Bewertung: 4
Michael Dowse

Take Me Home Tonight

Best. Night. Ever.

Foto: Copyright: 2011 Universal Pictures Germany
© 2011 Universal Pictures Germany

Inhalt

Matt Franklin (Topher Grace) ist ein erfolgreicher Uni-Absolvent und weiß trotzdem nicht, was er nach dem Abschluss der universitären Laufbahn mit seinem Leben anfangen soll. Übergangsweise arbeitet er zunächst als Aushilfe in einem Einkaufszentrum, sehr zum Missfallen seines erfolgsorientierten Vaters. Seine Schwester Wendy (Anna Faris) hingegen steht kurz vor der Hochzeit mit dem schnöden Barry (Chris Pratt), träumt aber weiterhin davon, aus ihrem eingefahrenen Leben auszubrechen und ihren Träumen zu folgen. Schließlich ist da noch Matts bester Freund Barry (Dan Fogler), welcher gerade von seinem Job als Autoverkäufer gefeuert wurde und nun nicht weiß, wie es mit seinem Leben weitergehen soll. Alle drei gehen zusammen auf eine Party, auf der Matt endlich seine Jugendliebe Toni Frederking (Teresa Palmer) von sich überzeugen will.

Kritik

Der Hauptdarsteller der nostalgischen 80er-Jahre Komödie "Take Me Home Tonight" ist Topher Grace, welcher weltweit bekannt wurde durch seine Rolle des durchschnittlichen Kleinstadtjungen Eric Forman in der beliebten und insgesamt acht Staffeln umfassenden Sitcom "Die wilden Siebziger". Die Serie zeichnete den Alltag einer Gruppe von Freunden in einer provinziellen Stadt in den 70er Jahren nach und überzeugte durch gut getimte zeitgeistliche Anspielungen auf dieses bedeutende Jahrzehnt und durch ein wunderbar harmonierendes Darstellerensemble, zu dem unter anderem auch Mila Kunis und Ashton Kutcher gehörten. Die von Michael Dowse inszenierte Komödie "Take Me Home Tonight" wirkt da fast wie eine inoffizielle Fortsetzung der Hitsitcom und zeigt, wie die Geschichte von Eric Forman hätte weitergehen können.

Eric Forman heißt hier aber nun Matt Franklin und wohnt nicht ein einer unbedeutenden Kleinstadt, sondern in Los Angeles. Aber ansonsten ist die Figur ähnlich angelegt: Ein recht unsicherer, durchschnittlicher und zielloser junger Mann, welcher keinen blassen Schimmer hat, was er mit seinem Leben anfangen soll. Ähnlich erging es auch Eric Foreman in großen Teilen der Serie. Leider wirkt der gesamte Film insgesamt auch wie eine eher unterdurchschnittliche, uninspirierte Sitcom-Folge. Die Story dreht sich um eine einzige Partynacht und wirkt stellenweise wie eine schlechte Kopie des Komödienhits "Superbad".

Wo sich "Superbad" durch eine kreative Ideenvielfalt und einen bösen, subversiven Humor auszeichnete, welcher die Grenzen des guten Geschmacks auf charmante Weise überschritt, kommt Dowses Film nie wirklich in Schwung. Zentral geht es um drei Geschichten, die parallel erzählt werden und zwischendurch immer wieder aufeinandertreffen. Da wären die Erlebnisse von Matt Franklin selbst, der auf der Party endlich das Herz seiner großen Schulliebe gewinnen will, die von seinem besten Freund Pete, der gerade seinen Job verloren hat und mit Hilfe von Kokain und Alkohol einfach nur alles vergessen will, und zuletzt noch die seiner Zwillingsschwester Wendy, die sich zwischen ihrem Freund und ihrer beruflichen Zukunft entscheiden muss.

Dabei überzeugt im Grunde nur die Story von Matt, da es sich dabei um eine recht sympathisch erzählte kleine Liebesgeschichte handelt, bei der die Chemie zwischen Topher Grace und Teresa Palmer stimmt, und besonders die kleinen zwischenmenschlichen Szenen äußerst liebevoll in Szene gesetzt sind. Dem gegenüber fallen die beiden restlichen Erzählstränge aber deutlich ab: Die Erlebnisse von Barry sind eine Aneinanderreihung peinlicher Sex- und Drogenwitze und die Story um Matts Zwillingschwester Wendy sind schlichtweg fad, uninteressant und frei von jeglichen amüsanten oder berührenden Momenten. Das liegt vor allem daran, dass den Charakteren nie wirklich Tiefe verliehen und nur an der Oberfläche gekratzt wird. Zudem findet Dowse auch nie die richtige Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit, was dazu führt, dass der Film selten wirklich lustig ist, gleichzeitig aufgrund der infantil-albernen Zwischeneinlagen aber auch der nötige Ernst verloren geht.

Ein letzter Kritikpunkt, der den Film dann endgültig ins untere Mittelmaß abrutschen lässt, ist das fehlende 80er-Jahre-Flair. Ohne größere Änderungen könnte der Film auch in unserer heutigen Zeit spielen: Einzig der Klamottenstil und die Musik wären ein wenig anders, aber sonst wird nie wirklich deutlich, warum die Geschehnisse gerade in den 80er Jahren angesiedelt sind. Anderen Filmen, wie zum Beispiel die Adam-Sandler-Komödie "Eine Hochzeit zum Verlieben", gelang es viel besser, diese besondere Zeit greifbar zu machen und zum Leben zu erwecken. Das schafft Dowse in seinem Film leider in keiner Sekunde.

Fazit

"Take Me Home Tonight" ist eine insgesamt laue, unausgegorene Komödie, die nur in Teilen zu überzeugen weiß und nach erstmaliger Sichtung schnell wieder in Vergessenheit gerät.

Moritz Stock - myFanbase
18.10.2011

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