Bewertung: 8
Louis Leterrier

Unfassbaren, Die - Now You See Me

The closer you think you are, the less you'll actually see.

Foto: Copyright: 2013 Concorde Filmverleih GmbH
© 2013 Concorde Filmverleih GmbH

Inhalt

Die vier Magier Daniel (Jesse Eisenberg), Merritt (Woody Harrelson), Henley (Isla Fisher) und Jack (Dave Franco) sind mehr oder minder erfolgreich im Geschäft, bis sie sich zusammenschließen und den Zuschauern in Las Vegas eine einzigartige Show bieten. Vor Live-Publikum rauben sie drei Millionen Dollar aus einer Bank in Paris aus und geraten dadurch ins Visier der FBI. Der Ermittler Rhodey (Mark Ruffalo) und seine ihm zugeteilte Kollegin Dray (Mélanie Laurent) sollen eine plausible Erklärung für das Mysterium liefern, doch auch sie tappen wie die gesamte Medienwelt und die Zuschauer im Dunkeln. Derweil bereitet sich das Quartett auf seinen letzten Geniestreich vor.

Kritik

Mit einem Staraufgebot und einer anziehenden Thematik liefert Regisseur Louis Leterier ("Kampf der Titanen", "Transporter") eine perfekte Mischung aus seiner berühmt-berüchtigten Actiontrickkiste und lädt mit seinem kurzweiligen Kinospektakel zum Miträtseln ein.

Das großartige an diesem Film ist, dass man wirklich zu jedem Charakter Zugang findet. Als Hauptfiguren werden anfangs die vier Magier in den Vordergrund gerückt und sei es der charismatische Illusionist Daniel Atlas im lustigen Wortduell mit seiner Ex-Flamme Henley, der geniale und immer für einen Lacher sorgende Mentalist Merritt oder der listige Gauner Jack: Sie alle gewinnen sofort die Herzen der Zuschauer für sich, vor allem durch die positive Ausstrahlung der Darsteller. Man hätte erwartet, dass man den ganzen Film über natürlich auf der Seite der Gejagten steht bis Mark Ruffalo und Mélanie Laurent ins Spiel kommen. Auch sie stellen ihre Charaktere nicht nur glaubhaft dar und verleihen der vorhersehbaren Romanze viel Gefühl und Tiefgang, sondern bringen den Zuschauer in ein echtes Dilemma. Der Film versteht es perfekt, Sympathien zu wecken, sodass man für beide Seiten mitfiebert. Man erwischt sich nicht selten, die Daumen für diejenigen zu drücken, die gerade im Bild sind, nur um im nächsten Moment wieder den Favoriten zu wechseln. Zudem bleibt bis zum Schluss die Frage offen, wer tatsächlich die Fäden in der Hand hält.

Besonders die Rolle von Morgan Freeman ist interessant und elementar, da man sich als Zuschauer in seiner Lage befindet und für alles eine logische Erklärung sucht. Es ist faszinierend, die Tricks auf der Leinwand zu beobachten, doch noch faszinierender ist es, die Auflösung dazu zu bekommen. Man rät automatisch mit, ist verblüfft über die großartige Inszenierung der Tricks und kann es kaum erwarten, endlich hinter das Geheimnis zu kommen. Doch die "Unfassbaren" machen es dem Zuschauer natürlich nicht so leicht und kosten das Versteckspiel genüsslich aus.

Während sich der Film am Anfang um den schmalen Grat zwischen Illusion und Wirklichkeit dreht, nimmt er in der Hälfte eine Kehrtwendung und entwickelt sich zu einem spannenden Katz- und Mausspiel zwischen den vier Magiern und den Gesetzeshütern. Obwohl letzteres direkt an Fahrt aufnimmt, vermisst man in der zweiten Hälfte ein wenig das Mystische, was den Film anfangs so interessant gemacht hat. Im Gegensatz zu dem brillanten Magierfilm "Prestige - Die Meister der Magie" kostet dieser Film das Mysteriöse der Zaubertricks nicht ganz aus, aber überzeugt besonders optisch mit großartigen und temporeichen Bühnenperformances.

An der ein oder anderen Stelle und besonders beim Showdown wird zwar übertrieben und weniger wäre vielleicht mehr gewesen, aber am Ende des Films hat man natürlich noch ein Ass im Ärmel. Die Autoren überraschen mit einer unvorhersehbaren Wendung, welche völlig verblüfft. Der Gesamteindruck ist durchweg positiv und der Film sehenswert, sodass einem kleinere Mängel letztendlich schlichtweg egal sind.

Fazit

Nicht nur Magierfans werden Gefallen an dem Film finden. "Die Unfassbaren" verblüfft, fasziniert, unterhält und macht vor allem enorm viel Spaß. Die Devise lautet: Einfach den Kopf ausschalten, zurücklehnen und genießen.

Tanya Sarikaya - myFanbase
11.07.2013

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