Bewertung: 3
Nora Ephron

Verliebt in eine Hexe

Kann das Remake der Serie aus den 1960er Jahren "Verliebt in eine Hexe" auch den Zuschauer des 21. Jahrhunderts verzaubern?

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Inhalt

Die Hexe Isabel Bigelow (Nicole Kidman) versucht, sich in Los Angeles ein normales Leben ohne Hexerei aufzubauen. Eines Tages wird sie von Jack Wyatt (Will Farell) entdeckt, der ein erfolgloser Schauspieler ist, und der versucht, mit dem Remake der Serie "Verliebt in eine Hexe" wieder an seine früheren Erfolge anzuknüpfen. Und Isabel scheint wie geschaffen für die Rolle der Hexe Samantha. Nach einem Casting, in der Isabel es schafft, vor allem dadurch zu überzeugen, dass sie sie selbst ist, bekommt Isabel die Rolle und spielt nun eine Hexe. Was die sehr naive Isabel allerdings nicht durchschaut ist, dass Jack die Serie vor allem als One-Man-Show sieht und Isabel nur als lebendige Dekoration benötigt wird. Als ihr das zunehmend deutlich wird, vor allem unterstützt durch ihre Nachbarin Maria Kelly (Kristin Chenoweth) und die Assistentin am Set, Nina (Hether Burns), ist Isabel schon längst über beide Ohren in Jack verliebt. Trotz allem heckt sie mit den beiden Rachepläne aus, einige mit Hexerei, andere ohne, um schließlich Jack zu überzeugen, was so alles in ihr steckt.

Kritik

Die Idee, die "Verliebt in eine Hexe" zu Grunde liegt, ist eigentlich nicht schlecht: Ein Remake in einem Remake. Die Serie lief von 1964 bis 1972 in den Vereinigten Staaten und feierte dort, wie auch in Europa, große Erfolge. Im Sinne der Screwball-Tradition wurde der Alltag einer amerikanischen (beinahe) Durchschnittsfamilie humorvoll auf die Schippe genommen: durch die Hausfrau und Hexe Samantha und ihren übertrieben spießbürgerlichen Gatten Darrin.

Im folgenden Fall ist allerdings die Aufgabe schlecht gelöst worden: Teilweise ist nicht ganz klar, wo die Dreharbeiten der Serie aufhören und die Darsteller wieder sie selbst sind. Hinzu kommt, dass die Rollen kaum die Chance boten, dass die beiden Hauptdarsteller wirklich zeigen konnten, was sie drauf haben. Im Gegenteil, die Sequenzen, in denen Jack Wyatt gefühlvoll wird, wirken grotesk.

Das größte Problem an diesem Film ist aber, dass ein Remake im 21. Jahrhundert anders wirkt, als die Serie in den 1960er Jahren. Damals war man erst dabei, die überholten Klischees der Rolle der Frau im Haushalt und die Position des Mannes im Beruf zu revolutionieren. Was damals mit einem gewissen Augenzwinkern funktionierte, wirkt heute geradezu lächerlich. Eine Frau, vor allem noch eine Hexe, die sich nichts mehr wünscht, als Heim und Herd in Kombination mit einem erfolgreichen Ehemann, passt einfach nicht in die heutige Zeit. Nicht ganz unverdient hat daher "Verliebt in eine Hexe" fünf Nominierungen für die Goldene Himbeere bekommen, darunter auch für das schlechteste Remake.

Lichtblicke bilden zum einen die Darstellung von Shirley MacLaine als Iris/Endora und Michael Caine als Isabels Vater. Beide agieren mit einer gewissen Lässigkeit und interpretieren ihre Rollen nicht über. Zum anderen bieten die Anspielungen an die Originalserie durchaus Wiedererkennungspotential, wie das Kennenlernen von Samantha und Darrin, der Vorspann der Serie, das Erscheinen von Endora und ihre Feindschaft zu Darrin und natürlich der Trick mit der Nase.

Fazit

Ein Remake im Remake: Ein toller Grundgedanke, der aber an einer schlechten Umsetzung scheitert.

Miriam Ahrenholz - myFanbase
02.03.2010

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