Bewertung: 3

Monuments Men - Ungewöhnliche Helden

"If you destroy their achievements, their history, it's like they never existed."

Foto: Copyright: 2013 Twentieth Century Fox
© 2013 Twentieth Century Fox

Inhalt

Kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs entscheidet sich Nazideutschland dazu, alle im Laufe des Kriegsverlaufs gestohlenen Kunstwerke zu vernichten, damit nichts mehr davon für die Nachwelt übrig bleibt. Eine amerikanische Spezialeinheit, die sich aus Architekten und Kunstexperten zusammensetzt und angeführt wird von dem charismatischen Kunstliebhaber Frank Stokes (George Clooney) setzt sich aber das Ziel, genau dies zu verhindern und begibt sich dafür trotz mangelnder Kriegserfahrung an die Westfront, um für das Weiterbestehen der wichtigsten Kunstschätze der Welt zu kämpfen.

Kritik

George Clooney zählt nicht nur zu den bekanntesten, beliebtesten und erfolgreichsten Schauspielern der Welt, sondern hat auch schon hinter der Kamera in den letzten Jahren für Aufsehen gesorgt. So war er bereits für insgesamt vier Filme für die Regie verantwortlich. Zuletzt wurde sein Drehbuch zu dem Politthriller "The Ides of March - Tage des Verrats" auch für den Oscar nominiert. Seine Regiearbeiten behandeln dabei meist sehr persönliche, häufig politisch aufgeladene Themen. In seinem fünften Regieprojekt, bei dem er auch wieder mit am Drehbuch geschrieben hat und als Produzent tätig war, erzählt er nun eine auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte, rund um die sogenannten "Monuments Men", eine Gruppe von Kunstexperten, die zum Ende des zweiten Weltkriegs eine Sondereinheit gebildet haben, die dafür zuständig war, von den Nazis beschlagnahmte Kunstwerke vor der völligen Zerstörung zu bewahren. Theoretisch hätte dies ein spannender, aufrüttelnder Film über den Wert von Kunst und den Schrecken des Krieges werden können. Das Gegenteil ist aber leider der Fall: Clooneys "Monuments Men" sind eine öde Nummernrevue, ohne echte Spannungs- oder denkwürdige Momente und dabei schlussendlich eine riesengroße Enttäuschung.

Lange war ein Film nicht mehr so starbesetzt, wie das größtenteils in Deutschland gedrehte Kriegsdrama: Namen, wie Bill Murray, John Goodman, Matt Damon, Jean Dujardin, Cate Blanchett und natürlich Clooney selbst schmücken die Besetzungsliste und nur durch diese Namen wird die Erwartung von ganz großem Kino geschürt, die dann aber umso mehr negiert wird. Clooney schafft es als Regisseur nicht, diesen großen Schauspielern die ganz große Bühne zu bereiten und sie passend in Szene zu setzen. Statdessen wird ein Schauspieler nach dem nächsten gnadenlos verschenkt und bekommt, wenn überhaupt, einen kleinen Moment, in dem ansatzweise geglänzt werden kann. Das ist aber leider viel zu wenig. Aufgrund des großen Staraufgebots und der Fülle an Charakteren wirkt der Film auch immer sehr überladen, springt von einer Szenerie zur nächsten, macht da noch einen kleinen Subplot auf und versucht sich an einer kleinen Liebesgeschichte. Die einzelnen Figuren, ihre Antriebsmotivation und ihr Verhältnis zur Kunst und zum Krieg bleiben dabei vage und werden meist nur in platten Dialogen breitgetreten.

Clooney scheitert aber nicht nur in Sachen Charakterarbeit oder Schauspielführung, sondern auch in elementaren Dingen wie schlichtem Spannungsaufbau. Da wird immer genau dann eine Szene für beendet erklärt, wenn gerade im Ansatz sowas wie Spannung aufkommen will, was diesen Film schnell zu einer ziemlichen öden und auch anstrengenden Angelegenheit werden lässt. Auch der Versuch von Clooney, diese doch teils sehr schwere Thematik mit viel Humor auzulockern, klappt kaum, so uninspiriert und aufgesetzt-lustig wirken die Humoreinlagen. Nie kann sich der Film wirklich entscheiden, was er sein will: Aufrüttelndes Kriegsdrama oder witzige Nummernrevue. Dies führt schlussendlich dazu, dass die ernsten Momente einen nicht rühren und die humorvollen einen nicht zum Lachen bringen. Dass schlussendlich dann noch die ganz große Pathoskeule geschwungen wird, verstärkt die Eindimensionalität des filmischen Geschehens dann nur noch weiter und führt dazu, dass man sich den Abspann irgendwann nur noch sehnlichst herbeiwünscht.

Fazit

George Clooneys "Monuments Men" ist eine zähe, größtenteils uninspirierte und schwach erzählte Geschichtsstunde aus amerikanischer Sicht, bei der sogar das imposante Staraufgebot den Film am Ende nicht mehr retten kann. Es bleibt zu hoffen, dass dies ein einmaliger Ausrutscher des George Clooney bleibt und er demnächst wieder zu alter Stärke zurückfindet.

Moritz Stock - myFanbase
21.02.2014

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