Bewertung: 7

Larry Crowne

"Larry, you're a great student. I'm not an easy A."

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Inhalt

Larry Crowne (Tom Hanks) war 20 Jahre für die Navy als Koch tätig, bevor er einen Job in einer Supermarktkette angenommen hat. Sein Job macht ihm Spaß, doch er wird eines Tages unerwartet gekündigt, weil er keinen College-Abschluss und somit auch keine Aufstiegschancen hat. Larry lässt den Kopf nicht hängen und macht sich sofort auf die Suche nach einem neuen Job, leider ohne Erfolg. Er beschließt deshalb, das lokale College zu besuchen, um einen Abschluss zu machen. Damit tritt er in eine Welt, die ihm so bisher nicht bekannt war. Er freundet sich mit einigen jungen Studenten an, die sein Leben verändern. Und auch seine Professorin Mercedes Tainot (Julia Roberts) hat Einfluss auf Larry, der lernt, niemals aufzugeben.

Kritik

Als großer Fan von Tom Hanks habe ich mich sehr auf diesen Film gefreut, denn Tom Hanks hat "Larry Crowne" nicht nur geschrieben, er hat auch Regie geführt. Und betrachtet man den Film von dieser Seite, hat er einen guten Job gemacht, vor allem, wenn man bedenkt, dass er auch noch Hauptdarsteller war. Es ist kein großes Meisterwerk, doch ich würde sagen, dass der Film gute Unterhaltung ist, die man sich auf jeden Fall anschauen kann.

Die Story hat mir richtig gut gefallen, weil es etwas anderes ist, als man normalerweise sieht. So haben wir hier keinen jungen Erwachsenen, der sich auf die Suche nach seiner Bestimmung macht. Wir haben einen älteren Mann, dessen Leben, das er glücklich lebt, komplett durcheinander gerät. Er wird gefeuert, hat keinen College-Abschluss und steht alleine da. Doch Larry ist ein Optimist und das ist es, was mir an ihm so gut gefällt. Er fällt in kein Loch, er nimmt sein Leben selbst in die Hand und versucht, sich selbst weiterzuentwickeln. Ich habe Mitleid mit ihm gehabt, weil er keinen Job findet, doch er geht einen Schritt weiter und versucht es von vorne - mit einer Schulausbildung. Dieser Film soll zeigen, dass es nie zu spät ist, noch einmal von vorne zu beginnen. Und das macht den Film besonders, denn obwohl Larry seine Schwierigkeiten hat, gibt er nicht auf. Er macht einfach weiter. Das stellt ihn in den Mittelpunkt des Filmes und macht ihn von Anfang an sympathisch. Man wünscht ihm einfach nur das Beste und es ist toll, diesen Bezug zu einem Charakter aufzubauen, denn das ist es, warum man an einem Film dranbleibt.

Etwas schräg waren die Nebencharaktere, allen voran Talia. Sie wurde zwar von Gugu Mbatha-Raw schön umgesetzt, doch irgendwie ist es schwer nachvollziehbar, dass sie diesen Einfluss auf Larry hat. Denn Larry macht eigentlich alles, was ihm die junge Frau sagt. Sie verändert ihn äußerlich und ich frage mich immer noch, wieso Larry sich einfach so darauf eingelassen hat. Ich schätze mal, dass es etwas komplett neues für ihn war und er offen gegenüber allem ist, was sich ihm bietet, doch irgendwie kann ich immer noch nicht ganz glauben, dass sich ein Mann in seinem Alter so leicht mitreißen lässt. Talia erreicht zwar mit ihrem Verhalten, was sie will, doch das macht ihren Charakter einfach irgendwie seltsam. Seltsam fand ich auch ihren Freund Dell. Wilmer Valderrama hat mir in der Rolle nicht sonderlich gut gefallen, wenn man bedenkt, dass er mich in "Die wilden 70er" umgehauen hat. Das liegt aber wahrscheinlich auch daran, dass ich die Rolle des Dell vollkommen überflüssig halte. Er hatte nur einen starken Auftritt, in dem er Larry in der Clique willkommen heißt und damit zeigt, dass man neuen Menschen gegenüber offen sein muss. Ansonsten war er mir nicht wichtig genug, was ich sehr schade finde.

Auf wen ich in diesem Film aber mit Sicherheit nicht verzichten will, das ist Bryan Cranston als Dean. Ich habe herrlich über diesen Charakter lachen können, obwohl eigentlich nichts witziges daran ist. Er ist ein Professor, der seine Berufung aufgibt und sich dadurch nur noch mit seiner Frau in die Wolle kriegt. Doch die Umsetzung von Bryan Cranston ist hervorragend, vor allem, wenn man seine Rolle in "Breaking Bad" im Hinterkopf hat. Eine willkommene Abwechslung, die Unterhaltung geboten hat und die man nicht missen möchte.

Wen man auch nicht missen möchte, das ist Julia Roberts als Professorin Tainot. Sie ist so dermaßen unzufrieden mit ihrem Leben, dass sie eigentlich nur noch Alkohol trinkt und es nicht einmal schafft, ihre Studenten zu begeistern. Es ist schön zu sehen, dass sie in diesem Zustand ist, als Larry sich dazu entschließt, einen Kurs bei ihr zu besuchen. Dies zeigt den großen Kontrast zwischen den beiden, denn Larry ist bereit, etwas für seine Zukunft zu tun und Mercedes sieht überhaupt nicht ein, etwas zu ändern. Sie ist einfach eine bittere Frau. Doch dank Larry findet sie aus ihrer Krise heraus. Manchmal ist es ein fremder Mensch, der einem zeigen muss, dass man zu viel mehr fähig ist. Obwohl mir die beiden zusammen sehr gut gefallen, muss ich hier leider etwas die Logik bemängeln, denn es ist irgendwie nicht nachvollziehbar, wann das zwischen den beiden losgeht. Irgendwie ist auf einmal etwas da, obwohl sie nicht viel miteinander zu tun hatten und das ist irgendwie schade, weil man das Gefühl bekommt, dass man etwas verpasst hat. Dennoch finde ich die beiden zusammen richtig toll und freue mich über das Ende des Filmes, denn er zeigt ganz deutlich, dass es nie zu spät ist, etwas zu ändern, um wieder glücklich zu sein. Wenn das alles dann auch noch mit wunderbarer Musik untermalt wird, kann man den Film mit einem zufriedenen Gefühl abschließen.

Fazit

"Larry Crowne" ist ein Film, der unterhält, eine schöne Story zu bieten hat und sogar eine Message verbreitet. Tom Hanks macht einen guten Job als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller. Es ist kein großes Meisterwerk, doch für einen DVD-Abend lohnt sich der Film alle Mal.

Technische Details

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 - 2.40:1
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren

Alex Olejnik - myFanbase
13.11.2011

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