Bewertung: 6
James L. Brooks

Woher weißt du, dass es Liebe ist?

"We are all just one small adjustment away from making our lives work."

Foto: Copyright: 2011 Sony Pictures Releasing GmbH
© 2011 Sony Pictures Releasing GmbH

Inhalt

Lisa Jorgensen (Reese Witherspoon), einst erfolgreiche Sportlerin, nun aufgrund ihres Alters ausgemustert, muss ihr Leben neu ordnen und ihm eine neue Richtung, einen neuen Sinn geben. Dabei trifft sie sowohl auf den Lebemann und erfolgreichen Baseball-Profi Matty (Owen Wilson), der sie durch seine unkomplizierte Lebensweise in den Bann sieht, als auch auf den aufgrund von beruflichen Schwierigkeiten in einer Lebenskrise steckenden und eher zurückhaltenden George (Paul Rudd), der stets unter seinem autoritäten und kritischen Vater litt und immer noch leidet. Diese drei Charaktere versuchen alle, ihr Leben in den Griff zu bekommen und ihr Glück und vor allem die Liebe zu finden.

Kritik

Das Genre der romantischen Komödie steht nicht gerade für Innovation: Gefühlt jede Woche kommt ein neues, belangloses Werk in die Kinos, in dem abwechselnd Jennifer Aniston oder Katherine Heigl in zumeist wenig witzigen und übertrieben albernen und kitschigen Szenen ihren Traummann finden. Dabei werden gerne Geschlechterstereotypen reproduziert, das Publikum nimmt es an, vergisst den gesehenen Film aber schneller, als wie man Klischee sagen kann, und schaut sich dann denselben Film eine Woche später wieder an, nur mit anderen Gesichtern und einer, wenn überhaupt, leicht variierten Geschichte.

Hört man dann den Titel des neuen Films von Oscarpreisträger James L. Brooks, so winkt man als Filmliebhaber schnell ab, zu sehr sitzt der Schock über romantische Komödien der letzten Zeit, wie zum Beispiel "Die nackte Wahrheit", noch in den Knochen. Doch diese grundsätzliche Ablehnung wäre bei diesem Film unangebracht, erzählt uns Brooks in seinem neuen Film doch eine herrlich altmodische, auf platten Schenkelklopfer-Humor verzichtende, nette kleine Geschichte über das Leben und die Liebe, die vielmehr in die dramatische, als in die komödiantische Richtung geht.

Der Film bleibt zwar auch in der typischen Formelhaftigkeit des Genres gefangen, füllt diese aber recht charmant und stellenweise sogar recht tiefsinnig aus. Verantwortlich dafür sind zum einen die gelungenen Dialoge und zum anderen der toll miteinander harmonierende Cast, angeführt von der nach einer etwas längeren filmischen Schaffenspause zurückgekehrten Reese Witherspoon, die wundervoll natürlich und sympathisch diesen in einer Sinnkrise steckenden Charakter spielt und dabei erstaunlich vielschichtig gezeichnet wurde. Sie zweifelt, hadert, versucht Entscheidungen zu treffen, wird in die eine Richtung gezogen, dann wieder in die andere, versucht immer wieder aufzustehen und ihr Leben auf die Reihe zu bekommen. Das wird aber immer alles auf eine lockere, leichte, nie anstrengende Art und Weise verpackt, die nie wirklich langweilt.

Das liegt auch an den weiteren Akteuren, die allesamt nicht einer strikten Schwarz/Weiß-Zeichnung unterliegen, sondern eigenständige Charaktere mit Stärken und Schwächen sind. Deshalb funktioniert die schon tausendmal gesehene Dreiecksbeziehungsproblematik auch überraschend gut, da es hier keinen gibt, der nur böse oder nur gut ist. Man wünscht allen Charakteren, dass sie ihr Leben in den Griff bekommen und glücklich werden. Owen Wilson und Paul Rudd verkörpern die verschiedenen Charaktere dabei auch sehr authentisch und glaubhaft. Auch Jack Nicholson in einer Nebenrolle kann überzeugen, wenn auch sein Charakter im Vergleich zu den Anderen ein wenig blass bleibt.

Man sollte, bevor man ein Ticket für den Film löst, keine falschen Erwartungen an den Film haben: Es gibt keine wirklichen Lacher, eher einiges zu Schmunzeln. Zudem hat man es hier mit einem recht langsam erzählten Film zu tun, der sich Zeit für seine Charaktere nimmt und dafür auf platten, infantilen Humor verzichtet. Bei all dem Lob darf man aber nicht vergessen, dass der Film wenig Neues bietet. Er erzählt eine kleine, nette Geschichte mit guten Darstellern und ein wenig Tiefsinn, aber das ist schon mehr, als man von den meisten anderen Vertretern dieses Genres sagen kann.

Fazit

Hier hat man es mit einer netten, unaufgeregten, kleinen, sympathischen Geschichte über die Liebe und das Leben zu tun, die vor allem durch ihre altmodische Erzählweise und die überzeugenden Darsteller zu überzeugen weiß.

Moritz Stock - myFanbase
29.01.2011

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