Bewertung: 6
Vicky Jenson

(Traum)Job gesucht

"Verrückt ist gut. Verrückt ist ein Zeichen von Kreativität."

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Schon als Kind wusste Ryden Malby (Alexis Bledel), wie ihr Leben später einmal aussehen soll. Gute Noten, ein Stipendium und nach ihrem College-Abschluss eine Anstellung bei einem renommierten Buchverlag als Lektorin ergattern. Soweit hat das auch ganz gut geklappt, nur der Job fehlt ihr noch. Doch dann wird ihr dieser von ihrer Rivalin (Catherine Reitman) vor der Nase weggeschnappt und Ryden steht auf der Straße. Also muss sie erst einmal wieder bei ihrer verschrobenen Familie einziehen, um sich dort zu überlegen, wie sie nun weiter machen will. Ihr bester Freund Adam (Zach Gilford) versucht ihr, mit Rat und Tat zu Seite zu stehen, auch wenn er schon lange mehr als nur freundschaftliche Gefühle für sie hegt. Als Ryden sich dann auch noch beginnt, für den attraktiven Nachbarn David (Rodrigo Santoro) zu interessieren, ist das Chaos perfekt.

Kritik

Der Beginn des Filmes ist sehr vielversprechend. Ryden führt einen Vlog und schildert einem kurz das wichtige Erlebnis, das ihr an diesem Tag bevorsteht ihr Collegeabschluss, der eng im Zusammenhang mit "dem Plan" steht, den sie schon als Kleinkind aufgestellt hat. Dadurch bekommt man einen sehr guten ersten Eindruck von ihr sie ist wohl ein kompletter Kontroll-Freak. Doch auch zwei weitere, wichtige Charaktere bekommt man zu sehen: ihren besten Freund, der keine intakte Familie zu haben scheint, und ihre persönliche Antagonistin Jessica. Natürlich ist es auch sie, die Ryden ihren Traumjob vor der Nase wegschnappt und sie somit wieder von Null anfangen lässt, was ihre Lebensplanung betrifft. Wie man es von einer 90-Minuten-Nemesis gewohnt ist, ist sie eben nur die schadenfrohe Gegenspielerin, die, wie im Rennen zwischen Hase und Igel, immer eher an Ort und Stelle ist, um Ryden die Tour zu vermiesen. Also keine Überraschung in diesem Punkt.

Nun muss unsere Protagonistin sich also einen Plan B überlegen. Ihr bester Freund Adam will ihr dabei so gut wie möglich helfen, auch wenn er sich selbst entscheiden muss, was er tun will. Der Grund dafür ist natürlich ganz klar der, dass er auf die junge Miss Malby steht. Trotzdem präsentiert Zach Gilford mit Abstand die tiefgründigste Leistung des Filmes. Sehr überzeugend wandelt er in seiner Darstellung zwischen Freundschaft und Liebe und auch als Zuschauer kann man sich nicht so recht entscheiden, ob er nun das eine für das andere aufgeben sollte. Besonders toll ist hier, dass er genau weiß, wie er Ryden Paroli zu bieten hat, wenn sie sich unnötig in ihre Probleme hineinsteigert. Zudem fallen aber auch noch seine Familienprobleme bei seiner Berufswahl ins Gewicht und auch er schwankt den ganzen Film zwischen den beiden Möglichkeiten, die sich ihm bieten und zeigt so noch einmal mehr die Problematik des so genannten "Traumjobs".

Sorgen macht mir allerdings die Darstellung von Alexis Bledel. In "Eine für 4" zeigte sie uns, dass sie auch jemand anderen spielen kann, als die quirlige und aufgeweckte Tochter aus "Gilmore Girls", doch leider ist davon in diesem Film nicht mehr viel zu sehen. Es scheint fast ein wenig, als seien die Filmemacher zu ihr gekommen und hätten ihr gesagt: "Och weißt du, eigentlich reicht es uns, wenn du uns die Rory gibst." So sieht es leider auch aus Ryden als Abklatsch von Rory. Und das ist das wirklich bedauerlich, denn aus Ryden hätte man so viel mehr herausholen können. Schade.

Ihre Familie, auf der anderen Seite, ist aber herrlich schrullig und man sieht ihnen bei ihrem Gezanke und den Keifereien richtig gern zu. Vor allem aber die Oma, gespielt von Carol Burnett, ist ein echtes Original. Ganz wunderbar ist die Szene, in der sie, offenbar "einfach mal so", sich in verschiedene Särge legt, um zu sehen, in welchem sie später einmal beerdigt werden will.

Diese Szenen, und natürlich Zach Gilford, machen letztendlich den Spaßfaktor des Filmes aus und vermitteln die altbekannte Moral, dass Geld und ein toller Job eben nicht alles sind im Leben. Auch unsere Protagonistin wird sich dem bewusst und natürlich bekommen auch sie und Adam ihr Happy End. Irgendwie. Denn die Frage nach Rydens Zukunft wird am Ende einfach offen gelassen und lässt einen rätselnden Zuschauer zurück.

Fazit

Wer auf eine innovative Idee und eine sich neu erfundene Alexis hofft, wird hier leider enttäuscht. Trotzdem überzeugt "(Traum)Job gesucht" weitestgehend mit Witz und anderen, durchaus talentierten Darstellern.

Luisa Schmidt - myFanbase
08.05.2010

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