Bewertung: 5
M. Night Shyamalan

Legende von Aang, Die

"Du bist der letzte deiner Art."

Foto: Copyright: Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Inhalt

Die Welt ist in vier Königreiche gespalten, jedes von dem Element repräsentiert, welches es in der Lage ist, zu nutzen. Frieden zwischen den Bereichen Luft, Wasser, Erde und Feuer hat es immer durchweg dann gegeben, wenn der Avatar auf Erden wandelte und sie bewachte - er ist die einzige Verbindung zur geistlichen Welt und der Bändiger aller Elemente. Als der junge Avatar Aang (Noah Ringer) verschwindet, lanciert die Feuernation eine Attacke gegen alle Luft-Nomaden, indem sie sie komplett vernichten, um ihrem Plan der völligen Weltherrschaft ein Stück näher zu kommen.

100 Jahre später bekämpft und inhaftiert der derzeitige Feuerlord Ozai (Cliff Curtis) alle, die die Fähigkeit besitzen, Elemente zu bändigen. In einem kleinen Stamm im südlichen Königreich des Wassers finden Katara (Nicola Peltz) und Sokka (Jackson Rathbone) einen kleinen Jungen im Eis. Diesem helfen sie wieder auf die Beine, und stellen dabei schnell fest, dass er der verschollene Avatar ist. Fortan reisen die beiden mit dem Herrn aller Elemente. Dieser ist jedoch noch sehr jung, und kann damit bislang nur die Luft beherrschen, wodurch sie sich auf die Reise machen, dem Avatar die Bändigung des Wassers beizubringen. Als ihr Ziel sich dem Ende zuneigt, müssen sie sich dem verstoßenen Prinzen Zuko (Dev Patel) stellen, der ebenfalls aus dem Reich des Feuers stammt. Und als obdas nicht schon genug wäre, müssen sie sich mit dem Feuerlord Ozai höchstpersönlich auseinandersetzen.

Kritik

Warum "Die Legende von Aang", und nicht gleich "Avatar"? Klar, es besteht eine gewisse Gefahr der Verwechslung, doch die Anlehnung an die Zeichentrickserie ist wohl nicht verkennbar. Auch der Grad der Gewalt hält sich so stark in Grenzen, dass hier eine Freigabe von sechs Jahren vergeben worden ist. Dies auch zurecht. Selten langweiligere Kampfhandlungen gesehen, wie in diesem Film. Für Kinder und heranwachsende Jugendliche wirkt dies noch sehr faszinierend, aber nicht für einen Erwachsenen. Ebenso ist die Nutzung der Elemente so langsam in Verwendung gekommen, dass das nur zum Wohle der Kinder getan worden ist. Schließlich sollen sie keine Reizüberflutung erleiden. Seltsam ist nur, dass es selbst in der Zeichentrickserie alles schneller und heftiger zur Sache geht.

Und so zieht sich der gesamte Film hin. Angefangen bei den teils merkwürdig agierenden Schauspielern, welche auch zum größten Teil aus fast Unbekannten bestehen, und am Ende mit der Ankündigung eines zweiten Teiles. Da können die älteren Generationen nur hoffen, dass die "Aang-Legende"-Serie mit dem Alter an Qualität und Gewalt zunimmt, wie bei "Harry Potter". So arbeitet M. Night Shyamalan, bekannt für Filme wie "The Sixth Sense" oder "The Village" auf dem Niveau der "Unendlichen Geschichte". Die Problematik ist bei "Aang" nur, dass zu viel in zu kurzer Zeit erzählt werden möchte. Da wird eine Romanze, eine Ausbildung, ein Krieg, ein Zwist, ein Verrat verpackt, und ja, der Avatar war da ja auch noch.

Dadurch ist alles so einfach gestrickt, dass sehr schnell Langeweile aufkommt. Schade eigentlich, Shyamalan hätte so viel aus "Avatar" machen können, gar eigens interpretieren, doch er wollte letztlich einen Film für Kinder machen. Das ist ihm dann auch durchweg gelungen. Teilweise ist mir durch den Kopf gegangen, wie man eigentlich aus allem eine Parodie machen könnte: "Kiss Kiss Bang Aang, Drang zur Droge." Das ganze auch noch auf Schwäbisch.

Was mir immer mehr Zweifel aufwirft, ist die Hervorhebung der "neuen" 3D-Technik. Ist ein Film für eine 3D-Animation nicht geeignet, sollte dies letztlich ganz sein gelassen werden. Allein damit werben, nur um letztlich mehr Geld verdienen zu können, ist fast schon traurig. Wie heißt ein toller Slogan im Kino? "Kino. Dafür werden Filme gemacht." Wenn ich schon 12 Euro oder mehr dafür zahlen muss, dann sollten gewisse Erwartungen doch erfüllt werden. Dies werden sie aber keinesfalls. Von den dreidimensionalen Effekten wird nicht viel mitbekommen. Sitzt jemand zu weit hinten, kann die Brille komplett ausgezogen werden. Sitzt jemand zu weit vorne, kann nicht alles realisiert werden. Von der miserablen Bildqualität möchte ich dann nicht weiter reden. Lange werden das die Zuschauer auch nicht mitmachen, wenn jeder Film als 3D-Film verkauft wird. Da sag ich nur "Blu-ray. Dafür werden Filme gemacht!".

Fazit

Ein gelungenes Fantasyabenteuer für die Kleinen und Heranwachsenden, und damit etwas für die Familie. Den Eintritt dafür ist aber überteuert. Daher rate ich allen ab, den Preis dafür zu zahlen. Zumal die Geschichte zum größten Teil zusammenhangslos geschnitten worden ist.

Ignat Kress - myFanbase
19.08.2010

Diskussion zu diesem Film