Bewertung: 7
Steven Spielberg

Minority Report

"Wer zu tief wühlt, holt sich nur schmutzige Hände."

Foto: Copyright: 2010 Twentieth Century Fox Home Entertainment
© 2010 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Im Jahre 2054 gibt es in ganz Washington keine Morde mehr. Dafür sorgen John Anderton (Tom Cruise) und sein Team, die mit Hilfe der hellseherisch Begabten, den sogenannten Precogs, Agatha (Samantha Morton), Arthur und Dashiell, Mörder noch vor dem eigentlichen Mord lokalisieren und festnehmen. Das Programm "Precrime" scheint zu funktionieren.

Als der vom Justizministerium Beauftragte Danny Witwer (Colin Farrell) bei Precrime vorbei schaut, um mögliche Fehler im System noch vor der Einführung im ganzen Land auszumachen, sehen die Precogs plötzlich einen Mord, der von John Anderton persönlich ausgeführt werden wird. John flüchtet und begibt sich auf die Suche nach dem Grund für den Mord, der angeblich in weniger als 36 Stunden von ihm begangen werden soll. Um herauszufinden, was mit ihm geschieht, sucht er Iris Hineman (Lois Smith) auf, die Erfinderin von Precrime. Diese erzählt ihm, dass es vorkommt, dass manchmal nicht alle Precogs die gleiche Zukunft sehen. Diese sogenannten Minority Reports werden, um nicht das gesamte System in Frage zu stellen, vom Techniker gelöscht. Der Minority Report bleibt aber weiterhin in Agathas Kopf.

John glaubt, sein Fall sei einem solchen Minority Report zuzuschreiben. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, den Minority Report zu bekommen und damit sein Leben zu retten. Doch wer tief wühlt, erfährt so manches Geheimnis, das bis dato mit viel Kraft verschwiegen wurde...

Kritik

2002 schuf Steven Spielberg den actiongeladenen Science-Fiction-Thriller "Minority Report", bei dem Science-Fiction-Freunde auf ihrer Kosten kommen. Im Film wird der Bleach-Bypass-Effekt verwendet, ein visueller Effekt, bei dem das Farbbild von einem Schwarzweißbild überlagert wird, um mehr Körnigkeit und Kontrast bei gleichzeitiger geringer Farbsättigung hineinzubringen. Da der Film in der Zukunft spielt, wird durch diesen visuellen Effekt eine Art Verfremdung dargestellt. Dadurch erhält der Zuschauer ein Bild, das unmöglich in der Gegenwart stattfinden kann. Der Bleach-Bypass-Effekt unterstützt außerdem sehr gut die Storyline, denn auch hier wird der Verfremdungseffekt durch den visuellen Effekt verstärkt. Der Bleach-Bypass-Effekt wurde zuvor bereits in den Filmen "Der Soldat James Ryan", "Sieben" und "Snatch", später auch in "300" eingesetzt.

Aus Sicht der schauspielerischen Leistung kann behauptet werden, dass es sich um einen mittelmäßigen bis guten Film handelt. Nicht verwunderlich ist allerdings die Besetzung der Hauptrolle. Tom Cruise, bekannt aus vielen anderen Actionfilmen wie "Mission Impossible" oder "Collateral", weiß einen Mann zu spielen, der innerlich zerfressen wird und dies äußerlich mit viel Action zu kompensieren versucht.

Um die Zukunft im Jahre 2054 realitätsnah darzustellen, engagierte Steven Spielberg einige Zukunftsforscher, die Modelle ausarbeiteten, von denen einige im Film zu sehen sind. Unter anderem wird gezeigt, wie sich die Automobilindustrie weiterentwickelt, wie Städte aussehen könnten oder der nächste Schritt zum dreidimensionalen, wirklichkeitsgetreuen Fernsehen aussehen kann. Die Zukunftsszenarien sind Spielberg durchaus geglückt, wenn man zum Beispiel bedenkt, dass die 3D-Filme tatsächlich Einzug in die Kinosäle unserer Städte erhalten haben.

Die Geschichte um die Minderheitenberichte (engl. minority reports) ist nicht weit hergeholt, denn 2004 gründete die Polizei von London eine Abteilung, die versucht, präventiv Gewalttäter auszumachen, um sie dann eventuell festzunehmen. Ob der Film, der bereits zwei Jahre zuvor auf die Leinwände kam, für die Gründung dieser Abteilung ausschlaggebend war, ist allerdings nicht bekannt.

Fazit

"Minority Report" ist ein actiongeladener Science-Fiction-Thriller, der sich mit der Frage beschäftigt, ob man Verbrechen verhindern kann, bevor sie geschehen. Ein typischer Tom-Cruise-Film, der es durch visuelle Effekte und einer guten Storyline schafft, zu überzeugen.

Manuela Müller - myFanbase
19.09.2010

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