Bewertung: 6
Jay Roach

Qual der Wahl, Die

"Bring your brooms cause it's a mess."

Foto: Copyright: 2013 Warner Bros. Ent.
© 2013 Warner Bros. Ent.

Inhalt

Cam Brady (Will Ferrell) möchte seine fünfte Amtszeit als Abgeordneter für die Demokraten im Kongress antreten. Seine langjährige Karriere hat ihm beigebracht, genau das Richtige zu sagen, um die Wähler auf seine Seite zu bringen. Mit Konkurrenz hatte Cam in North Carolina nie zu kämpfen, weshalb es einfach für ihn war, Menschen hinters Licht zu führen. Doch das ändert sich schlagartig, als Marty Huggins (Zach Galifianakis) für die Republikaner ins Rennen geschickt wird. Finanziell wird dieser von den Motch-Brüdern (John Lithgow und Dan Aykroyd) unterstützt, die Martys Sieg zu ihrem Vorteil nutzen wollen. Es beginnt ein Wahlkampf der etwas anderen Art, in dem zu harten Mitteln gegriffen wird. Cam kennt keine Gnade und auch Marty wird mit der Zeit immer skrupelloser und verliert das Ziel aus den Augen.

Kritik

Was kann man von einem Film erwarten, über den man von Anfang an nichts wusste, außer dass er sich um Politik dreht und Will Ferrell und Zach Galifianakis als Hauptdarsteller hat? Richtig - die Lacher sind garantiert. Doch "Die Qual der Wahl" hat so viel mehr zu bieten. Anspruchsvoll ist dieser Film keinesfalls, doch wer einen gemütlichen DVD-Abend zuhause genießen will und sich gerne über die amerikanische Politik lustig machen möchte, der macht hier nichts falsch. Denn so sarkastisch und komisch der Wahlkampf der beiden Hauptprotagonisten gestaltet, im Hinterkopf weiß man als Zuschauer genau, dass sich sehr viel Wahrheit in dieser Comedy verbirgt. Heutzutage ist klar, dass in der Politik nicht alles mit rechten Dingen zugeht und dass es einen Skandal nach dem anderen gibt. "Die Qual der Wahl" ist eine Möglichkeit, diese Wahrheit in witziger Weise umzusetzen, sodass man sich als Zuschauer zurücklehnen und genießen kann.

Die Grundidee dieses Filmes ist ganz simpel. Cam sitzt im Kongress und zwar aus einem einzigen Grund: Er hatte nie einen Konkurrenten, gegen den er kämpfen musste und so sicherte er sich einen Platz, ohne zu wissen, was er eigentlich macht. Mit Marty im Rennen wird die Situation schwierig, denn nun muss Cam sich beweisen. Es entsteht ein Wahlkampf, über den man eigentlich nur den Kopf schütteln kann, doch die Ideen, die die Drehbuchautoren hier umsetzen, sind nicht nur satirisch, sondern auch so unglaubwürdig, dass man nicht drum herum kommt, darüber zu lachen. Welcher Politiker schafft es, weiterhin angesehen zu werden, wenn er zuerst ein Baby und dann auch noch DEN "The Artist"-Hund schlägt? So kann es doch nicht in Wirklichkeit zugehen, oder? Diese Frage stellt man sich definitiv am Ende und die Antwort ist, dass es sicherlich Methoden gibt, mit denen die Politiker kämpfen, die man überhaupt nicht kennen möchte. In dieser Comedy wird nichts verschwiegen, es kommt alles ans Tageslicht und es geht auch nicht zu weit. Es gibt Szenen, die man in Frage stellen kann, doch am Ende ist es wirklich nur eine Comedy, die die gesamte US-Politik auf die Schippe nimmt. Wenn man sich nicht wirklich für Politik interessiert, oder sich nur wenig mit der amerikanischen Politik auskennt, gibt es trotzdem genug Unterhaltung, die einen zufriedenstellt. Schließlich handelt es sich hier um einen Film mit Will Ferrell und Zach Galifianakis. Diese beiden bilden zwei Extreme, die man von der Besetzung nicht besser hätte treffen können. Hinzu kommt der Schauplatz in North Carolina, der allen Darstellern einen Südstaaten-Akzent verpasst und den Film dadurch noch viel angenehmer macht.

Doch nicht nur die Protagonisten können hier überzeugen, auch die Nebencharaktere haben ihre Momente. Zum einen überzeugt der Cast, der neben Jason Sudeikis, John Lithgow und Dan Aykroyd auch einen großartigen Dylan McDermott zu bieten hat. Dieser schafft es von Anfang an zu überzeugen, da er skrupellos ist, alles für Geld macht, dabei aber unglaublich sympathisch rüberkommt. Hier hat man mit der Besetzung von Tim Wattley ins Schwarze getroffen. Aber auch Jason Sudeikis kann überzeugen, da er die Rolle des Wahlkampfleiters hat und seinen Boss immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen muss, wie es wohl bei vielen Wahlkampfleitern der Fall ist. Hierbei wird ganz deutlich, dass Sudeikis eher die Rolle des Engels und McDermott die Rolle des Teufels spielt. Beide bieten einen sehr guten Kontrast und sind zudem unterhaltsam. Bei Dan Aykroyd und John Lithgow als Motch-Brüder schwingt immer ein sarkastischer Unterton mit und es macht Spaß zu sehen, wie sie die Chefs von großen Konzernen auf die Schippe nehmen. Dass Ende dieser Comedy hingegen ist ein wenig zu weit hergeholt, doch das kann man gerne verzeihen, denn für Erheiterung ist definitiv gesorgt.

Fazit

Anspruch wird hier definitiv nicht groß geschrieben. Viel eher wird hier die US-Politik aufs Korn genommen und das mit einem bitteren Unterton, hinter dem sicherlich etwas Wahrheit steckt. Die Besetzung ist geglückt, der Cast kann schauspielerisch überzeugen und dieser Film hat einige Überraschungen zu bieten. Für einen DVD-Abend ist "Die Qual der Wahl" eine gute Wahl, ganz besonders, wenn man sich mit Politik auskennt und einfach ein wenig lachen möchte.

Technische Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Französisch, Niederländisch
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
FSK: ab 12 Jahren

Alex Olejnik - myFanbase
03.03.2013

Diskussion zu diesem Film