Bewertung: 7
Clint Eastwood

Hereafter – Das Leben danach

A life that's all about death is no life at all.

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Inhalt

Seit seiner Kindheit hat George (Matt Damon) eine besondere Gabe. Er kann Kontakt mit den Toten aufnehmen. Während sein Bruder Billy (Jay Mohr) darin eine gute Geschäftsmöglichkeit sieht, fühlt sich George allein gelassen und führt ein isoliertes Leben. Währenddessen erlebt die französische Journalistin Marie (Cécil de France) ein Nahtoderlebnis und stellt ihre ganze Karriere aufs Spiel, um der Frage nachzugehen, was nach dem Tod passiert. Der kleine Marcus (Frankie McLaren) lebt mit seinem Bruder bei einer drogensüchtigen Mutter, bis sein Bruder tödlich verunglückt und Marcus in eine Pflegefamilie kommt. Auch er möchte wissen, wo sein Bruder jetzt ist. Schließlich kreuzen sich die Wege von George, Marie und Marcus.

Kritik

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Kann ein Medium wirklich Kontakt mit den Toten aufnehmen? Diese Frage hat sich wohl jeder schon mindestens ein Mal gestellt. So versucht Meisterregisseur Clint Eastwood eine Antwort auf dieses komplexe Thema zu finden, was sicherlich nicht leicht ist, die Handlung aber umso interessanter macht. Natürlich erwartet man viel von "Hereafter – Das Leben danach", unter anderem wegen Namen wie Clint Eastwood und Matt Damon.

Optisch gesehen ist der Film sehr gelungen und nicht ohne Grund wurde "Hereafter – Das Leben danach" bei der letzten Oscar-Verleihung in der Kategorie "Beste visuelle Effekte" nominiert. Zudem spielt die Handlung in drei verschiedenen Ländern, nämlich Amerika, England und Frankreich und fixiert sich somit nicht nur auf einen Spielraum, wodurch zusätzlich Abwechslung gewonnen wird. Was die Szenen in Frankreich angehen stört der Untertitel anfangs, doch nach und nach gewöhnt man sich daran.

Die Erwartungen waren hoch und Clint Eastwood enttäuscht nicht, zumindest nicht direkt. Denn jetzt kommt das große Aber. Er liefert nicht den Film ab, den man erwartet. Der Trailer versprach eine perfekte Mischung aus Drama, Thriller und Mystery. Während er in "Million Dollar Baby" sein Talent für Dramen unter Beweis stellen konnte, war es seine Absicht, auf dieser Schiene weiterzufahren. Das große Tsunami-Szenario, welches an "Inception" erinnert und im Trailer zu beeindrucken weiß, ist hier nur eine Anfangsszene und auch schon das einzige Actionreiche. Auch Richtung Mystery wagt Eastwood sich nicht heran, sondern kratzt nur an der Oberfläche. Schemenhafte Gestalten sieht man ab und zu, aber auf das große Geheimnis, was nach dem Tod passiert, gibt Eastwood keine eindeutige Antwort.

Das Wichtigste für den Regisseuren waren nämlich die Charaktere und ihre Beziehung zum Tod, nicht der Tod selbst. George, Marie und Marcus sind direkt durch ein einschlagendes Ereignis in ihrem Leben mit der Frage nach dem Tod konfrontiert. Ihre Gefühle und vor allem Georges Selbstzweifel dringen zum Zuschauer hervor. Leise und gefühlvolle Szenen dominieren eindeutig, wodurch der Film nicht unbedingt spannend oder unterhaltsam ist. Dafür hat man drei verschiedene und zugleich tiefgründige Charaktere vor sich, in die man sich alle hineinfühlen kann und sich für sie ein gutes Ende erhofft. Bei Marcus’ Geschichte wird es besonders emotional, während Maries Werdegang zwar interessant, aber nicht unbedingt fesselnd ist. Das Hauptaugenmerk liegt auf George und einem hervorragenden Matt Damon, der nicht viel spricht, aber durch Mimik und Gestik seinen Charakter perfekt umsetzt und beweisen kann, dass er sich seit der "Bourne" –Trilogie zu einem exzellenten Schauspieler entwickelt hat. Er stellt George perfekt dar und macht ihn sofort sympathisch, was ein großer Pluspunkt für den Film ist. Außerdem dringt seine Gabe zu den Zuschauern durch, da man wirklich denkt, er könnte mit Menschen vom Jenseits Kontakt aufnehmen. Ganz wie Medium Melinda in "Ghost Whisperer" ist George sicherlich nicht und das ist auch gut so, aber ein bisschen mehr Mystik und eine eigene Interpretation des Jenseits hätten dem Film sicherlich gut getan.

Fazit

"Hereafter – Das Leben danach" ist ein bewegendes und emotionales Drama mit einem hervorragenden Matt Damon, wobei Clint Eastwood nicht das abliefert, was man erwartet und sich versprochen hat.

Tanya Sarikaya - myFanbase
08.06.2011

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