimberly und Christian gibt es ein paar interessante Nebenschauplätze. Leider verpasst man es aber wieder, diese vielversprechenden Geschichten richtig ins Rollen zu bringen. Stark fällt das vor allem bei Tessas Vater auf, denn es gibt leider null Interaktion zwischen ihm und Tessa - und das obwohl er doch eigentlich nur deshalb aufgetaucht ist, um nach zehn Jahren Abwesenheit seine Beziehung mit ihr zu kitten. Die Parallelen, die Richard und Hardin aufweisen, sind indes erschreckend und man kann nur hoffen, dass die beiden die Kurve bekommen. Der zweite Nebenschauplatz ist die Beziehung von Tessas Boss Christian und Kimberly, die wir hautnah zu sehen bekommen, weil Tessa in Seattle bei den beiden wohnt. Sie wirken im Gegensatz zu Tessa und Hardin sehr harmonisch, weshalb man sich freut, als die beiden verkünden, dass sie ein Kind erwarten. Umso härter trifft einen der finale Twist am Ende des Filmes. Man hatte sich ja bereits im zweiten Teil gefragt, wie die Verbindung zwischen Christian und Hardins Familie aussieht, mit dieser Wendung hatte ich jedoch nicht gerechnet. Damit vermiest man sich in meinen Augen die bodenständigste Beziehung des gesamten Filmes. Außerdem wirkt die Enthüllung wie aus einer Seifenoper abgekupfert.

Hardin und seine Unberechenbarkeit sind wie bereits erwähnt nur schwer zu ertragen. In den vorangegangenen Filmen konnte Tessa dazu meist einen ruhenden Gegenpol darstellen, dieses Mal gelingt dies etwas weniger gut. Ich hatte das Gefühl, dass sie sich in diesem Teil sehr zurückgenommen hat, was mir etwas seltsam erschien. Negativ in Erinnerung geblieben sind auch die zahlreichen Neubesetzungen, denn sowohl Kimberly und Christian als auch Landon und Carol werden nun von anderen Schauspielern verkörpert.

Was der vierte Teil bringen wird, wurde ebenfalls angedeutet. Mit Tessas Diagnose und der Entdeckung, die Hardin gemacht hat, gibt es auf jeden Fall wieder genug Dramapotential. Ich hoffe sehr, dass man jedoch nicht auch in diesem Teil wieder von vorne anfängt und Hardin etwas zur Ruhe kommen lässt.

Fazit

"After Love" ist ähnlich durchwachsen wie seine Vorgänger. Man hat das Gefühl, dass nach jedem Schritt nach vorne wieder zwei zurück gemacht werden, was ganz besonders bei Hardin nur noch Kopfschütteln hervorruft, Ich denke nicht, dass man die Geschichte im nächsten Teil zu einem wirklich zufriedenstellenden Ende bringen kann.

Zur Rezension des ersten Teils "After Passion"
Zur Rezension des zweiten Teils "After Truth"


Technische Details

Seitenverhältnis: 16:9 - 2.20:1
Alterseinstufung: Freigegeben ab 12 Jahren
Medienformat: Dolby, PAL, Breitbild
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Studio: Constantin Film (Universal Pictures)

Marie Müller - myFanbase
10.01.2022

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