Bewertung: 6

Liberal Arts

Findest du nicht, dass du die Jugend ein wenig romantisierst?

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Inhalt

Jesse Fisher (Josh Radnor) ist Mitte 30, als er an seine alte Universität zurück kehrt, weil sein ehemaliger Professor (Richard Jenkins) in den Ruhestand geht und dies mit einigen Leuten feiern will. Jesse lebt in New York und ist durchaus erfolgreich, nur richtig glücklich vermag er nicht zu sein. Als er bei der Feier die junge Studentin Zibby (Elizabeth Olsen) kennen lernt, ist er ihr schnell verfallen und denkt noch mehr an seine Studentenzeit zurück, die er immer mehr als beste Zeit seines Lebens ansieht. Aus einem intensiven Briefkontakt in den folgenden Wochen mit Zibby entwickelt sich eine richtige Leidenschaft mit tiefsinnigen Gesprächen, die dazu führt, dass sowohl Zibby als auch Jesse ein erneutes Treffen wollen. Jesse muss dabei vor allem dagegen ankämpfen, dass er sich mit 16 Jahren mehr doch etwas zu alt für Zibby fühlt, sich aber auch ebenso selten geborgen gefühlt hat wie jetzt.

Kritik

Josh Radnor ist in seiner Rolle des Ted Mosby in "How I Met Your Mother" der Romantiker durch und durch, der aber auch immer mit sich hadert auf der Suche nach der Frau für sein Leben. Diese Rolle scheint ihm auf den Leib geschnitten zu sein. Mit Regie, Drehbuch und Hauptakteur hat Radnor gleich alle wichtigen Komponenten des Films in der Hand und erinnert auch da schon an Kollegen wie Zach Braff, die es sich nicht nehmen lassen, ihren Film zu machen.

Nun kann man dem Film einiges abgewinnen. Die Geschichte wird behutsam und mit vielen schönen Dialogen erzählt, die Charaktere handeln sehr nachvollziehbar und bedacht. Man merkt zu jeden Zeitpunkt, welch schwerwiegende Entscheidung die Altersdifferenz mit sich bringt und schiebt damit auch keinen Charakter in irgendeine Schublade. Das einzige Problem des Films ist eigentlich, dass man nie das Gefühl los wird, ihn schon zu kennen. Es fehlt ein wenig am Originellen. Fans von Zach Braffs "Der letzte Kuss" oder "Garden State" finden sowohl stilistisch als auch inhaltlich sehr viele Übereinstimmungen oder Ähnlichkeiten. Das ist insofern schade, weil der Film vieles richtig macht und insgesamt wunderbar funktioniert, aber eben etwas langweilt, wenn man in dem Genre schon wirklich hervorragende Filme gesehen hat.

Während der Film also inhaltlich nichts Neues bietet, aber insgesamt gut passt, kann man sich auch der Besetzung wegen die gut eineinhalb Stunden gönnen. Josh Radnor spielt nicht wirklich was Neues, aber die Rolle passt und harmoniert vor allem mit einer mir bis dato völlig unbekannten Elizabeth Olsen, die mit toller Ausstrahlung und den richtigen Akzenten, dazu beitragen kann, dass dieser Film ein Schauen wert ist. Auch Allison Janney kann gewohnt überzeugen und ihre Szenen zusätzlich aufwerten.

Fazit

Man kann mit "Liberal Arts" einen sehr schönen Film über die Probleme eines Mittdreißigers sehen, der mit guter Besetzung und schönen Dialogen überzeugt. Einziges Manko ist die fehlende Eigenständigkeit im Verhältnis zu ähnlichen Filmen. So ist es gefühlt eine gute Kopie aber eben auch nur eine Kopie.

Emil Groth - myFanbase
06.12.2013

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