Bewertung: 3
Mikael Håfström

Entgleist

Some lines should never be crossed.

Foto: Copyright: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Inhalt

Charles Schines (Clive Owen) Leben verändert sich auf einen Schlag, als er zufällig auf Lucinda Harris (Jennifer Aniston) trifft. Schnell merken die beiden, dass sie in ähnlichen Lebenssituationen stecken, da beide eine unglückliche Beziehung führen. Da Lucinda ihm nicht mehr aus dem Kopf geht, beschließt Charles sie anzurufen. Sie verbringen einen netten Abend zusammen und beschließen in einem Hotelzimmer miteinander zu schlafen. Im Hotel angekommen werden sie jedoch plötzlich überfallen. Nachdem Charles zusammen geschlagen wurde, vergewaltigt der Angreifer Lucinda. Als Charles wieder zu sich kommt, ist der Angreifer verschwunden. Sie beschließen den Überfall nicht zu melden, um zu ihren Familien zurück zu können und ihre Affäre nicht auffliegen zu lassen.

Doch nicht diese Nacht war der Alptraum, den die beiden durchleben mussten, sondern vor allem die folgenden Wochen. Charles wird von seinem Peiniger LaRoche (Vincent Cassel) immer wieder erpresst...

Kritik

Was sich für mich nach einem ziemlich spannenden und interessanten Thriller anhörte, entpuppte sich im Kino leider zu einem leicht durchschaubaren und übertriebenen Film!

Schon die weibliche Hauptrolle hat mich von Anfang an nicht überzeugt, da ich in Jennifer Aniston noch nie eine brillante Schauspielerin gesehen habe, die mich außerhalb von Friends überzeugen konnte. Dennoch wollte ich mir den Film wegen der Storyline und den beiden männlichen Schauspielern ansehen und hoffte eines besseren belehrt zu werden, was die schauspielerische Leistung von Jennifer Aniston anging.

Im Nachhinein kann ich leider nicht sagen, ob es die Darstellung des Charakters von Lucinda oder der Charakter selbst war der mich nicht überzeugte, aber fest steht, dass sie der größte Störfaktor in dem Film war. Weder ihre Anmache im Zug, noch ihre Verzweiflung nach der Vergewaltigung konnten mich wirklich ehrlich überzeugen.

Doch der Film war nach diesem ersten Höhepunkt noch nicht mal zur Hälfte rum und obwohl ich mir da schon denken konnte, wie es ausgeht, war ich gespannt wie es weiterging und ob ich Recht behielt...
Leider tat ich das und die Story wurde dadurch für mich immer uninteressanter.

Doch so uninteressant die Story für mich war, desto interessanter war für mich die schauspielerische Darstellung von Vincent Cassel, der eine unheimlische Präsenz in diesem Film hatte und in seinen Szenen, die er zusammen mit Clive Owen spielte glatt die Überhand hatte.

Auch die Entwicklung von Charles war recht interessant und RZA, der den Charakter Winston Boyko spielt, war eine nette Bereicherung in der Entwicklung von Charles Charakter.

Ich hätte den Film also als durchschnittlich eingestuft, doch dann kam das Ende, bzw. die Enden (denn meiner Meinung nach gab es zwei)! Das erste Ende war noch Recht angenehm (wenn auch leicht übertrieben) und hat die Geschichte gut abgerundet. Alle Anspielungen, die im Film gemacht wurden haben sich wieder gefunden und man hätte es dabei belassen sollen!

Doch dann kam das eigentlich Ende, was meiner Meinung nach nicht nur völlig übertrieben, sondern auch völlig aufgesetzt war. Man wurde noch einmal auf alles hingewiesen, was in dem Film unterschwellig angedeutet wurde (und ich hab dabei immer das Gefühl, dass Zuschauer als dumm eingestuft werden, da sie es sich nicht selbst erarbeiten können) und schloss dann natürlich mit einem gewohnt übertriebenen Happy-End ab.

Fazit

Für alle, die nach eigener Einschätzung, relativ schnell in einem Film Zusammenhänge erkennen, ist dieser Film absolute Zeitverschwendung, denn es trifft eigentlich alles ein, was man sich nach dem ersten großen Zusammentreffen denkt.
Wenn man allerdings einfach nur einen Thriller sehen möchte, ohne sich großartig Gedanken über die Handlung und deren Verlauf machen will, sich also einfach nur ein wenig im Kino berieseln lassen will, dann kann man sich den Film ohne große Bedenken ansehen!

Annika Leichner - myFanbase
23.02.2006

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