Bewertung: 7
Neil Burger

Lucky Ones, The

Three strangers with nothing to lose. And everything to find.

Foto: Copyright: Sony Pictures Home Entertainment
© Sony Pictures Home Entertainment

Inhalt

Colee (Rachel McAdams), Cheaver (Tim Robbins) und T.K. (Michael Peña) sind Ex-Soldaten und gerade vom Irakkrieg zurückgekehrt. Die Vorfreude auf die Heimat legt sich, als sie am Flughafen in New York erfahren, dass durch ein Stromausfall alle Anschlussflüge gestrichen wurden. Zum Glück ergattern sie einen Mietwagen und treten zu dritt einen Road-Trip quer durch die USA an. Bald aber müssen sie feststellen, dass sich das Leben während ihrer Abwesenheit weitergedreht hat.

Kritik

Der Gesamteindruck nach dem Film war durchweg positiv, auch wenn man nicht immer wusste, in welche Richtung sich "The Lucky Ones" bewegen möchte. Für eine Komödie war zu wenig Witz vorhanden, für ein Drama gab es nur selten emotionale Szenen und für ein Abenteuer zu wenig Action. Dieser fröhliche Genremix hat aber wunderbar funktioniert, denn der Film konnte die meiste Zeit über überzeugen.

Klar, so ein Road-Trip durch die USA ist keine neue Idee. Man denke nur an "Little Miss Sunshine", "Into the Wild" oder "Born to be Wild". Denn Roadmovies machen einfach Spaß, vor allem auch der Kulisse wegen. Nicht aber, wenn sich die Thematik rund um den Irakkrieg und drei Ex-Soldaten dreht. Doch glücklicherweise handelt "The Lucky Ones" wenig von Krieg und traumatischen Ereignissen, sondern eher von drei Menschen, die sich selbst und einander besser kennen lernen. Es kommen, bis auf einige wenige Minuten, keine Kriegsszenen vor, wie man Anfangs erwartet hätte. Das nimmt dem Film vieles an Drama weg und der ernste Unterton des Krieges beziehungsweise deren Folgeerscheinungen bei Ex-Soldaten geht verloren. Hier hätte man Rückblenden aus Irak einbauen können, statt die Kriegsgeschichten von den drei Charakteren nacherzählen zu lassen. So hätte man auch einige teilweise zu lang geratene Szenen, besonders zu Beginn des Films, vermeiden können.

So kommen die emotionalen Szenen erst mit der Tiefgründigkeit der Charaktere ins Spiel. Denn hauptsächlich geht es um diese drei Menschen und wie sie ihr Leben meistern. Die Hintergrundgeschichte, nämlich, dass sie aus der Army kommen, ist von keiner großen Bedeutung. Regisseur Neil Burger, der mit "The Illusionist" erste Erfolge feiern konnte, hat hier Geschick für Charakterentwicklungen gezeigt. Colee, Cheaver und T.K. sind von Grund auf unterschiedliche Charaktertypen, müssen aber auf Grund der Umstände eine gemeinsame Reise beginnen. Obwohl sie einem anfangs sehr fremd vorkommen, lernt man sie immer besser kennen und verstehen. Allen voran die von Rachel McAdams toll dargstellte Colee, die für die lustigsten Momente sorgt. Außerdem kann man eine tolle und vor allem nachvollziehbare Charakterentwicklung bei jedem Einzelnen beobachten. Während ihrer Zeit im Irak ist in den USA viel passiert und die familiären Probleme lassen nicht lange auf sich warten. Allmählich erkennen sie, dass nur sie sich gegenseitig verstehen können und helfen sich gegenseitig und damit auch unbewusst sich selbst. Die Freundschaft und der Zusammenhalt, der sich allmählich entwickelt, sind gefühlvoll und realistisch dargestellt und lassen den Film nicht krampfhaft gestellt wirken.

Da "The Lucky Ones" ein Roadmovie ist und man nie weiß, was um die nächste Straßenkurve liegt, bleibt die Handlung relativ undurchschaubar. Nach ein paar Startschwierigkeiten steigert sich der Film vom Minute zu Minute. Dieser Film ist kein Kriegsdrama sondern zeigt sehr glaubhaft, wie Menschen ihr Leben überdenken und mit etwas Glück, wie der Titel schon aussagt, einen Neuanfang starten. Zwar hätte man sich ein anderes Ende gewünscht, aber im Grunde wird ein runder Abgang gefunden. Durch viele lustige Szenen kommt der Humor nicht zu kurz und macht "The Lucky Ones" zu einem unterhaltsamen und stellenweise richtig gute Laune machenden und waschechten Roadmovie.

Fazit

Die Idee ist zwar nicht neu, aber dennoch ist "The Lucky Ones" ein richtiger Road-Trip-Film für zwischendurch. Die ernsten Untertöne gehen leider etwas flöten, aber die Charaktere überzeugen umso mehr.

Tanya Sarikaya - myFanbase
29.07.2011

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