Bewertung: 8
Phil Lord, Christopher Miller

22 Jump Street

"Hey, you two stop dicking around!"

Foto: Copyright: 2014 Sony Pictures Releasing GmbH
© 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

Inhalt

Nachdem die Undercover-Polizisten Schmidt (Jonah Hill) und Jenko (Channing Tatum) den High-School-Drogenring erfolgreich zerschlagen haben, wurde auch die eingangs dafür eingerichtete Sondereinsatzzentrale aufgelöst. Nun erhalten die beiden Freunde und Kollegen aber einen neuen Auftrag von ihrem Vorgesetzten Captain Dickson (Ice Cube): Sie sollen erneut als verdeckte Ermittler in Erscheinung treten, nun aber nicht mehr an der High School, sondern eine Stufe weiter auf dem College. Dafür wurde in der benachbarten 22 Jump Street eine neue, hochmoderne Einsatzzentrale errichtet. Schmidt und Jenko begeben sich also in das wilde Studentenleben und versuchen mit altbewährten Methoden den neuen Fall aufzuklären. Dabei wird aber nicht nur die polizeiliche Karriere, sondern auch die Freundschaft der beiden zunehmend auf die Probe gestellt.

Kritik

Das filmische Remake der Johnny-Depp-Kultserie "21 Jump Street" erfuhr im Jahr 2012 eine Wiederbelebung auf der großen Leinwand, hatte dabei aber im Grunde nur noch den Namen und einen irrwitzigen Cameo von Johnny Depp höchstpersönlich mit der Originalserie gemein. Das Regisseurduo Chris Miller und Phil Lord nahm das Storygerüst um eine Undercover-Ermittlung in einer High-School und machte daraus die witzigste Komödie des Jahres, welche mit einer Aneinanderreihung kreativ-verspielter und gezielt unter die Gürtellinie schießender Gags Publikum und Kritiker gleichermaßen begeisterte. Einen großen Anteil am Erfolg des ersten Teils hatten dabei sicherlich auch das Hauptdarsteller-Duo Jonah Hill und Channing Tatum, die als unterschiedliche, aber dann doch sehr ähnliche Freunde und Kollegen wunderbar harmonierten und Gags im Minutentakt produzierten.

Zwei Jahre nach dem großen Erfolg des ersten Teils folgt nun also die Fortsetzung mit dem schlicht-passenden Titel "22 Jump Street", welcher auch wieder inszeniert wurde von Chris Miller und Phil Lord, die in der Zwischenzeit mit "The Lego Movie" einen weiteren phänomenalen Erfolg verbuchen konnten und nun endgültig zu den gefragtesten Komödien-Regisseuren Hollywoods gehören und dies mit Recht, wie auch "22 Jump Street" eindrucksvoll zeigt.

Die Frage, was eine gute Komödie für den Zuschauer leisten soll, ist im Grunde schnell geklärt: Der Zuschauer soll zum Lachen gebracht werden und das möglichst oft. Dabei sind eine clever-konstruierte Story und vielschichtig-ambivalente Charaktere eher zweitrangig, wobei "22 Jump Street" dies nebenher im Kontext einer Komödie auch bieten kann. Zentral ist aber die Gagquote und die ist bei "22 Jump Street" auf einem überragenden Niveau: Von der sich stetig immer weiter steigernden und immer noch einen daraufsetzenden Auftaktsequenz, die zahlreiche treffsichere Sprüche und perfekt inszenierte Action gleichermaßen bietet, bis zum herrlich überdreht-selbstironischen Abspann, in den mehr clevere Ideen einfließen, wie bei anderen Komödien über die ganze Laufzeit. Dazwischen bieten Lord und Miller eine ganze Reihe von plump-direkten, aber nicht minder lustigen und galant eingestreuten Meta-Gags, die einen vor Lachen kaum Zeit zum Luftholen lassen.

Schon das Grundgerüst der Story ist ein einziger großer Joke, wird hier doch quasi die Story aus dem ersten Teil in den Grundzügen nochmal Plotpunkt um Plotpunkt nacherzählt, um dadurch vielen anderen inspirationslosen Sequels lässig den Spiegel vorzuhalten. Immer absurder wird es, wenn Schimdt und Jenko von ihren Vorgesetzten immer wieder eingebläut wird, alles exakt genau so zu machen, wie sie es bei ihrem letzten erfolgreich abgeschlossenen Fall schon gemacht haben und bloß keine neuen Wege zu bestreiten. So entwickelt sich die Story fast identisch weiter, nur dass das Setting nun ein anderes ist. Schmidt schließt sich im universitären Kontext den alternativen, Wein trinkenden und vor sich hin philosophierenden Kreisen an und Jenko wird Teil der Football-Szene und einer oberflächlich-dümmlichen Sportlerclique, was zu vielen von Tatumn und Hill wunderbar gespielten Streitereien und Konflikten unter den Freunden führt, die genüsslich immer weiter auf die Spitze getrieben werden.

Schließlich wird die nach gleichen statistischen Mustern ablaufende Story dann aber doch aufgebrochen und der Film steuert immer weiter auf ein chaotisch-lustiges und actionlastiges Finale mit vielen Wendungen zu, welches zu immer abstruseren Entwicklungen und Ideen führt und immer stetig immer noch eins daraufsetzt, so keinerlei Leerlauf entstehen lässt und dann in einem Abspann mündet, der noch ein ganz eigenes Gagfeuerwerk an sich ist und bei dem man sitzen bleiben sollte, bis das Licht im Kino dann auch vollständig wieder angegangen ist.

Fazit

"22 Jump Street" ist die perfekte Sommerkomödie mit immer neuen Ideen und verspielten kreativen Elementen und einem grandiosen, sich selbst noch einmal gehörig steigernden Hauptdarstellerduo und einem ebenso gezielt eingesetzten erweiterten Cast, bei dem vor allem Ice Cube für einige der besten Momente des ganzen Films sorgt. Lacher folgt hier auf Lacher, intelligenter Humor wird angereichert mit platten, aber nie geschmacklosen Witzeleien, die als Gesamtheit schließlich wohl schon jetzt die beste Komödie des Jahres ergeben und bei der das Niveau des Vorgängers nochmal übertrumpft werden kann.

Moritz Stock - myFanbase
21.07.2014

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