Bewertung: 4
M. Night Shyamalan

After Earth

Fear is not real. It is a product of thoughts you create. Do not misunderstand me. Danger is very real. But fear is a choice.

Foto: Copyright: Sony Pictures Releasing GmbH
© Sony Pictures Releasing GmbH

Inhalt

Nachdem sie auf der Erde nicht mehr überleben konnte, hat die Menschheit in Nova Prime ihre neue Heimat gefunden. Einer der Patrioten, der die Umsiedlung erfolgreich geleitet hat, ist General Cyphar Raige (Will Smith). Während er viele Leben gerettet hat, musste das Familienleben und vor allem Sohn Kitai (Jaden Smith) unter der Abwesenheit seines Vaters leiden. Um die verlorene Zeit wieder gut zu machen, nimmt Cyphar seinen Sohn mit auf eine Expedition. Unterwegs gerät das Raumschiff in einen Asteroidensturm und stürzt auf einem unbekannten Planeten ab. Dabei wird Cyphar schwer verletzt und das Überleben beider hängt von Kitai ab, der das Heck des Schiffes finden und ein Signal zum Stützpunkt herstellen muss. Doch neben dem feindlichen Terrain und dessen unerforschten Lebewesen lauert noch etwas viel Gefährlicheres.

Kritik

Bei M. Night Shyamalan ist der Wurm drin. Nach "The Sixth Sense" und "Signs - Zeichen" konnte der amerikanisch-indische Regisseur keine Hits mehr landen, im Gegenteil. "Die Legende von Aang" und "Devil" erwiesen sich als große Enttäuschung, besonders was das Drehbuch anging. Auch bei "After Earth" ist es leider nicht anders. Zwar stammt die Idee dieses Mal nicht von Shyamalan selbst, sondern wurde von Will Smith höchstpersönlich entwickelt, aber "After Earth" fehlt auch diesmal die zündende Idee, eine fesselnde Geschichte und die dazugehörige Umsetzung.

Die Storyline ist auf den ersten Blick sehr simpel und auf den zweiten leider auch. Statt auf die Komplikationen der jetzigen Gegenwart in einem völlig neuen Universum einzugehen, hat man sich auf eine einfallslose Geschichte beschränkt. Vater und Sohn geraten in einen Asteoridensturm, stürzen ab und müssen ums Überleben kämpfen. Um das ganze nicht so kunstlos aussehen zu lassen, gibt es einen großen Feind. Ein Alien, der sich von Angst ernährt, ist mit an Bord und aus seinem Käfig entflohen. Weiter muss man gar nicht erzählen, da der Fortgang eh schon vorhersehbar ist. Obwohl Kitais Mission zum Scheitern verurteilt ist, zweifelt man keine Sekunde daran, dass er Junge es schafft und seinen Vater am Ende stolz macht. Wenigstens ist es bei Cypher bis zum Ende nicht ganz klar, ob er überlebt. Das ist aber auch schon die einzig spannende Frage in diesem Film. Da helfen auch keine Flashbacks aus der Vergangenheit, um die Geschichte tiefgründiger zu gestalten. Allerdings sind sie eine willkommene Abwechslung, um zwischen den Handlungsorten hin und her zu wechseln.

Bei einer unoriginellen Ausgangsgeschichte können die Charaktere so manches herausreißen. Hier scheint Will Smith aber klar unterfordert zu sein, da Cypher durch seinen Beinbruch an einen Standort gefesselt ist und nur durch einen Sender zu seinem Sohn Kontakt aufnehmen kann. Daher gibt es zu wenige intensive Szenen, in denen die Smiths wirklich überzeugen können. Jaden Smith scheint dagegen besonders in den emotionalen Szenen überfordert zu sein. Während seine Mimik ist oft dieselbe bleibt, muss er die meiste Zeit über viel Körpereinsatz zeigen, weshalb sein Schauspiel nicht zu sehr ins Gewicht fällt. Dass es die Smiths besser können, haben sie in "Das Streben nach Glück" bewiesen. Doch hier ist von einer gefühlvoll inszenierten Vater-Sohn-Beziehung nicht viel zu sehen.

Was die Effekte angeht, enttäuscht "After Earth" jedoch nicht. Der Science-Fiction-Film bringt die Zukunftskulisse wunderbar auf die Leinwand und in atemberaubenden Bildern können die Zuschauer in eine futuristische Welt eintauchen. Ein Actionspektakel ist der Film allerdings nicht, womit das zündende Feuerwerk ausbleibt. Dafür dürfen die Zuschauer nicht nur über die neuesten Technologien staunen, sondern vor allem eine traumhafte Naturkulisse voller exotischer Tiere und schönen Landschaften genießen. Die Optik ist also rundum gelungen. Allerdings muss man sagen, dass die Bilder anfangs an das "Star Trek"-Universum erinnern, in der Mitte "Avatar Aufbruch nach Pandora" grüßen lässt und der Showdown am Ende an "Kampf der Titanen" orientiert zu sein scheint. Das Problem ist, dass alles schon mal da gewesen ist und "After Earth" auch in dieser Hinsicht nichts Neues zu bieten hat.

Fazit

Die Optik und die Special Effects können überzeugen, aber das war's dann auch schon. Die Handlung ist zu einfach und vorhersehbar und die Vater-Sohn-Geschichte ist einfach nicht authentisch genug. Das können die Smiths und M. Night Shyamalan normalerweise besser.

Tanya Sarikaya - myFanbase
13.06.2013

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