Bewertung: 4
Tim Burton

Dumbo

"Du bist ein Wunder, Dumbo!"

Foto: Copyright: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Inhalt

Im Familienzirkus der Medici Brothers, ist die Rezession des Krieges stark zu spüren. Der Zirkusdirektor (Danny DeVito) hat jedoch eine Idee, wie er wieder mehr Zuschauer in die Vorstellung bekommt. Ein Babyelefant. Doch als sein großer Plan unter Dumbos riesigen Ohren zu zerbrechen scheint, entdecken zwei Kinder des Zirkus' eine Besonderheit: Dumbo kann mit seinen Ohren fliegen! Natürlich ruft dies auch Betrüger auf den Plan - so ist die Zukunft des kleinen Zirkus', seiner Mitglieder und die Dumbos auf einmal in Gefahr. Denn nicht alle Probleme lassen sich mit einem fliegenden Elefanten lösen - oder doch?

Kritik

In Disneys Plänen, viele der alten Zeichentrickfilme als Live-Action-Filme noch einmal ins Kino zu bringen, darf natürlich "Dumbo - Der fliegende Elefant" nicht fehlen. Ein absoluter Liebling der Disneyfans. Das ist auch der Grund, warum sich viele schon zu Beginn des neuen Films fragen dürften, was genau vor sich geht. Disney hat sich entschieden, die Geschichte um den kleinen fliegenden Elefanten weitestgehend neu zu erfinden.

Als Pferdedompteur Holt Farrier (Colin Farrell) aus dem Krieg zurückkehrt, ist nichts mehr so wie zuvor. Seine Frau ist verstorben, seine Pferde verkauft, und er soll sich nun um die Elefanten kümmern. Seine zwei Kinder sind einfach froh, ihren Vater wieder bei sich zu haben. Da es dem Zirkus aber generell eher schlecht geht, kommt dem Zirkusdirektor Max Medici die Idee, eine schwangere Elefantenkuh zu kaufen - das Elefantenbaby soll die nächste Attraktion im Zirkus werden. Bis zu diesem Zeitpunkt ist "Dumbo" noch ein schöner, recht typischer Disneyfilm. Im weiteren Verlauf jedoch wirken die Schauspieler konstant, als würden sie ihren Text einfach nur aufsagen. Es fehlt eine konkrete Ausarbeitung der Charaktere über generalisierte Stereotype hinweg. Gerade Holts Tochter Milly (Nico Parker) hätte das Herzstück des Films werden können. Sie und ihr Bruder Joe (Finley Hobbins) setzen alles daran, Dumbo dazu zu bekommen, zu fliegen. Und schnell finden sie einen Trick - und damit endet die Spannung der Handlung auch schon wieder.

Endgültig Überhand nimmt der Film, als Michael Keaton als V. A. Vandevere, ein karriereorientierter Freizeitparkbesitzer, Dumbo engagieren will. Ein Charakter, der in Gestik, Mimik und Sprache so überzogen ist, dass es einfach künstlich wirkt. Einzig Eva Greens Charakter namens Colette Marchant und Danny DeVitos Zirkusdirektor machen diesen Eindruck des ganzen Ensembles wett. Die Tatsache, dass Tim Burton bei diesem Disneyfilm Regie geführt hat ist zu keiner Zeit so offensichtlich und charakteristisch, wie bei seinen anderen Filmen. Dabei hätte "Dumbo" gerade wegen des phantastischen Elements sehr viel Potential für den Regisseur gehabt.

Der Film überzeugt in einigen Aspekten doch: Die Visualisierung von Dumbo selbst ist sehr schön gelungen. Auch die musikalische Untermalung funktioniert in Harmonie mit der Handlung. Dennoch ist das nur ein Wermutstropfen, da die Handlung selber kaum überzeugen kann.

Fazit

Leider ist das Live-Action-Reboot von "Dumbo" missglückt. In den wenigsten Momenten war es möglich, wirklich mit der Handlung emotional verbunden zu sein - eine Sache, die bei den alten Disney-Animationsfilmen nie ein Problem war. "Dumbo" kann zwar beim Visuellen auf ganzer Linie punkten, aber leider kaum, was die Story angeht. Auch schauspielerisch ist der Film leider enttäuschend, was bei dem hochkarätigen Ensemble verwundert. Von einem Disneyfilm mit Tim Burton als Regisseur kann und sollte man mehr erwarten können.

Mehr Disney-Filme findet ihr in unserem Disney-Special.

Jeanne Plaumann - myFanbase
28.03.2019

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