Bewertung: 3
David Twohy

Riddick - Überleben ist seine Rache

Fürchtest du dich vor der Finsternis?

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Inhalt

Riddick (Vin Diesel) stehen erneut düstere Zeiten bevor. Es sind einige Jahre vergangen, seit er den herrischen Lord Marshall ins Jenseits beförderte und folglich zum neuen Haupt der Necromonger gekrönt wurde – stets mit der Gewissheit im Nacken, eines Tages entmachtet zu werden. Der Verdacht bestätigt sich, als Riddick und seine Gefolgsleute auf einem abgelegenen Planeten zwischenlanden. Gerade rechtzeitig durchschaut der gewiefte Furyaner den Plan seiner Untertanen und revanchiert sich auf seine Weise.

Das Problem: Riddick benötigt ein Shuttle, um den tristen Planeten wieder verlassen zu können, auf dem es von hungrigen Kreaturen nur so wimmelt. Schließlich reagieren zwei Schiffe auf sein Notsignal und landen. Doch während die Crew des schmierigen Kopfgeldjägers Santana (Jordi Mollá) Jagd auf Riddicks Kopf macht, hat das Team um Weltraumjäger Johns (Matt Nable) eine noch offene Rechnung mit dem flüchtigen Schwerverbrecher zu begleichen. Was keiner ahnt: Riddick ist noch das geringste Übel und die Dunkelheit wieder einmal auf seiner Seite.

Kritik

Back to the roots! Es sind 13 Jahre ins Land gezogen, seit Vin Diesel in "Pitch Black – Planet der Finsternis" zum ersten Mal in die Rolle des abgeklärten Antihelden Richard B. Riddick schlüpfte. Das düstere Sci-Fi-Abenteuer bestach im Jahr 2000 nicht unbedingt mit einem originellen Drehbuch, rockte aber dank der coolen Performance von Vin Diesel. Im dritten Teil des "Riddick"-Franchise landet der charismatische Furyaner nun erneut auf einem todbringenden Planeten. "Pitch Black" lässt grüßen und hält allerhand Déjà-vu-Erlebnisse bereit!

Nachdem Riddick am Ende von "Riddick: Chroniken eines Kriegers" (2004) den Thron der autoritären Necromonger bestieg, taten sich hervorragende Möglichkeiten für den Nachfolger auf. Die Figur des Riddick bekam ein Profil, indes die Handlung an Komplexität gewann und die bildgewaltigen Produktionskosten schlussendlich die unzufriedenen Einspielergebnisse überboten. Infolgedessen mussten Vin Diesel und "Pitch Black"-Regisseur David Twohy das Filmkonzept noch einmal gründlich überdenken und den Gürtel im hart erkämpften Sequel um einige Millionen enger schnallen.

Das hagere Budget bleibt nicht unbemerkt. Mitunter strahlt die futuristische (komplett im Studio gedrehte) Kulisse in "Riddick – Überleben ist seine Rache" schon einen retrofilmischen Charme aus, der qualitativ an alte "Star Wars"-Episoden (zu Zeiten von Harrison Ford) erinnert. Solch ein Manko verzeiht man als Fan der Reihe gerne, nicht aber die spröde ausgearbeitete Story, die null Charakter besitzt und "Pitch Black" auffallend oft kopiert. Bekannte Szenen: Zwei Teams von Kopfgeldjägern stellen das gesamte Gelände auf den Kopf, während Riddick auf dem feindlichen Dach sitzend gemächlich die Lage checkt. Gefolgt von einem sich verdunkelnden Planeten, dem Filmende nahend. Immerhin bietet diese kalkulierbare Wende eine perfekte Verhandlungsbasis für den nachsichtigen Flüchtling. Ob die Auge-in-Auge-Überlistung der Bestie mit ausgestreckten Armen oder die lässig betonten Tötungsabsichten dem Feind gegenüber, das kennt man alles bereits.

Vin Diesel geht unterdessen gewohnt cool und konsequent zu Werke. Riddick ist eine Figur, die sich den Luxus anspruchsloser Dialoge leisten kann und von einer kampferprobten Performance lebt. In seinem dritten Survivaltraining muss Riddick nun zur alten Form zurückfinden. Durch die vorangegangen Ereignisse wurde der einstige Killer zivilisiert. Das machte ihn verwundbar. Hinterhältig entthront und im Nirgendwo ausgesetzt, muss er demzufolge wiederholt gegen blutrünstige Aliens und geldgierige Kopfgeldjäger antreten. Da wird sich schon mal eine unsaubere Schraube ins lädierte Bein gestochen und der Feind unliebsam enthauptet.

Für Erklärungen bleibt nebenbei wenig Raum. Sporadische Rückblenden knüpfen schließlich eine Verbindung zu den weitaus komplexer gestrickten "Chroniken eines Kriegers". Ein Minigastauftritt von Karl Urban ("Almost Human"), in Gestalt des am Thron sägenden Lord Vaako inklusive. Desweiteren verkörpert Katee Sackhoff (u.a. bekannt aus der US-Serie "24 - Twenty Four") die kurvenreiche Weltraumjägerin Dahl, die, aufgrund einer kurzen Nacktszene, von Riddick prompt zum Sexobjekt degradiert wird. Ein anzüglicher Spruch reiht sich an den nächsten. Spaß bringt das nur bedingt. Ebenso wie die deplatzierte Darbietung von Nolan Gerard Funk. Der Schauspieler und Sänger machte u.a. mit Gastauftritten in der beliebten Musical-Serie "Glee" auf sich aufmerksam. In "Überleben ist seine Rache" betet er - als gläubiger Kopfgeldjäger Luna - munter Bibelzitate runter und imitiert damit die Rolle des religiösen Iman (Keith David) aus "Pitch Black".

Fazit

Weder optisch noch inhaltlich vermag "Riddick – Überleben ist seine Rache" an die beiden vorangegangen Science-Fiction-Thriller anzudocken. Obwohl der Zuschauer nichts anderes bekommt, als vorab versprochen, tröstet dieses Wissen keinesfalls über das lieblos aufgewärmte Popcornkino im Stile von "Pitch Black – Planet der Finsternis" hinweg. Das einzige was hier rockt, ist wiederholt die überwiegend schweigsame Performance von Vin Diesel.

Doreen B. - myFanbase
05.10.2013

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