Bewertung: 7
Michael Apted

Chroniken von Narnia, Die: Die Reise auf der Morgenröte

Return to magic. Return to hope. Return to Narnia.

Foto: Copyright: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Inhalt

Es ist das erste Mal, dass Lucy (Georgie Henley) und Edmund (Skandar Keynes) ohne ihre beiden älteren Geschwister Peter und Susan nach Narnia gerufen werden. Mit an Bord ist jedoch deren nervenaufreibender Cousin Eustace (Will Poulter), der alles andere als begeistert zu sein scheint, sich in einem ihm unbekannten Land wiederzufinden.

Die drei landen auf König Kaspians (Ben Barnes) Schiff, der Morgenröte. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach sieben verschollenen Getreuen seines Vaters, um Narnia vor dem Untergang durch das Böse zu retten. Auf der Reise muss sich die Crew der Morgenröte vielen Gefahren aussetzen und plötzlich steht ihnen anstatt Eustace ein feuerspeiender Drache gegenüber.

Kritik

Bei der Verfilmung des dritten "Narnia"-Romans von C.S. Lewis, "Die Reise auf der Morgenröte", führte nicht mehr Andrew Adamson, sondern Michael Apted Regie. Dieser machte sich mit Filmen wie "James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug" und "Genug" einen Namen, und verzaubert nun sein Publikum mit einem wunderschönen 3D-Abenteuer, passend zur Weihnachtszeit.

Im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen der Reihe, "Der König von Narnia" und "Prinz Kaspian von Narnia", geht es hier etwas ruhiger zu, was eine gekonnte Abwechslung zu dem vorherigen Gemetzel darstellt. Lucy und Edmund stehen hier im Mittelpunkt, doch es wird auch ihre letzte Reise nach Narnia sein, da sind sie sich sicher. Aufgrund des Krieges verbringen sie ihre Zeit bei ihrer Tante und deren arrogantem und hochnäsigem Sohn Eustace. Doch wie der Zufall es will, werden sie zusammen mit ihm in die wundersame Welt von Narnia durch ein Gemälde in seinem Zimmer gesogen. Für den versnobten Jungen scheint alles wie ein seltsamer Traum und er möchte nichts lieber, als nach Hause zu gehen, was jedoch alles andere als einfach ist, denn zuerst müssen sie ihre Aufgabe erfüllen. Eustace geht der gesamten Crew mit seinem Gehabe auf die Nerven, denn alles ist neu für ihn und einfach nur unbegreiflich.

Doch schon bald freundet er sich mit Reepicheep an, einer Maus und dem treuen Gefährten von König Kaspian. Die Veränderung, die Eustace den Film über durchmacht, ist einzigartig. Zu Beginn ist man als Zuschauer ebenso genervt wie die Mitglieder der Crew, da er an alles und jedem zweifelt. Schon bald kann man sich jedoch in ihn hineinversetzen, denn natürlich scheint eine Welt wie Narnia unwirklich zu sein. Als er sich dann auch noch in einen Drachen verwandelt, weil er dem funkelnden Gold nicht wiederstehen kann und von diesem verführt wird, fühlt man als Zuschauer mit ihm, denn man kann ihm die Verzweiflung in den Augen ablesen. Eigentlich wollte er nichts anderes, als zu Hause sitzen und es sich in seinem Zimmer gemütlich machen, doch plötzlich findet er sich in einem weit entfernten Land der mystischen Fabelwesen wieder. Natürlich ist das ein Schock.

Auch die Charaktere Lucy und Edmund haben sich stark weiterentwickelt, wenn man an die ersten beiden Teile zurückdenkt. Vor allem bei Lucy ist die Veränderung sehr deutlich, da sie nun auf dem Weg ist, eine junge Frau zu werden. Die Probleme, denen sie sich stellen müssen, sind auch weitaus umfangreicher und gefährlicher als zuvor.

Dies spiegelt sich auch darin wieder, dass der Film sehr christlich angehaucht ist. Das Böse in Narnia kann nämlich nur aufgehalten werden, indem man die Dunkelheit in der eigenen Seele besiegt und zum Glauben findet. Die Rückverwandlung Eustaces in einen Menschen gegen Ende hin ist somit eine Art Erlösung des Bösen, denn seine Missetaten hat er durch gute Taten wett gemacht. Somit wird er von Aslan – dem "Gott" von Narnia – befreit. Auch bei den anderen Aufgaben müssen die Kinder der Versuchung wiederstehen. Bei Lucy ist das der Wunsch, so hübsch zu sein wie ihre ältere Schwester Susan, und bei Edmund die Machtgier. Es kann gut sein, dass die etwas jüngeren Zuschauer mit der verborgenen Botschaft nicht sonderlich viel anfangen können und auch diejenigen, die weniger christlich sind, werden hier wohl etwas erschrocken sein, denn das ist wohl der bedeutendste Aspekt der Handlung.

Die Effekte sind dagegen einfach grandios. Während das Seeungeheuer einem einfach nur Angst macht, wenn es einem förmlich ins Gesicht springt, ist der Drache eher mäßig gut dargestellt worden – leider. Ebenso faszinierend wie einige 3D-Effekte sind die Computereffekte. Der kleine degenschwingende Mäuserich Reepicheep ist großartig animiert worden; man würde ihn am liebsten mit nach Hause nehmen. Dieser dürfte dem jüngeren Publikum wohl sehr ans Herz wachsen im Laufe der Geschichte.

Fazit

"Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte" ist ein relativ gelungener und abwechslungsreicher Film für die ganze Familie. Wenn man sich von den religiösen Botschaften nicht allzu sehr stören lässt, dann wird man auf jeden Fall auf seine Kosten kommen und auch die Kinder werden ihren Spaß am Zusehen haben.

Sanny Binder - myFanbase
19.12.2010

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